Die Kritiker

«Crashpoint - 90 Minuten bis zum Absturz»

von
Story:
Ein Routineflug von Frankreich nach Deutschland: Kapitän Winkler hebt mit seiner vollbesetzten Passagiermaschine vom Boden ab. Eine kleine Transportmaschine kreuzt unerwartet seine Flugbahn und reißt ein drei Meter breites Loch in den Rumpf. Trotz des enormen Drucks bleibt die Maschine in der Luft. Doch durch den starken Aufprall wird die gesamte Steuerungselektronik lahm gelegt – das Flugzeug rast unkontrolliert quer durch Deutschland. Während Medizinstudentin Nina mit Hilfe der Flugbegleiterinnen Mira und Steffi versucht, die panischen Passagiere zu beruhigen, wird Kapitän Winkler und Co-Pilot Niclas das wahre Ausmaß der Katastrophe klar.

Darsteller:


Peter Haber («Kommissar Beck») ist Kapitän Winkler
Max von Pufendorf («Freiwild – Ein Würzburg-Krimi») ist Co-Pilot Niclas
Hannes Jaenicke («Post Mortem») ist Ralf Moldau
Michael Grimm («Dahoam is Dahoam») ist Hub
Julia Hartmann («Insel des Lichts») ist Mira Wilson
Bernadette Heerwagen («Leo und Marie – Eine Weihnachtsliebe») ist Nina Betz

Kritik:


ProSieben startet mit sieben Thrillern durch, die an den kommenden Montagen für Spannung beim deutschen Fernsehpublikum sorgen sollen. Den Anfang macht dabei ein Flugzeugkatastrophen-Film der eher unbekannten Produktionsfirma Hager Moss Film. Sie trat bislang bei einigen Sat.1-Filmen auf und stellt zudem den Münchner «Tatort» her. Bei Filmen über Flugzeugkatastrophen und die dramatischen Ereignisse an Bord der Maschine, denkt man als deutscher Zuschauer gerne an schlechte US-Produktionen, die mit Vorliebe am Sonntagabend bei RTL II zu sehen sind – und ehrlicherweise ist «Crashpoint» an einigen Stellen auch gar nicht so weit von diesen entfernt.

Das mag vielleicht daran liegen, dass die grundlegende Thematik nicht allzu viel Freiraum für Neues lässt. Sehenswert ist der Film dennoch, denn er ist spannend bis zur letzten Minute. Trotzdem bedient er unglaublich viele Klischees: Da wäre schon allein die Auswahl der Passagiere: Neben einem alten Ehepaar befindet sich dort auch eine Mutter mit Kind, ein aggressiver Ehemann, der im Übrigen wirklich nervt, die typischen Prolls und ein Elektroingenieur, der schon am Anfang in Verdacht steht irgendwann noch eine entscheidende Rolle zu spielen.

Kurzum: Das Buch hat was die zwischenmenschlichen Dinge an Bord betrifft, große Schwächen: Pilot Winkler, der schon einmal eine Panne in der Luft durch eine atemberaubende Aktion überstanden hat, streitet sich ständig mit seinem Co-Piloten, einem aufstrebenden jungen Kapitän. Das ist irgendwann zu viel des Guten. Ohnehin spielt Peter Haber die Figur des Piloten Winkler in Teilen nicht wirklich überzeugend, zu loben ist aber Max von Pufendorf, der eine ausgezeichnete Leistung als Co-Pilot Niclas abliefert.

Zu loben sind auch die Auftritte von Hannes Jaenicke, der einen Technik-Experten am Boden spielt. Leider ist seine Screen-Time doch arg begrenzt – mehr von ihm hätte der Produktion gut getan. Das Buch ist also an einigen Stellen ausbaufähig – die Dialoge wirken mitunter hölzern („Machen Sie ihnen Mut, wir schaffen das“ und sonstige Sätze, die einfach in jedem Film über Flugzeuge vorkommen müssen), teilweise wurden auch Chancen auf wirklich spannende Konflikte vergeben: Dass die Ärztin an Bord eigentlich gar keine ist, verpufft zwischen Panik und medizinischen Notfällen.

Ohnehin fühlt man sich als Zuschauer in der Mitte des Films eher wie bei «Emergency Room» oder «Chicago Hope», denn sehr viel mehr als Krankheiten sind im Flugzeuginneren nicht zu sehen. Das klingt alles nicht sonderlich sehenswert und dennoch gelingt es «Crashpoint» von der ersten bis zur letzten Minute unglaublich spannend zu sein – und nur darauf kommt es im Endeffekt an. Die Special Effects sind größtenteils beeindruckend für einen deutschen TV-Film, sie weisen nur dann Schwächen auf, wenn aus dem Flugzeug durch das Loch im Rumpf gefilmt wird. Darüber kann man aber hinwegsehen, da Regisseur Thomas Jauch ansonsten exzellente Arbeit geleistet hat.

Punktabzug gibt es aber für das Ende des Films, das völlig unnötig übertrieben und irgendwie auch hirnrissig ist. Die Spannungskurve war sowieso schon auf dem Höhepunkt, es bestand keine Not noch zusätzliche dramatische Elemente einzubauen – schade, dass ein so guter Film am Ende doch noch sehr unrealistisch wird.

ProSieben zeigt «Crashpoint – 90 Minuten bis zum Absturz» am Montag, 17. August 2009, um 20.15 Uhr.

Kurz-URL: qmde.de/36692
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