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«ARD History»: FC St. Pauli zwischen Mythos und Vergangenheit

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Die späte Doku «Vom Hakenkreuz zum Totenkopf» beleuchtet die widersprüchliche Geschichte des FC St. Pauli.

Mit «Vom Hakenkreuz zum Totenkopf – Der FC St. Pauli und seine Geschichte» nimmt sich «ARD History» am späten Montagabend um 23:50 Uhr eines besonderen Themas an: der Vergangenheit eines Vereins, der heute wie kaum ein anderer für Haltung, Vielfalt und Antifaschismus steht. Der Film von Katrin Hafemann und Marie Teresa Lasserre zeigt, dass die Geschichte des FC St. Pauli weit komplexer ist als sein heutiges Image.

Die Dokumentation blickt bewusst hinter die bekannte Fassade des Kiezklubs und zeichnet auch die dunklen Kapitel nach. So wird etwa das Schicksal des jüdischen Spielers Selig Cahn thematisiert, der während der NS-Zeit deportiert und ermordet wurde, während andere Vereinsfunktionäre mit NS-Vergangenheit lange Zeit geehrt blieben. Diese Gegensätze stehen exemplarisch für eine Geschichte, die erst spät aufgearbeitet wurde – nicht zuletzt durch Initiativen wie das vereinseigene Museum.

Ein weiterer Fokus liegt auf den Umbrüchen der 1980er- und 1990er-Jahre, als sich die Fanszene grundlegend veränderte. Zeitzeugen berichten von rassistischen Vorfällen im Stadion am Millerntor und von der anschließenden Gegenbewegung engagierter Anhänger, die Neonazis aktiv aus dem Umfeld des Vereins verdrängten. Diese Entwicklung markiert den Beginn jener Identität, für die St. Pauli heute weltweit bekannt ist.

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