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Oscars 2015: Drei Prognosen zum Preis von einer!

von   |  21 Kommentare

Eine ungeheuerlich spannende Oscar-Saison nähert sich ihrem Ende. Welche Filme gehen in der großen Hollywood-Nacht als Sieger hervor und wer geht leer aus? Quotenmeter.de mit nicht einer, nicht zwei, sondern gleich drei Vorhersagen für die 87. Academy Awards!

Welche Produktion wird es? Welcher Film wird die 87. Oscar-Verleihung dominieren? «Birdman» oder «Boyhood»? Filmliebhaber und Mitglieder der Kinobranche gehen mit allerhand Fragen an die Oscars 2015 heran, denn so unvorhersehbar wie während der aktuellen Saison ging es schon lange nicht mehr bei den Academy Awards zu! Oder in den Worten des für das Branchenportal 'Deadline Hollywood' tätigen Oscar-Experten Pete Hammond ausgedrückt: „Dies ist ein bemerkenswert wechselhaftes Oscarjahr, allein schon aufgrund eines 'Bester Film'-Rennens, das bis zur letzten Sekunde eine Zitterpartie sein wird!“

Wenn Statistiken versagen


Hauptgrund, weshalb der Ausgang der 87. Academy Awards so schwer vorhersagbar scheint, ist das sämtliche Statistiken bezwingende Duell zwischen den Frontrunnern «Boyhood» und «Birdman». Keine anderen der nominierten Werke aus der Kategorie 'Bester Film' haben mehr prestigeträchtige Indikatorpreise abgeräumt als Richard Linklaters feingeistiges Coming-of-Age-Drama und Alejandro G. Iñárritu berauschende Showbusiness-Satire – somit spricht eigentlich alles dafür, dass entweder «Boyhood» oder «Birdman» den begehrten Hauptpreis gewinnt. Allerdings wäre sowohl ein Sieg für «Birdman» als auch ein Sieg für «Boyhood» eine kleine Oscar-historische Revolution, denn beide Filme haben aus statistischer Sicht nicht die besten Karten.

So gewann in den vergangenen 34 Jahren stets ein Film die Oscar-Hauptkategorie, der mindestens eine Nominierung für den besten Schnitt erhielt. «Birdman» (Foto links) aber hat keine Schnitt-Nominierung aufzuweisen. Ebenso wenig wurde der Film bei den Globes als beste Komödie prämiert. Seit nunmehr 38 Jahren ist es keiner Komödie mehr gelungen, den Oscar abzuräumen, ohne zuvor nicht auch beim Globe zu siegen. Dies würde für «Boyhood» sprechen, jedoch erhielt Linklaters im Laufe von zwölf Jahren produziertes Drama weder den Producer's Guild Award für den besten Film, noch den Director's Guild Award für die beste Regie, noch den Screen Actor's Guild für das beste Ensemble – allesamt wichtige Auszeichnungen, die historischer Bestandteil des 'Bester Film'-Oscarpuzzles sind.

Auch in vielen weiteren Kategorien mangelt es diese Saison an einem klaren Konsens. Aufgrund dessen gibt es bei Quotenmeter.de dieses Jahr auch nicht bloß eine einzige Prognose. In Konsequenz des schieren Oscar-Trubels 2015 werfen wir stattdessen mit sogleich drei Vorhersagen um uns. Auf dass sich wenigstens eine davon sehen lassen kann!

Prognose eins: Die Weisheit der Vielen


Der Journalist James Surowiecki stellte die These auf, dass die Kumulation der Informationen großer Gruppen zu besseren Lösungen führt als einzeln getroffene Entscheidungen. Frei nach dieser Theorie, die von einer kollektiven Intelligenz spricht, hat Quotenmeter.de-Kinomann Sidney Schering die wichtigsten Oscar-Gruppenabstimmungen im Web durchforstet. Welche Werke haben sich in den jeweiligen Kategorien in Kollektivabstimmungen darüber, wer den Oscar gewinnen wird, durchgesetzt? Hier die Antwort der womöglich besonders weisen Oscar-Webcommunity:

