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Interview

Alexander Bommes: ‚Vielleicht will ich den nächsten Schritt gerade gar nicht machen‘

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Vergangene Woche stellte der ehemalige Handballer mit seinem Quiz «Gefragt – gejagt» fast täglich neue Quotenrekorde auf. Am kommenden Wochenende läuft seine Sendung als XL-Version zur besten Sendezeit. Warum der 41-Jährige aber nicht nach den Sternen greift und welche Hoffnungen er für seine Sportart Handball hat, hat er uns verraten.

Zur Person: Alexander Bommes

1976 in Kiel geboren, erreichte Bommes zunächst als Handball Profi Berühmtheit. Für Dormagen und Gummersbach lief er in der ersten Bundesliga auf. Nach seiner Profi-Karriere wechselte er zum NDR, wo er ab 2008 über Wahlen berichtete und das «Hamburg Journal» präsentierte. Es folgte der Sprung in die Moderatoren-Riege der «Sportschau» (u.a. Boxen und Fußball). Während er seit 2012 «Gefragt - Gejagt» moderiert, gab er die «NDR Quizshow» an Jörg Pilawa ab. Dafür macht er nun den NDR-Talk «Tietjen & Bommes» und ist seit 2013 Gastgeber des «Sportschau Clubs».
Herr Bommes, «Gefragt – gejagt» jagte jüngst von Quotenrekord zu Quotenrekord. Das nimmt man als Moderator doch sicher sehr gerne mit, nicht wahr?
Natürlich war das eine große Freude für mich. Aber um ehrlich zu sein, war es dann von Tag zu Tag fast schon ein bisschen zu viel. Da gibt es ja dann jeden Tag Mitteilungen und entsprechend natürlich auch Kollegen, die sich melden, um ihre Glückwünsche da zu lassen. Von Tag zu Tag wurden diese aber etwas ironischer bis dann am Donnerstag jemand zu mir sagte: Gut, dass ich mich nicht schon vor zwei Tagen gemeldet habe. Nein, im Ernst: Natürlich freuen wir uns da alle total. Ich glaube ja, dass eine neue Staffel immer ein bisschen Anrollzeit braucht. Jetzt stoßen wir auf unglaubliche Akzeptanz. Es ist toll zu wissen, dass wir so eine feste und große Community habe. Ich habe mir sagen lassen, dass wir neulich in den Twitter-Trends sogar vor Schulz und Trump lagen. Dass unsere Fans die Sendungen somit so intensiv miterleben, spricht dafür, dass sie das Format genau so lieben wie wir es tun. Als ich vor vier Jahren mit der damals noch kleinen Sendung im NDR angefangen habe, hätte ich das in der Form auch nicht unbedingt gedacht.

Entsprechend: Haben Sie sich schon weitere Termine für eine neue Staffel freigeräumt?
Wäre ich jetzt Fußballspieler, würde ich sagen: Da müssen Sie den Trainer fragen. Aber bin ich ja nicht... Also ich wäre schon überrascht, wenn wir nicht weitermachen würden. Die Staffel, die schon produziert ist, läuft jetzt glaube ich noch bis Mai im Vorabendprogramm. Wir hatten vergangene Woche die letzte Produktion und wir sind da immer ein bisschen traurig. In diesem Jahr war dieses Gefühl noch etwas ausgeprägter. Und wir haben uns dann angeschaut und gefragt, ob das vielleicht wirklich die letzte Sendung sein könnte, kamen dann aber schnell zum Eindruck, dass das nicht der Fall ist.

Sie haben unter anderem das Promi-Special aufgezeichnet, das nun am Samstagabend im Ersten läuft. Mit Axel Milberg, Claudia Pechstein und Stefan Effenberg, mit dem Sie schon im Sommer bei der EM geglänzt haben…
Die Sendung ist mega geworden. Ja, mit Stefan Effenberg war ich zwei Mal bei der EM zusammen, er hat mich dann auch nochmal im «Sportschau Club» besucht. Das waren Zufälle, aber er ist jemand, der Mut hat und der sich jeder Herausforderung stellt. Perfekt für «Gefragt – gejagt».

