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«Dschungel»-Tagebuch: Das große Zwischenfazit

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Es lebt: Das diesjährige Dschungelcamp bietet neue Ideen, schräge Vögel, Streitereien und viele emotionale Einsichten. Doch wie schlägt es sich im Vergleich zu seinen Vorgängern?

Eine Woche nach dem Start in die Jubiläumsstaffel des Erfolgsformates, das 2015 inhaltlich so böse geschwächelt und unter unmotivierten Promis gelitten hatte, werfen wir einen Blick zurück auf das, was bisher geschah.

Wir beleuchten inhaltliche Entwicklungen, schauen den Moderatoren und Autoren auf die Finger, suchen die High- und Lowlights des Tages und präsentieren euch obendrauf die besten Sprüche.



Tag 1, Freitag: Wie in Bochum
Mit dem Einzug der Kandidaten nahm das Dschungelcamp 2016 seinen Anfang. Alles zur Auftaktsendung könnt ihr im ausführlichen Artikel „«Dschungel»-Auftakt: Tränen, Luft-Tüten & Pipi-Panik“ noch einmal nachlesen.

Legat des Tages: "Wenn mir im Dschungel jemand falsch kommt, dann gehe ich betreffend auf die Person zu und stell ihn an die Wand."

Highlights: gelungene Regeländerungen, schmissige Sprüche & durchaus interessante Kandidaten

Lowlights: zwei sehr gewöhnliche Prüfungen, eventuelle Reibungsverluste durch Trennung der Teams


Dschungelwertung: 4 von 5 geröstete Kakerlaken

Tag 2, Samstag: Dinge studieren und so
Am zweiten Tag zeigte Ricky erneut seine Talker-Qualitäten, als er David zu seiner Karriereplanung befragte. Und man höre und staune: Der attraktive junge Mann wollte Dinge studieren! Gut, dass er diese dann kurz darauf noch als Gentechnik präzisierte - klares Ziel dabei: Die Köpfe seiner Eltern einzufrieren. Vermutlich hat hier jemand gerne «Futurama» geschaut.

Sein aktuelles Ziel ist da schon deutlich schlüssiger: Die Eröffnung eines veganen Burgerladens, weil "Veganer ein intelligentes Volk sind'". Dass er aber weder das Wort "betreiben" inhaltlich interpretieren kann, noch jemals etwas von Johnny Cash gehört hat, verschweigen wir an dieser Stelle gerne.

Apropos Johnny Cash: Gunter erwachte aus seinem Brüten und begann, aus seinem Leben zu erzählen. Nicht nur zur Freude des Publikums, sondern auch seiner Mitcamper, die bereits anfingen, sich aufrichtig zu sorgen.

Sorgen machte sich auch Sophia - um Jennys Vergangenheit. Die kühle Blonde ließ sich jedoch davon nicht aus der Ruhe bringen und beendete das Thema, bevor es eines wurde. Souverän.

Thorsten hatte unterdessen auch alle Hände voll zu tun - erst führte ein Streit mit Rolf zu einer abschließenden freundschaftlichen Umarmung, dann bewarb er sich für das neue RTL-Format "Der Bagger-Coach - Klötzchen in der Buxe". Menderes konnte einem angesichts der vorgetragenen Vehemenz da nur leidtun.

Bei der Dschungelprüfung waren schließlich Sophia und erneut Helena beim Spiel "Qual der Zahl" gefordert. Es galt, Tiere in Kästen mit Gesicht, Füßen und Händen zu ertasten und die Anzahl zu nennen. Das Spiel an sich präsentierte sich dabei äußerst lahm, konnte aber mit einem wunderbaren Faux-Pas von Daniel (nein, nicht seine Frisur) aufwarten, als er in einer Runde nicht nur sagte, was für Tierarten in dem Kasten sind, sondern es mit "Zwei Blauzungenechsen und eine Bartagame" nicht unbedingt im Sinne der Spielregeln etwas zu deutlich formulierte. Schade, dass beide Damen nicht zuhörten. Helena tippte auf zwei Tiere, Sophia riet richtigerweise drei. Der Gesamtsieg ging am Ende ebenfalls an Sophia. Als Strafe für Daniels Aussetzer, durfte dann am Ende nicht er, sondern Sonja, eine Kalerlake aus Sophias Dekolletee befreien.

Für den nächsten Tag wählte das Publikum erneut Helena - Gegner dann: David.

Legat des Tages: "Unter Menderes Facetten steckt ein anderer Kern, wenn ihn jemand führen würde mit der Hand."

