Der Erfinder von «Rick and Morty» kann der Comic-Verfilmung interessante Aspekte bringen, ein Hit wird das AppleTV+-Produkt aber nicht.
Seit einigen Jahren designt Nathan W. Pyle in seinen Comic-Reihen eine wunderschöne Parallelwelt: Er hat die Menschen durch einfache Aliens ersetzt und dabei auf zahlreiche Details verzichtet. Schuppen, Narben und Augenbrauen fehlen genauso wie Fremdwörter und Fachbegriffe. „Strange Planet: Das eigenartige Verhalten der Bewohner eines (nicht ganz so) fremden Planeten“ steht seit einigen Jahren in den Buchhandlungen des Landes. Inzwischen ist auch «Community»- und «Rick and Morty»-Mastermind Dan Harmon auf die Zeichnungen aufmerksam geworden.
Die zehnteilige Animationsserie von Harmon und Pyle feierte am 10. August 2023 bei AppleTV+ Premiere. Die Episoden bestehen aus verschiedenen Geschichten, die rund 19 bis 25 Minuten lang sind. Den Auftakt macht „Die Flugmaschine“, in der zunächst – im einem Crashkurs – die atemberaubende Welt der Mars-Menschen gezeigt wird. Das sieht nicht nur super aus, das schürt auch Hoffnungen auf mehr! Im Mittelpunkt der ersten Episode steht ein Komfortbeauftragter (Stewardess), die kleine Snacks verteilt und ein Gespräch mit Passagieren führt. Bereits mit der Konversation über die Band „Four Sensations“ wird klar, dass dies die Handlung beeinflussen wird.
Die Handlung der Pilotfolge ist zäh, die musikalischen Stücke dagegen recht gelungen. Doch so wirklich Freude will mit dem Schauen des Auftaktes nicht wirklich aufkommen. «Strange Planet» ist unglaublich anstrengend zu konsumieren, denn die zahlreichen Umschreibungen nehmen keine Pause. Szene für Szene folgen ausufernde Beschreibungen, sodass die Magie der Serie verpufft. Das mag für den Moment toll sein, bei einer 25minütigen Folge aber nicht. Die Story wird etwas zäh und gerät in den Hintergrund, weil man mit dem Zusammensetzen der Formulierungen beschäftigt ist. „Die Flugmaschine“ wird schließlich aufgrund eines schlechten Handlungskniffes gerettet, die „Four Sensations“ haben natürlich auch Anteil daran.
Schließlich spurt die Katze vor einem neuen Bewohner nicht, es kommt zu einem riesigen Chaos. Ein Waschbär bricht ebenfalls ein und schnappt sich Schokolade und es kommt zu einem Gerangel mit dem Stubentiger. Schließlich finden sich die beiden dennoch, eine herzreisende Geschichte – allerdings für eine Animations-Comedy reichlich unlustig. Vielleicht liegt es auch an der Vorlage, denn bei Comics jeglicher Art sitzt man auch nicht beim Lesen und ständig löst ein Schenkelklopfer den vorherigen ab.

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