- Bester Film: «Boyhood» (Foto rechts)
- Beste Regie: Alejandro G. Iñárritu für «Birdman»
- Bester Hauptdarsteller: Eddie Redmayne für «Die Entdeckung der Unendlichkeit»
- Beste Hauptdarstellerin: Julianne Moore für «Still Alice»
- Bester Nebendarsteller: J. K. Simmons für «Whiplash»
- Beste Nebendarstellerin: Patricia Arquette für «Boyhood»
- Bestes Originaldrehbuch: «Grand Budapest Hotel»
- Bestes adaptiertes Drehbuch: «The Imitation Game»
- Animationsfilm: «Drachenzähmen leicht gemacht 2»
- Bester fremdsprachiger Film: «Ida»
- Bester animierter Kurzfilm: «Feast» (aka «Liebe geht durch den Magen»)
- Bester Kurzfilm: «Phone Call»
- Bestes Szenenbild: «Grand Budapest Hotel»
- Beste Kamera: «Birdman»
- Bestes Kostümdesign: «Grand Budapest Hotel»
- Bester Dokumentarfilm: «Citizenfour»
- Bester Dokumentar-Kurzfilm: «Crisis Hotline»
- Bester Schnitt: «Boyhood»
- Bestes Make-Up: «Grand Budapest Hotel»
- Beste Filmmusik: «Die Entdeckung der Unendlichkeit»
- Bester Filmsong: „Glory“ aus «Selma»
- Bester Ton: «Whiplash»
- Bester Tonschnitt: «American Sniper»
- Beste visuelle Effekte: «Interstellar»

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Es gibt 21 Kommentare zum Artikel
Tanja Timanfaya
22.02.2015 12:52 Uhr 1
Dass Ihr Citizenfour als einseitig beschreibt, wirft mindestens mal die Frage auf, ob Ihr den Film wirklich gesehen habt oder es nur so aussehen lassen wollt...

Natürlich vertritt der Film eine klare Position, aber Snowden wird - sonst wäre der Film nicht so erfolgreich - alles andere als einseitig geschildert. Ich kann Euch auf Anhieb mehrere Szenen nennen in denen auch die andere Seite durch kommt und Kritik an Snowden kommt.
Sid
22.02.2015 16:53 Uhr 2
Du beantwortest deine Frage doch selbst: Der Film vertritt eine eindeutige Position, und wir schreiben im Rahmen einer Prognose (nicht einer ausführlichen Kritik), dass sich der Film relativ einseitig hinter Snowden stellt. Was der Academy vielleicht den Reiz nimmt, diese Doku zu prämieren. Wir schreiben ja nicht, dass es eine vollkommen einseitige, als Snowden-Doku getarnte Jubelveranstaltung ist ... ;)
Tanja Timanfaya
22.02.2015 20:43 Uhr 3
Keine eindeutige, eine klare. Gewisser Unterschied...

Der Film stellt sich nicht absolut hinter Snowden, sondern erlaubt auch Kritik und Zweifel an seinem Verhalten.



Insgesamt vertritt der Film eine weit weniger einseitige Position als die politikgesteuerten Massenmedien, die über die Affäre berichtet haben.

Das weiß man aber natürlich nur, wenn man Citizenfour gesehen hat. Eigentlich sollte das jeder Filmkritiker, der ernst genommen werden will, wenn er eine Meinung zum Film hat bzw verbreiten will...
Aku
22.02.2015 21:38 Uhr 4


Mein werter Kollege Schering verbringt dermaßen viel Zeit in Pressevorführungen, dass die Stadt ihm bald eine Mahnung schickt, wenn er seinen Erstwohnsitz nicht auf die Adresse des Kinos ummeldet. Man muss schon aus Mannheim kommen, um die Frechheit zu besitzen, so einen Kommentar in die Tastatur zu kloppen.



Grüße von einem Stuttgarter!
Tanja Timanfaya
23.02.2015 00:23 Uhr 5


Dein werter Kollege hat schon so oft inhaltlich falsche Filmkritiken geschrieben,

Zeigt auch hier wieder absolute Unkenntnis

Und widerspricht weder dieser Einschätzung noch der begründeten Vermutung, dass er Citizenfour nicht gesehen hat...