Highlights: Daniels herrlicher Fehler bei der Dschungelprüfung, Davids skurrile Karriereplanung

Lowlights: lahme Dschungelprüfung, Moderationstexte ungewohnt zurückhaltend und lasch


Dschungelwertung: 3 von 5 lebende Mehlwürmer

Tag 3, Sonntag: Von Brückentieren und Menschen
Auch der dritte Tag zeigte das Format von seiner gefühlsbetonten Seite. Besonders Menderes stach heraus, als er überraschend reflektiert und eloquent von seiner Vergangenheit, seinem niedrigen Ansehen in der Bevölkerung und seinen Wünschen sprach. Hier hat sich die Produktion eine fast schon zu sensible Seele ins Boot geholt – man kann nur hoffen, dass sich die Zeit im Camp für ihn emotional und bezüglich seiner Karrierewünsche auszahlen wird. Es ist ihm zu gönnen.

Doch auch Thorsten Legat wusste erneut zu überraschen – immer wenn man in ihm wieder den lustigen Sprücheklopfer zu sehen droht, senkt er die Stimme und spricht grundehrlich und offen über sein Innerstes. Und auch Sophia durfte ins Rampenlicht rücken, als sie über über ihre Teenagerzeit berichtete, in der sie mehr als einmal Opfer des Spottes ihrer Mitschüler geworden war. Nicht nur Gunter fühlte in diesem Moment von Herzen mit der jungen Frau, die viele Zuschauer vermutlich gänzlich anders erwartet hätten, als sie sich nun präsentiert.

Dass schließlich sogar noch ein Gunter selbst Einsichten in sein Gefühlsleben zuließ, komplettierte eine stark emotionale Stunde, die zeigte: Auch wenn die großen Konflikte bisher fehlen, wirkt sich die zuerst wenig vielversprechende Teilung des Camps doch eher positiv aus und bietet der Sendung eine Palette an zwischenmenschlichen Erkenntnissen, die einige der Promis in einem gänzlich neuen Licht zeigen.

Für den Deutschen Comedypreis nominierte sich erneut David selber, als er über den Grund für das Aussterben (genauer: die Vernichtung) der Dinosaurier ("viel Scheiße gebaut") philosophierte und dann noch eine Brücke in Richtung eigener Evolutionstheorie schlug und die Vögel (beziehungsweise die Tauben) zu Nachfahren undefinierter Brückentiere erklärte. Interessante Randnotiz für Hobbybiologen: Tauben sind neuerdings Waldtiere.

Die abschließende Dschungelprüfung mit Helena und David war dann eine nette Variante bekannter Prüfungen der Vergangenheit und zeigte zwei äußerst gegensätzliche Kontrahenten: Auf der einen Seite David, der ohne Punkt und Komma redete, kreischte und schimpfte, zuerst deutlich zurücklag und am Ende doch noch gewann. Auf der anderen Seite Helena, die mit Ruhe und Schweigen ihr Ding durchzog, mittendrin aber minutenlang nicht in der Lage war, einen Stern in einer Suppe aus Fischabfällen zu finden und somit erneut kein Essen für ihr Team gewinnen konnte.

Was soll´s – das Publikum zeigte wieder seine mangelnde Sympathie und wählte sie direkt zur nächsten Prüfung. Gegner dann: Jenny, die somit endlich auch etwas zu tun erhält.

Ortega des Tages: "Deine Weisheit kann nur in eine Richtung gehen."

Highlights: die vielfältigen Gefühlswelten der Kandidaten, Jürgens positive Aura

Lowlights: die weiterhin unsichtbaren Kandidatinnen Jenny, Nathalie & Brigitte


Dschungelwertung: 4 von 5 Kotzfrüchte (gerührt, nicht geschüttelt)

Tag 4, Montag: Grüße aus der Prager Botschaft
Der vierte Tag wurde zu Beginn durch vielerlei Probleme charakterisiert: Ob es die Pipi-Dramen der Herren Rolf und Gunter waren, ein Disput zwischen Jürgen und Thorsten über den Sinn ihres Aufenthaltes im Dschungel, die traurige Auseinandersetzung mit Menderes Erkrankung, ein erschreckend inszeniert wirkender Streit zwischen David und Gunter oder die aufkeimende Läster-Freundschaft zwischen Jenny und Sophia - es war eine Menge los im Camp.

Als I-Tüpfelchen berichtete eben jener Gunter noch aus seiner wilden Vergangenheit, die offenbar Revolver mit Ladehemmung, Polizeihunde, Aufenthalte in Irrenanstalten, Frauen- und Drogengeschichten zu bieten hatte.

