Interview

Judith Hoersch: ‚Wir versuchen ein großes Spektrum an Lebenslagen zu zeigen‘

von

«Lena Lorenz» kehrt in das Programm vom ZDF zurück. Hauptdarstellerin Hoersch sprach unter anderem über die lange Drehzeiten.

Hallo Frau Hoersch. Im vergangenen Jahr strahlte das ZDF fünf neue Episoden von «Lena Lorenz» aus, inzwischen haben Sie und ihr Team sechs Folgen produziert. Möchte das Publikum mehr Geschichten sehen?
Das hoffen wir doch mal 😀. Aber die Resonanz, die wir die letzten Jahre auf unsere Geschichten und Filme bekommen haben, lässt darauf schließen. Mehr Filme heißt auch, dass wir in den Geschichten rund um die Lorenz Familie – also den festen Figuren – tiefere, längere und raumgreifendere Geschichten erzählen können.

Die neuen Folgen, die ab 11. April laufen, sorgen für ein Jubiläum. Seit bereits zehn Jahren ist die Reihe ein Teil des ZDFs. Sie haben die Rolle vor einigen Jahren übernommen. Wollen Sie weiterhin mit der Rolle verbunden bleiben?
Sonst würde ich es vermutlich ja nicht mehr machen. Es ist mittlerweile ein fester Bestandteil meines Lebens. Ich bin damit auch irgendwie mittlerweile ein Stück `Verwachsen`. Solange es mir Freude macht und wir den Kern - das Ehrliche, Heutige und das Unmittelbare nicht verlieren und solange es noch so viel Freude macht, bleibe ich der Reihe gerne treu.

In der ersten Folge werden zwei Embryonen vertauscht. Was für Geschichten haben Sie in den neuen Folgen noch in petto?
Der Plot ist, das bei der künstlichen Befruchtung die befruchteten Eizellen verstaucht wurden und die jeweils andere Frau, das Baby ausgetragen hat. Es ist eine ernste Frage danach was Mutterschaft ist und wo sie anfängt. Bin ich die Mutter, weil ich das Kind neun Monate lang in mir getragen und es geboren habe, oder bin ich die Mutter, weil es genetisch von mir abstammt. Das ist schwer zu beantworten und ich finde, das uns dieser Film sehr gut gelungen ist, diese Ambivalenz zu zeigen.

Wie lang dauert eigentlich der Dreh von sechs neuen Episoden?
Ungefähr sechs bis sieben Monate. Mit kleinen Pausen.

Ist es für eine gute Serie auch wichtig, dass sie lustige Momente hat?
Das Leben ist alles. Tief und leicht zu gleich. Zum Lachen und Weinen. Wir versuchen ein großes Spektrum an Lebenslagen zu zeigen. Auch die Leichten, aber eben auch die Tragischen oder schweren.

Wie geht es in der neuen Staffel mit Lena und Rob weiter?
Ich sag nur einschalten 😀, denn es bleibt zwischen den Beiden spannend und vor allem machen sie gemeinsam eine große Entwicklung durch. Rob und Lena sind ein ungleiches Paar und genau das macht es so interessant. Wie schaffen sie es zusammen zu finden.

In den neuen Folgen nimmt auch ihre Serien-Mutter Eva eine wichtige Rolle ein. Wie wichtig sind die Geschichten rund um Lena und Eva?
Eva und Lena haben von Anfang an eine zentrale Rolle in bisher allen Folgen gespielt. Denn dieses Mutter-Tochter-Konstrukt ist sehr innig, aber eben auch aufreibend. Jeder weiß das, der mit seiner Mutter unter einem Dach wohnt. Die beiden vereint eine tiefe Verbundenheit, eine tiefe Liebe. Ich kann sagen, dass ich zu Eva Mattes mittlerweile neben freundschaftlichen, auch Gefühle wie zu einer Mutter entwickelt habe.

Das Thema Hebammen hat in den vergangenen Jahren neuen Aufwind bekommen. Sind solche Serien wie «Lena Lorenz» wichtig, damit der Beruf attraktiv bleibt?
Sicherlich. Das ist ein wunderbarer Beruf und einer, der nur mit größter Überzeugung gemacht werden kann. Hebamme sein heißt, ein eher ungemütliches Leben zu führen, jederzeit abrufbereit zu sein, nicht sehr gut bezahlt zu werden, viel zu arbeiten und auch emotional viel abzufedern. Es ist ein toller Beruf.

Sie haben seit ein paar Jahren eine Tochter zur Welt gebracht. Wie sieht das Thema Kinderbetreuung an Sets aus? Kommen die Produktionsfirmen Ihren Pflichten nach?
Ja sehr und dafür bin ich ebenfalls sehr demütig und dankbar. Das ist nämlich nicht die Regel und erst recht keine vertragliche Verpflichtung. Ziegler Film ist ein Unternehmen mit Frauen an der Spitze, Frauen und Müttern und ich bin ihnen dankbar, dass sie es mir ermöglichen diese Arbeit so sorgenfrei zu machen. Es ist leider in unserem Beruf nicht die Regel (wenn wir – wie so oft) nicht an unserem Heimatort drehen, dass wir keine Ahnung haben, wie das mit der Kinderbetreuung gehen soll. Ich höre von Kolleginnen die aufreibendsten Geschichten. Da braucht es ein anderes Bewusstsein für Arbeit und Mutterschaft. Aber die braucht es strukturell, da müssen die Sender mitmachen. Eine Produktionsfirma arbeitet im Auftrag eines Senders.

Sind Sie eigentlich nach der Geburt Ihres Kindes beruflich kürzer getreten?
Sagen wir ich bin sehr viel ausgewählter am Arbeiten und ich finde neue Wege meine Arbeit so zu gestalten, dass sie auch für die Familie, für unsere Tochter gut funktioniert. Mutter und Künstlerin sein ist vereinbar. Das denke ich, aber man wird viel fokussierter.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Das ZDF strahlt die neuen Folgen von «Lena Lorenz» am Donnerstagabend aus.

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