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‚Jedes Team vermarktet Eishockey mittlerweile besser als vor ein paar Jahren‘

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Ein Finale der Königsklasse mit deutscher Beteiligung? Jawohl! Die Eishockeymannschaft aus München duelliert sich am Mittwoch mit Frölunda um die Krone; in einem Wettbewerb, der sich vom ungeliebten Kind zum kleinen Highlight gemausert hat.

Vor Ort

Vom Endspiel der Champions Hockey League werden zahlreiche deutsche Medien vor Ort berichten.
So hätten ARD, ZDF, Sport1, Antenne Bayern, der BR Hörfunk, Radio Arabella, dpa und alle Münchner Tageszeitungen Akkreditierungen beantragt.
Ohne Frage: Eine Sportart wie Eishockey blickt immer auf zum großen Vorbild Fußball. Im Eishockey ist alles noch etwas kleiner und weniger kommerziell als beim Rasensport. Das gilt auch für die Champions Hockey League. Dort macht der Eishockey-Club aus München seinem Pendant im Fußball zur Zeit einiges nach: Nicht nur, dass die Münchner zahlreiche (nationale) Titel sammeln, jetzt soll der erste internationale folgen. Am Dienstagabend steigt das Endspiel (19 Uhr, Sport1 und DAZN übertragen) gegen Frölunda. Die Bullen und die Indians treffen dann im schwedischen Frölunda aufeinander. Erstmals überhaupt steht eine deutsche Mannschaft im Finale der Eishockey-Königsklasse.

Für den Streaming-Dienst DAZN wird Philipp Pinter, dreimaliger österreichischer Meister mit über 600 Einsätzen in der obersten Liga seines Landes, das Finale kommentieren. Pinter weiß, nicht zuletzt aus Salzburg, wo Red Bull ebenfalls einen Eishockeyverein hat, dass RB immer für Erfolg steht. „Ich denke, dass man sich national mit nichts anderem zufrieden gibt. Allerdings war der Einzug in ein CHL-Finale für ein deutsches Team ein überraschender Erfolg. Prinzipiell kann man eine erfolgreiche Entwicklung planen - vor allem wenn man den finanziellen Background wie München hat. Erfolge, Titel etc. sind allerdings in einem so dynamischen Sport nicht klar planbar, da so viele andere Faktoren zu Erfolg bzw. Misserfolg beitragen“, sagt der DAZN-Experte. Ein Zufallsprodukt sei der große Erfolg von Trainer Don Jackson und seiner Mannschaft also sicher nicht, meint Pinter. „Wer Don Jackson kennt, weiß, dass er dafür bekannt ist Teams zu zu entwickeln und vorzubereiten, sodass sie in absoluter Topform sind, wenn es wirklich zählt und darauf ankommt“, sagt er, wenngleich die Teilnahme eines CHL-Finals natürlich nie konkret planbar sei.

Das Endspiel könnte auch der Entwicklung des deutschen Eishockey nochmals einen Schub geben. In den zurückliegenden Jahren sei da schon viel richtig gemacht worden, meint Pinter. „Ich glaube doch, dass der Stellenwert des Eishockeys gewaltig gestiegen ist in Deutschland. Nicht nur durch die Erfolge der Nationalmannschaft, sondern auch durch die Marke im Allgemeinen. Die vermehrte Berichterstattung aber auch die verbesserte Infrastruktur trägt hier einen großen Teil bei. Eigentlich jedes Team der Liga hat mittlerweile ein schönes Stadion, gute Zuschauerzahlen und vermarktet das Produkt 'Eishockey' deutlich besser als noch vor einigen Jahren“, sagt Pinter, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass der Stellenwert des Sports in Ländern wie Finnland, Schweden, Tschechien, Russland massiv höher sei.

Ich glaube doch, dass der Stellenwert des Eishockeys gewaltig gestiegen ist in Deutschland. Nicht nur durch die Erfolge der Nationalmannschaft, sondern auch durch die Marke im Allgemeinen. Die vermehrte Berichterstattung aber auch die verbesserte Infrastruktur trägt hier einen großen Teil bei.
DAZN-Experte Philipp Pinter
Kein Zweifel: Dass eine deutsche Mannschaft nun im Finale steht, kann für den ganzen Sport im Land nur gut sein. Im Free-TV, bei Sport1, wurden schon zuletzt Reichweitenrekorde gemessen. Beim Halbfinale, das München RB-intern gegen Salzburg gewann, erreichte rund 190.000 Puck-Fans. Noch gar nicht allzu langer Zeit galt die Champions League im Eishockey eher als besseres Freundschaftsturnier. „Damals haben es Clubs als 'nettes' Vorbereitungsprogramm gesehen. Spiele auf hohem Niveau, um die jeweiligen Teams bestmöglich auf die kommende Saison vorzubereiten. Allerdings hat sich das jetzt schon gewaltig geändert. Mittlerweile wollen die Teams sich dafür qualifizieren bzw. auch so weit wie möglich kommen. Der Wettbewerb nimmt so langsam (abgesehen vom finanziellen) auch die Form der Champions League im Fußball an“, sagt Pinter, der den großen Erfolg für München im speziellen und das deutsche Eishockey generell unterstreicht. Genauso war das Erreichen des Halbfinales für Red Bull Salzburg eine sensationelle Leistung. „Jetzt, wo München es soweit geschafft hat - will man natürlich 'All The Way' gehen und den Titel heimbringen.“

Ob das gelingt? Gegner ist immerhin kein geringerer als Frölunda aus der Eishockey-Nation Schweden. Über Jahre hinweg seien die Indians ein Top-Team, bestätigt Pinter. Sie sind mehrfacher CHL-Sieger und obendrein für ihre herausragende Nachwuchs-Arbeit bekannt. „Jedes Jahr entwickeln sie absolute Top-Talente, die schon im zarten Alter zu Leistungsträgern in der Profi-Mannschaft heranreifen. Läuferisch immer Top, auch taktisch (wie die meisten schwedischen Teams) unglaublich gut eingestellt. Über die spielerischen Qualitäten brauch man nicht viel sagen - da ist das Team immer Extraklasse.“ Pinter erwartet einen harten Brocken und heißen Tanz für die Münchner, aber keine unlösbare Aufgabe. Eine große Überraschung sei durchaus möglich, sagt der Eishockey-Fachmann.

Und genau solche Aufgaben würden die CHL letztlich auch so reizvoll (oder noch reizvoller) machen. „Ich glaube, dass die Spieler dieses Format sehr mögen, da sie die Chance haben sich Liga-übergreifend mit den besten Teams in Europa messen zu können. Indem sie so neue Gegner bekommen, phasenweise sogar klar überlegende Gegner haben, stoßen sie immer wieder an ihre sportlichen Grenzen. Wieviel Spiele sie schlussendlich haben ist den Jungs egal. Man trainiert den ganzen Sommer, die Jungs sind mittlerweile topfit und können diese Belastungen gut wegstecken,“ wischt der ehemalige Eishockey-Profi auch die Frage nach einer noch weiter steigenden Belastung durch zusätzliche Spieltermine weg. Und letztlich, sagt Pinter, zahle sich dieser „Mehr-Aufwand“ spätestens dann aus, wenn ein ganz großes Finale winkt. Wie jetzt eben für Frölunda und München.

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