Doch auch an der Prüfungsfront wurde es heute spannend. "Das große Kribbeln" bot eine schöne Vermischung bekannter Themen, die aber durch das Würfeln und die Länge der Tortur deutlich an Ekel-Faktor gewann. Besonders Helena schien die Zeit mit den Kakerlaken, Spinnen und Skorpionen zu Recht an ihre Grenzen zu bringen. Als Jenny am Ende knapp gewann und vier Sterne mit ins Base-Camp nehmen durfte, konnte man erstmals so etwas wie Mitgefühl für ihre Gegnerin empfinden.

Die Zusammenlegung des Camps führte schließlich zu interessanten Dynamiken - auf der einen Seite bei den "Neuen", die gar nicht sicher waren, ob ihnen diese Situation nun gefallen soll, auf der anderen Seiten die Base-Camper, die direkt Bestandsschutz deklamierten und auf ihr gewonnenes Essen bestanden. Da verlor sogar Ricky kurzzeitig sein fröhliches Gemüt. Für Konflikte wird diese überraschend frühe Aktion seitens der Produktion sicher sorgen, zu einem späteren Zeitpunkt hätte sie jedoch deutlich mehr Sinn gemacht und Wucht entwickeln könnnen. Noch waren nicht alle erzählerischen Winkel der getrennten Camps erforscht, gerade hatte eine Dramaturgie begonnen, ihren Lauf zu nehmen. Die Sendung beraubt sich hier vermutlich ohne Not des just aufgebauten Momentums aus Emotionen und Stresspotential und könnte sich damit schnell in eine erneut Ecke lavieren.

Ortega des Tages: "Warum reflektierst du mit einer Meinung, die in dir ist?"

Highlights: Moderatoren in Hochform, originelle Prüfung mit toughen Mädels

Lowlights: zu frühe, überstürzte Zusammenlegung der Camps


Dschungelwertung: 3 von 5 gekochte Kamelpenisse

Tag 5, Dienstag: Verschiedene Charakterien
Die Dienstagsepisode begann mit einer Spur zu viel aufgesetztem Drama: Dass die Base-Camper ihr gewonnenes Essen nicht teilen wollten, hielt nicht so lange, wie RTL suggerieren wollte. Es dauerte nicht lange, bis Sophia und David mit dem Teilen begannen und sich schließlich alle anschlossen. Sogar Ricky, der übertrieben von einem zum anderen lief und seine eigene Ration anbot.

Heiter wurde es, als man uns Jürgen und Thorsten in ganz neuer Funktion zeigte: Als Zivis für Rolf, der keine Gelegenheit ungenutzt ließ, sich Hilfe zu holen, assistieren zu lassen oder Chaos zu verbreiten. Ob er dabei selber die Rolle seines Lebens spielte, fragen sich nicht nur die Camper - denkbar wäre es in jedem Fall.

Highlight des Abends war aber eindeutig die Prüfung "Das defekte Promidinner", die nicht nur mit Originaleinblendungen und Jingles punktete, sondern das Thema "Essensprüfung" äußerst gewitzt umsetzte. So mussten Helena - zunehmend fertig mit den Nerven - und Thorsten - der sich somit endlich bewesen durfte - die Gerichte zuerst selber zubereiten (was schon einen hohen Ekelfaktor besaß) und dann auch noch entscheiden, wie die Portionen aufzuteilen sind. Armer Thorsten: Für ihn blieb immer der größte Teil, Helena ging das Ganze hingegen mengenmäßig sehr bescheiden an.

Nebenbei punktete die Prüfung auch noch mit wunderbaren Wortspielen und Sätzen wie "Aperitifpunkt", "emutionaler Höhepunkt" oder "drücken wir mal den Gaumen". Am Ende war es dann Thorsten, der für einen Großteil der gewonnenen zehn Sterne verantwortlich zeichnete und auf dem Rückweg und im Camp seine vorher gezeigte Zurückhaltung aufgab, mit Helena deftig aneinandergeriet und auch bei den Kollegen kein Blatt vor den Mund nahm.

Aber auch in Sachen Liebe gab es endlich etwas zu entdecken: Nathalie und David näherten sich zumindest schon einmal an und setzten somit ein erstes Ausrufezeichen in Sachen Flirtfaktor.

Für den kommenden Tag wählte die Zuschauer schließlich - fast schon traditionell - Helena in die Prüfung.

Legat des Tages: "Ich hätte gerne 3/4, ich glaube, dass du 1/3 weghauen kannst."

