Vermischtes

Warum werden Filme synchronisiert?

Für uns ist es heute Standard, dass man ins Kino geht, einen Streamingdienst aufruft oder Fernsehen schaut und alles versteht.

Unwichtig, ob der Film aus den USA, Großbritannien, Frankreich oder Japan stammt, die Sprache ist immer Deutsch. Natürlich werden diese Filme nicht in Deutsch aufgenommen, sondern es erfolgt nach deren Fertigstellung eine Synchronisation. Dabei ist es überraschend, dass synchronisierte Filme noch lange kein Standard sind. Viele andere Länder arbeiten lediglich mit Untertiteln, sodass Fremdsprachen beibehalten, aber übersetzt werden. Deutschland ist dahingehend anders, weshalb es auch als "Land der Synchronisierungen" bezeichnet wird.

Die vielen Vorteile einer Synchronisation


Kennt man fremdsprachige Filme nur mit Untertiteln, ist eine Synchronisation wie eine komplett neue Welt. Immerhin erhält jetzt jeder Schauspieler und jede Schauspielerin einen eigenen Sprecher/eine eigene Sprecherin – im besten Fall einen Native Speaker (Muttersprachler). Statt, dass man beim Film schauen dauernd auf den Untertitel blicken muss, genießt man einfach das Spektakel und kann sich entspannt zurücklehnen. Das ist der größte Vorteil einer Synchronisation und auch der Hauptgrund, weshalb in Deutschland beinahe alle Filme und Serien synchronisiert werden. Es ist deutlich entspannter für jeden Zuschauer, wenn er zuhören und alles verstehen kann, statt andauernd mitzulesen.

Was hat die Industrie davon?


Für Zuschauer sind die Entspannung und Leichtigkeit die größten Vorteile, doch für die Industrie hat die Synchronisation einen komplett anderen Grund. Dadurch, dass nun der Originalton durch eine neue Synchronisation ersetzt wird, kann die Sprache dem Zielmarkt angepasst werden. Ein gutes Beispiel für diese Anpassungen sind die alten Bud Spencer und Terence Hill Filme. Schaut man diese in der Originalsprache, geht viel des Charmes verloren. Für Deutschland wurde speziell die sogenannte "Schnoddersynchronisation" eingeführt. Der Fokus lag also deutlich mehr auf Humor und Wortwitze, statt dem teilweise ernsteren Ton der italienischen Fassung. Insofern schaut man zwar denselben Film, doch durch die individuelle Synchronisation hat jede Szene eine andere Bedeutung. Natürlich können auch andere Punkte nach Lust und Laune angepasst werden, sodass sie dem gewünschten Zielmarkt entsprechen.

Wie läuft die Synchronisation ab?


Die Synchronisation läuft in drei Schritten ab: Texte erstellen, Tonaufnahmen und danach der Schnitt. Als Erstes muss also jemand die Texte für den Film verfassen. Dabei wird sich an den Lippenbewegungen, dem Inhalt sowie dem gewünschten Zielmarkt orientiert. Insofern kann nicht Wort für Wort vom Original übernommen werden, sondern teilweise müssen komplette Sätze verändert werden. In der modernen Zeit wird aber immer mehr versucht, den Inhalt kaum zu verändern und nur in die gewünschte Sprache zu übersetzen, gleichzeitig aber auch die Lippenbewegungen miteinzubeziehen. Nur dadurch sieht es so aus, als hätte die Person den Text gerade selbst gesagt.

Nach dem Text schreiben folgen die Tonaufnahmen in einem professionellen Studio. Dafür kommen ausgebildete Synchronsprecher zum Einsatz. Gerade große Hollywoodstars haben häufig einen Stammsprecher oder eine Stammsprecherin, weshalb deren Stimme in beinah allen Filmen und Serien dieselbe ist. Nachdem die Aufnahmen abgeschlossen sind, folgt der letzte Schritt. Der Ton muss in den Film, sodass ein Editor mittels Schnittprogramm die Aufnahmen perfekt einfügt. Das ist oftmals der zeitaufwendigste Schritt, denn die Sprachaufnahmen müssen Millisekunden genau an die richtige Stelle im Film. Zugleich werden aber auch Effekte, Hintergrundgeräusche und Musik angepasst, damit jene weder die neue Tonaufnahme überlagern noch darin untergehen. All das zusammen macht die Synchronisation aus.

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