Vermischtes

WDR verteidigt Jugendnachrichten

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Die Online-Formate «WDR #3sechzich» stehen in der Kritik, doch von Senderseite aus erhalten die Jugendnachrichten Rückenwind.

«WDR #3sechzich» in Zahlen

  • 2.159 YouTube-Abonnenten
  • Beliebtestes Video: "Wie heißt das, YouTube?" mit 16.014 Aufrufen und 225 positiven Bewertungen
  • 752 Follower bei Instagram
  • 2.123 Follower bei Twitter
Stand: 6. Februar 2015
„Sinnlos“ und „belanglos“ heißt es in den YouTube-Kommentaren. „Einstampfen!“ wird gefordert. Die jugendorientierten Webnachrichten des WDR finden nicht nur seitens der User bislang nur wenig Anklang, auch von professioneller Seite hagelt es Kritik. So urteilte unter anderem Medienjournalist Stefan Niggemeier, dass «WDR #3sechzich» „unfreiwillig komisch, ein bisschen affig“ und „ernsthaft ärgerlich“ sei. Dessen ungeachtet steht Stefan Brandenburg, Leiter der Programmgruppe Aktuelles beim WDR, hinter dem Projekt und spricht sich vehement gegen den Vorwurf aus, es sei die Kopfgeburt verbitterter, alter Redakteure, die nun mühselig Jugendlichkeit vortäuschen.

Im Gespräch mit dem Medienportal 'Kress' sagt er, dass «WDR #3sechzich» von jungen Medienschaffenden für junge Medienkonsumenten entwickelt wurde und dieser Schritt auch für den WDR dringlich sei. „Wir wollen Menschen zwischen 20 und 30 erreichen, an die kommen wir mit der «Aktuellen Stunde» nur noch teilweise heran. Um die Jüngeren zu kriegen, müssen wir dort hingehen, wo sie sind.“ Und genau dort finden öffentlich-rechtliche Inhalte bislang kaum statt: „Es gibt einen Bedarf an guten Webvideos, den die Öffentlich-Rechtlichen momentan noch nicht decken“, klagt Brandenburg bei 'Kress'.

Die «WDR #3sechzich»-Redaktion versteht ihr Format auch als Live-Test am Markt, wie 'Kress' mitteilt. Statt hinter verschlossenen Türen die Gebührengelder aufzubrauchen, bis ein fertig getestetes Produkt online geht, wolle man sich vor den Augen der Zuschauer entwickeln. „Wir gehen dort rein, um zu lernen“, sagt Brandenburg über YouTube. Für das erste Jahr «WDR #3sechzich» wurde zudem Geld aus einem Sonderetat genutzt – ein zweites Jahr werde es voraussichtlich nur bei Erfolg geben.

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