Highlights: kreative Prüfung, Daniels Scherz über seine Frisur, Thorsten trinkt sogar noch Helenas "Eggspresso"

Lowlights: Menderes nur stumm und dazu kaum im Bild, einige flache Daniel/Sonja-Sprüche


Dschungelwertung: 4 von 5 Schnapsgläser Buschschweinsperma

Tag 6, Mittwoch: Einfach mal Schnauze halten
Zu Beginn tauchte ein Phantom aus dem Dunst des Dschungels auf: Nathalie stand im Fokus - genauer: im Kreuzfeuer ihrer Mitcamper. Gut für sie: So bekam sie immerhin etwas Sendezeit, bevor das Publikum ihre Anwesenheit komplett vergessen hätte.

Herzensgut zeigte sich daraufhin erneut Jürgen, der seinen ehemals "kleinen Bruder" Zlatko offenbar vergessen hat und sich nun dem "Neuen" Menderes widmet. Per Dschungeltelefon rief er die Damenwelt auf, Bewerbungen für den Platz an Menderes Seite zu schicken - sein Credo: Ein so toller Junge braucht eine Frau. Süß.

Jenny, Brigitte, Rolf und David trieb unterdessen die Vergangenheit um - Jenny berichtete dabei ihrer blonden Kollegin aus ihrer schwärzesten Zeit und erntete dafür die Brigitte-typische Zustimmung. Rolf und David kauten das Thema außer Hörweite der beiden zusätzlich und auf ihre Art durch. Wenig ergiebig und vielleicht auch unnötig an dieser Stelle.

Aus der inhaltlichen Unentschlossenheit weckte erneut Thorsten die Mitcamper und das Publikum, als er sich über seine Lebensphilosophie, seinen Kontostand, seine Karriere und am Rande natürlich Helena in Rage redete - so sehr, dass er selber eine Gänsehaut bekam.

Apropos Helena. Die Prüfung "Das Dschungellabor", die in den gestrigen Ausschnitten durchaus spannend aussah, musste leider entfallen, da Helena sich diesmal direkt weigerte und ohne es zu versuchen ins Camp zurückkehrte. Ihre Begründung, die letzte Prüfung mit Tieren - wir erinnern uns gut - habe sie traumatisiert, sollte man dabei gar nicht ins Reich der Fabel verweisen. Für sie an dieser Stelle sicher eine richtige Entscheidung. Dass diese im Camp - und besonders bei Dauerfeind Thorsten - natürlich eher zwiespältig aufgenommen wurde, ist Ehrensache. Ein großer Eklat blieb jedoch aus.

Nach der ausgefallenen Prüfung gab es dann zumindest noch die erste Schatzsuche der Staffel bei der Jürgen und Sophia bewiesen, dass sie für den Teamerfolg in Sachen Albernheit über Leichen gehen. Mit aufgesetzten Hühnermasken musste sie durch einen eklig-schlammigen Tümpel waten, Luftballons mit dem Allerwertesten zum Platzen bringen und mit den darin enthaltenen Schlüsseln eine Kiste öffnen. Dabei stellte sich besonders Sophia sehr geschickt und vom Glück verfolgt an und fand alleine alle drei richtigen Schlüssel. Mit der Kiste im Gepäck konnte das uneitle und sympathische Duo ins Camp zurückkehren. Dass man dann dort mehrheitlich bei der Beantwortung der Frage falsch lag, war dann umso ärgerlicher. Mit dem gewonnenen Gartenzwerg wurde vermutlich niemand richtig glücklich - am allerwenigsten David, der als einziger den richtigen Tipp abgegeben hatte.

Das finale Zuschauervoting für die nächste Prüfung gewann dieses Mal übrigens zur nicht so großen Überraschung aller Beteiligten erneut die bemitleidenswerte Helena. Diesmal darf sie sich jedoch auf die "Unterstützung" ihrer Mit-Camper freuen, die zum Zuschauen herzlich eingeladen sind. Die interessanteste Frage dabei: Ob sich ihre Weigerung dann wiederholt und eine weitere, kreativ aussehende Prüfung ausfällt, oder ob der Gruppendruck sie zu ungeahnten Höchtleistungen antreibt.

Ortega des Tages: "Ich bin unterfragt."

Highlights: viel gelungene Selbstironie von Daniel und Sonja, das Schatzsuche-Team Jürgen & Sophia

Lowlights: schade um die offenbar interessante Prüfung, inhaltlich zu viel Leerlauf


Dschungelwertung: 3 von 5 gedünstete Schwimmhäute

Tag 7, Donnerstag: You are not alone


Zu Beginn gab es große Gefühle: Brigitte berichtete von ihrem Mann, der Liebe ihres Lebens und beeindruckte damit nicht nur ihre Mitcamper, sondern auch das Publikum. Bisher ihr bester Moment im diesjährigen Camp, weil grundehrlich und authentisch.

