Die Kritiker

«Bella Block: Stich ins Herz»

von

Story


Bella Block hat das Polizistinnen-Dasein an den Nagel gehängt. Kaum im Ruhestand, trifft sie ihre langjährige Freundin Margit und deren Nichte Caro in Hamburg. Dabei stellt sich heraus, dass Caro eine Affäre mit dem verheirateten Max Klöckner hat – und ein Kind von ihm erwartet. Kurze Zeit später wird Caro erstochen in einem Restaurant, in dem sie arbeitete, aufgefunden.

Da Block vom neuen Polizei-Dienststellenleiter von den Ermittlungen ausgeschlossen wird, fahndet sie auf eigene Faust. Und langsam aber sicher kommt sie dem Täter immer ein Stück näher…

Darsteller


Hannelore Hoger («Rossini») ist Bella Block
Devid Striesow («12 Meter ohne Kopf») ist Jan Mertensen
Sebastian Koch («Unknown Identity») ist Max Klöckner
Anna Schudt («Mörderisches Wespennest») ist Anja Klöckner
Annika Blendl («Unkraut im Paradies») ist Caroline Alberti
Maren Kroymann («Mein Leben & Ich») ist Margit Brettschneider

Kritik


Bella Block feiert: bislang sind in 17 Jahren rund 30 Episoden der Krimi-Serie mit Hannelore Hoger erschienen, eine Ende scheint nicht in Sicht. Die Jubiläumsfolge «Stich ins Herz» inszenierte Regisseur Stephan Wagner («Mütter Väter Kinder») leise und ruhig und schafft dadurch ein spannendes und intensives Werk mit einer gut aufgelegten Besetzung.

Der Einstieg in den Film erfolgt über die Tatortbegehung Blocks. Die Tat ist bereits geschehen, Block resümiert ihre Gedanken über die eigene Stimme aus dem Off. Sie sei älter geworden und würde dadurch mehr Mitgefühl zeigen. Ein wehmütiger, ja fast schon trauriger Rückblick auf die vergangenen Episoden. Doch kurze Zeit später beginnt die eigentliche Geschichte, die keine Zeit für das Schwelgen in Erinnerungen lässt. Hoger lebt ihre Rolle aus wie in den besten Zeiten. Trocken, selten ein richtiges Lachen im Gesicht, schroffer Humor, aber auch liebenswürdig und hilfsbereit – und mit ganzem Herzen Ermittlerin. Und das, obwohl sie mittlerweile den Polizeidienst quittiert hat.

So neutral und «seicht» die Anfangs-Viertelstunde auch sein mag, ein beklemmender Unterton schwingt stets mit. Die Handlung folgt einerseits Bella und ihrer Freundin Margit, die sich nach langer Zeit wiedersehen, und Caro, der Nichte Margits, die sich auf eine Affäre mit einem verheirateten Mann eingelassen hat und noch dazu ein Kind von ihm erwartet. Befinden wir uns bei Block, erfahren wir heitere und fröhliche, teils sogar sehr amüsante Momente. Sind wir bei Caro, wirkt das Szenario eher verzweifelt und dramatisch. Beide Handlungsstränge kreuzt Wagner dann ebenso einfach wie effektiv, die Ermittlungen können beginnen.

Kurz vor dem Mord an Caro zeigt Wagner, der auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet, das erste Indiz gegen den möglichen Täter. Dies geschieht allerdings so plump, dass auch der letzte Zuschauer stark an der Schuld zweifeln dürfte. Das Indiz zumindest spielt schon bald keine große Rolle mehr, so dass es hier tatsächlich lediglich als Mittel zum Zweck verwandt wird. Leider passt das gar nicht zu dem ansonsten schnörkellosen und ansehnlichen restlichen Werk. Die Tätersuche erweist sich als nicht ganz einfach, Personen mit Tatmotiven scheinen zunächst vermehrt aufzutauchen: Die gebeutelte Ehefrau mit Eifersuchts- und Hassgefühlen, die hier das eigentliche Opfer ist, der betrügende Ehemann, der Liebe vorgaukeln und gleich zwei Probleme aus der Welt schaffen könnte, der Imbissbesitzer, dem das ganze Theater auf den Zeiger geht oder der Arbeitskollege Klöckners, der seinen Freund doch nur beschützen will.

Der Zuschauer ermittelt mit der verbal scharf schießenden und herrlich bockigen Bella Block, parallel leidet und fühlt er mit der depressiven betrogenen Ehefrau. Das alles geschieht ohne jede Effekthascherei, allerdings auch ohne wirkliche Überraschungen, dafür mit einigen kleinen Ungereimtheiten. Wer eins und eins zusammenzählen kann, hat sich nach einiger Zeit sicherlich auf den wahren Täter eingeschossen. Dennoch gelingt es der Besetzung, das Szenario ungekünstelt an den Zuseher zu bringen. Besondere Authentizität liegt dabei an der Beziehung der Klöckners, waren Sebastian Koch und Anna Schudt auch über mehrere Jahre privat ein Paar.

Bella Blocks Jubiläumsfall kommt als ruhiger, aber spannender und gut gespielter Krimi. Hier und da weist Wagners Arbeit ein paar Schwächen auf, die den gelungenen Gesamteindruck minimal schmälern.

Das ZDF strahlt «Bella Block: Stich ins Herz» am Samstag, den 26. November, um 20.15 Uhr aus.

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