Da hilft ihm auch kein Kommentar, der ihn verteidigen soll, aber von dem nur sein Hass auf andere Städte (alberner und ferner vom Thema geht's kaum!) im Gedächtnis bleibt.
Aku
23.02.2015 02:37 Uhr 6


Oh, ich habe ein Gesamturteil über dich gefällt, nur anhand einer Banalität und nun zeigst du dich verletzt … wo hatten wir das in diesem Thema nur schonmal so ähnlich? Ist mir wohl entfallen.



PS: Du vereinst das Selbstbewusstsein von Charlie Sheen mit der ideologischen Arroganz von Scientology. Ich kann dir nur eine Initiativbewerbung für das Amt des katholischen Papstes ans Herz legen. Viel Erfolg and thanks for all the fish!
Tanja Timanfaya
23.02.2015 03:07 Uhr 7
Schätzchen, ich bin weder verletzt noch kratzt mich dein Trollen im geringsten. Ich finds einfach nur lustig, wie du dich hier als niveauloser Troll outest, der aus Mangel an Argumenten ganze Städte niedermachen muss.



Ich wiederhole gerne nochmal, dass du damit weder Sidneys Reputation als Filmkritiker noch Quotenmeters Wunsch, als seriöse Plattform zu gelten, gut tust.



Zu deinem Schutz davor, dich noch weiter lächerlich zu machen, ignoriere ich dich jetzt einfach. Goodbye
Sid
23.02.2015 05:09 Uhr 8


Wieso erachtest du es immer wieder als inhaltlich falsch, wenn ich eine andere Meinung habe als du? "CitizenFour" ist deutlich eher Pro-Snowden als dass er vollauf 50/50 zu Snowden steht. Ich habe das nicht kritisiert, sondern in einer Prognose insofern als Argument gehandhabt, dass es bedeuten könnte, dass der Doku daher vielleicht bei der Academy Stimmen für einen Oscar-Gewinn abhanden kommen. Dem war nun bekanntlich nicht so, und dies ärgert mich auch keineswegs. Aber wenn ich angesichts dessen, wie die Academy in jüngeren Jahren urteilte, eine These aufstellen will und muss, so erhalte ich es für eine tragbare Theorie, dass "CitizenFour" womöglich nicht differenziert genug sein könnte. Bitte verwechsle nicht kondensierte Aussagen in Prognosen nicht mit ausführlichen Filmkritiken.



Dennoch danke fürs Feedback, kommendes Jahr werde ich bei Prognosenegründungen noch mehr darauf achten, wie man meine Formulierungen auf die Goldwaage legen kann. Ist ja auch thematisch passend. :lol:
Tanja Timanfaya
23.02.2015 16:10 Uhr 9


Wenn wir über Fakten reden - und die Verleugnung der auch kritischen Betrachtung in Citizenfour ist ein Fakt - dann ist es inhaltlich falsch, Punkt, hat das nichts mit möglicher Nicht-Akzeptanz deiner Meinung zu tun.

Würdest du nun beispielsweise sagen, dass du den Film zu spannend gedreht und daher wenig Documentary findest, wäre dies eine andere Meinung, die ich akzeptiere. Du aber leugnest Fakten und erfindest Wahrheiten, wenn sie in dein Filmkritik-Bild passen. Und das ist ein Problem, das du sehr häufig hast.



edit: Wegen Fehlers, für den ich mich entschuldigen muss, gekürzt..




Das mache ich nicht, du allerdings schon.





Ich würde dir eher raten, dringend raten, dich mit dem Material zu beschäftigen, das du kritisierst. Denn manchmal, wenn du einen Film wirklich gesehen zu haben scheinst und es nicht mehr als diesen Film gibt, sind deine Rezensionen richtig, richtig gut.
pristinae
23.02.2015 16:36 Uhr 10


Wer im Glashaus sitzt...



Würdest du dich mit dem Material beschäftigen, das du kritisierst (in diesem Fall die "Seelen"-Kritik), dann würdest du sehen, dass die Kritik nicht von Sidney ist.



Blöd.....

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