TV und so

Wird wer Millionär?

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Warum gab es bei Günther Jauchs Quiz «Wer wird Millionär?» so lange keine Gewinner mehr?

Über drei Jahre ist es nun her, dass die weiterhin beim Publikum sehr beliebte Quizshow «Wer wird Millionär?» mit Günther Jauch einen Hauptgewinner hervorbrachte. Es war am 08. Januar 2007, als Student Timur Hahn als letzter Kandidat die Millionenfrage richtig beantwortete und als strahlender Gewinner die Show verlassen konnte. Danach erreichten zwar noch zwei weitere Teilnehmer die Million, dies waren allerdings Oliver Pocher und Thomas Gottschalk innerhalb des Promi-Specials, die aufgrund der Hilfen aus dem Publikum und von Jauch nicht gewertet werden können.

Warum also schafft es kein Kandidat mehr, die Million abzuräumen? Hängt es wirklich mit einer gesellschaftlichen Entwicklung zusammen – beispielsweise damit, dass die Menschen in Zeiten der Wirtschaftskrise weniger risikoreich spielen? Oder bewegt sich das ganze Phänomen noch im Bereich des statistischen Zufalls?

Zwei Änderungen an der Sendung könnten dazu geführt haben, dass «Wer wird Millionär?» sich weiterhin die Frage stellen muss: Wird überhaupt noch wer Millionär? Zum Einen wurde die Sendezeit gekürzt: Bis Herbst 2007 wurde das Quiz neben den Montags- und Freitagsterminen auch noch am Samstagabend um 20.15 Uhr ausgestrahlt, wobei es seit Mitte 2006 nur noch sporadische Sendungen am Samstag gab. Damit hat sich der Output der Shows auf 2/3 verringert, was auch heißt, dass die Möglichkeit schrumpft, einen neuen Gewinner zu finden – weil einfach weniger Sendezeit vorhanden ist.

Zum Anderen wurde nach der Sommerpause 2007 eine Modifizierung der Regeln vorgenommen. Ein sogenannter vierter Zusatzjoker kann vor Beginn des Spiels genommen werden, wenn der Kandidat auf die Sicherheitsstufe bei 16.000 Euro verzichtet. Das heißt, dass er auch bei der Millionenfrage noch auf 500 Euro herunterfallen kann. Der Joker, der einen Kandidaten aus dem Studiopublikum befragt, hilft zwar, näher an die Million zu gelangen – aber durch die weggefallene Sicherheitsstufe bei 16.000 Euro sind auch die meisten Zuschauer nach Einsatz aller Joker nicht mehr bereit, weiterzuspielen.

Der Unterschied zwischen läppischen 500 Euro und 16.000 Euro, mit denen schon deutlich bessere Wünsche erfüllt werden können, sind für viele Kandidaten gewaltig. Und deswegen steigen sie meist vor der Millionenfrage aus und riskieren es nicht weiterzuspielen, da sie auf 500 statt auf 16.000 Euro fallen würden. Insofern ist der sogenannte „Risikojoker“ weniger hilfreich für das Spiel als angenommen. Nun schaffen es wohl mehr Kandidaten in die oberen Gewinnregionen, aber nach ganz oben schafft es keiner mehr. Überhaupt gab es vor kurzem die erste Gewinnerin von 500.000 Euro seit 2007. Vielleicht ein gutes Omen für den nächsten Millionär…

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