Denken Sie schon an die nächsten Schritte, an die richtig große Showbühne?
Nein, ich versuche das, was gerade ist, maximal zu genießen. Sehen Sie: Das ist bei mir schon alles sehr schnell gegangen. Wir haben «Gefragt – gejagt» vor vier Jahren im NDR gestartet und jetzt schauen wir gerade, ob sich die Sendung zum Samstagabend-Primetime-Event im Ersten eignet. Ich finde, dass die Balance und der Rhythmus, den wir jetzt gerade haben, auch in Kombination mit der «Sportschau», ziemlich perfekt ist. Vielleicht will ich diesen „nächsten Schritt“, wie man so schön sagt, auch gerade gar nicht machen. Ich muss nicht immer nach links und nach rechts gucken und nachdenken, wie sich etwas entwickeln könnte. Ich konzentriere mich auf das, was gerade ziemlich gut passt.

Im Sommer beginnt die neue Bundesliga-Rechteperiode der Bundesliga und die bringt einige Personalwechsel mit sich. Buschi, Laura Wontorra, Jan Henkel… Hat bei Ihnen schon jemand angeklopft oder ist hinlänglich bekannt, wie fest Sie bei der ARD im Sattel sitzen?
Ich glaube viele wissen das. Aber die meisten wissen dann doch auch über Vertragslaufzeiten Bescheid, wie ich merke. Aber ich bin happy bei der ARD und glaube schon, dass wir so weitermachen können, wie es momentan ist.

Die ARD wird ab Sommer auch einzelne Handball-Bundesliga und -Pokal-Spiele übertragen. Ein guter Deal, den man da gemeinsam mit Sky hat?
Ja, ein guter Deal. Es ist ja bekannt, dass sich die Sportarten immer nach Sendezeit bei den Öffentlich-Rechtlichen sehnen und es ist auch ablesbar, was diese wirklich bewirken. Für den Handball wird es wichtig sein, Kontinuität zu bekommen. Es wird auch wichtig sein, dass man die Weltmeisterschaften ab 2019 wieder im Öffentlich-Rechtlichen sehen kann. Die Kooperation mit Sky ist klasse, nicht zuletzt auch, weil die Redaktion von Sky jetzt schon in der Champions League zeigt, auf welchem Niveau sie solche Spiele übertragen. Ich freue mich besonders auch auf das Final 4 im Pokal, weil das eine richtig große Veranstaltung ist, die einfach ins öffentlich-rechtliche Fernsehen gehört. Da ist sie sehr gut aufgehoben.

Verstehen Sie dann, dass es jetzt einzelne (kleinere) Clubs gibt, die über die Anstoßzeiten und viele Sonntagsspiele klagen? Ich hörte sogar, da werden höhere Kosten für Hallenreinigungskräfte als Argument aufgeführt.
Das erinnert mich an den Spruch: Wasch mich, aber mach mich nicht nass. Denken wir mal an 2007: Da hatten wir im WM-Finale eine wirkliche Monster-Quote im Öffentlich-Rechtlichen. Über 15 Millionen haben zugeschaut.

Alle wollten danach eine Handball-«Sportschau» haben und die beiden größten Dritten, nämlich NDR und WDR, haben mit einem Handballmagazin samstags um 17 Uhr ein solches Format eingerichtet. Aber was passierte? Die Topspiele der Liga fanden nicht samstags statt, die Quoten waren niedrig und nach einem Jahr war Schluss.

Jetzt haben wir wieder die Chance vor allem die Spiele am Sonntagmittag abends in den Sendungen von ARD und ZDF zu zeigen. Ich kann verstehen, dass manche sich wünschen würden, dass Handball samstags um 19.30 Uhr stattfindet, zu der Uhrzeit habe ich damals auch am liebsten gespielt, aber das ist halt nicht realistisch.

Dieser Vertrag plus WM-Rechte makes Handball great again.
Alexander Bommes über den neuen Handball-Bundesliga-Vertrag der ARD, der gemeinsam mit Sky abgeschlossen wurde
Glauben Sie, dass Handball seinen Status als Mannschaftssportart Nummer 2 durch diesen Vertrag festigen wird?
Ich kann in diesem Punkt kaum eine andere Sportart nennen. Der Januar ist eigentlich immer ein goldener Handball-Monat, das schaffen Eishockey und Basketball nicht. Für mich ist Handball jetzt schon ganz klar die Nummer 2 und ich glaube sicher, dass sich das noch verfestigt. Hoffentlich kann man bald sagen: Dieser Vertrag plus WM-Rechte „makes Handball great again.“

Danke für das Gespräch.

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