Helena und David schien sie in jedem Fall inspiriert zu haben, die beiden sprachen über den von David sehr verehrten Dalai Lama, über Vegetarier, Kartoffeln, denen man ihre Kinder (die Wurzeln) stiehlt, introvertierte Pflanzen im Allgemeinen und das weltweite Kommunikationsnetzwerk von Bäumen im Speziellen. Dabei fühlte David sich von seinen Kollegen aus nicht näher bekannten Gründen nicht ganz ernst genommen.

Gut also, dass Rolf die Showbühne betrat und alle mit seinem Pfeifen beglückte - David sogar so sehr, dass er sich wie im Rausch fühlte. Nach eigener Aussage wurde Rolf "für den kulturellen Touch engagiert" - na denn.

Menderes wollte da in jedem Fall nicht nachstehen und durfte nach einer Woche Camp endlich singen - zur Freude von Dieter Bohlen wählte er seinen «DSDS»-Castingklassiker You are not alone von Michael Jackson, der bei seinen Kollegen dermaßen gut ankam, dass Menderes kein Ende mehr fand. Merke: Auch das schönste Lied wird in Endlosschleife irgendwann zum Nervfaktor.

Zeit für die nächste Helena-Prüfung - diesmal zur Abwechslung unter Aufsicht aller Promikollegen. Ein Schelm, der RTL Böses unterstellt.

"Das Dschungeltalent" ließ die gepeinigte Helena zuerst Klavierspielen (mit grünen Ameisen auf den Tasten), dann Karaokesingen (mit Hunderten von Fliegen unter einer Glasglocke) und schließlich Tanzen - hier zog sie jedoch ihren Joker und übergab an David, der ihre vorherige starke Leistung fortsetzte und mit half, 8 Sterne fürs Team zu gewinnen. Da war sogar Thorsten beeindruckt, vollzog eine unerwartete 180-Grad-Wendung, lobte und küsste Helena und ließ alle sprachlos zurück. Besonders die Zuschauer.

Ach apropos Thorsten: Er spielte mal Bundesliga - fünfzehn Jahre sogar. Falls es jemand noch nicht wusste, hier hatte man vielfältige Gelegenheit, es von ihm zu erfahren. Fünfzehn Jahre. Bundesliga. Das Camp ist übrigens das härteste Event nach Bundesliga. Nur für das Protokoll.

Den Abschluss der Sendung brachte noch eine angedeutete, aber viel zu offensichtlich inszenierte Liebesbeziehung zwischen Nathalie und David und die erneute Nominierung Helenas durch das Publikum für die nächste Prüfung - gut, dass es der letzte Publikumsentscheid war: Es begannt just zu nerven.

Legat des Tages: "Der Klügere lässt nach."

Highlights: kreative Prüfung, die Menderes-Acapella-Show, Daniel, der "Moderationsroboter von RTL"

Lowlights: erneute Nominierung von Helena


Dschungelwertung: 4 von 5 in Bierteig gebackene Kamelhoden

Fazit


So sehr die zehnte Staffel sich bisher neu zu erfinden versucht, so sehr atmet sie doch den Geist ihrer Vorgänger. Ob bei den Moderationstexten (denen zuweilen noch ein wenig der Biss fehlt), Prüfungen und Schatzsuche, dem früh aussteigenden Star (diesmal Gunter), den Sympathen (Menderes und Jürgen), den Krawallnudeln (Thorsten, Helena und David), den Lästerschwestern (Sophia und Jenny), den Unsichtbaren (Brigitte, Nathalie und mit Abstrichen Rolf und Ricky) oder der Prüfungsverweigerung (diesmal Helena) - alles wandelt auf bekannten Pfaden.

Dies ist jedoch durchaus auch als Stärke des Formats zu interpretieren - man dreht an gewissen Stellschrauben und belässt das Meiste wie es war: Weil es funktioniert. Das größte Problem des vergangenen Jahres, die falsche Auswahl an Kandidaten, hat man definitiv wieder in den Griff bekommen.

Dass man außerdem mit dem (leider zu früh abgebrochenen) SnakeRock-Experiment und durchaus kreativen Kniffen an einigen Prüfungen richtig lag, muss ebenfalls auf der Habenseite verbucht werden. Die Dynamik stimmt weitestgehend, reicht aber noch nicht an die Höhepunkte der besten Jahre heran. So landet die erste Woche zwar absolut im grünen Bereich, gerät aber noch nicht in Gefahr, eine absolute Dschungel-Euphorie auszulösen. Charmant wie immer und unterhaltender als viele Konkurrenzprodukte - ob es noch für mehr reicht, wird Woche 2 zeigen.

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