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Nemi El-Hassan darf «Quarks» vorerst nicht moderieren

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Der WDR kündigte nun eine „sorgfältige Prüfung“ des Sachverhalts an. El-Hassan hat 2014 an der Al-Quds-Demonstration teilgenommen.

Erst vor wenigen Tage hatte der Westdeutsche Rundfunk (WDR) mit Nemi El-Hassan eine von zwei Nachfolgerinnen für die zum ZDF abgewanderte Mai Thi Nguyen-Kim gefunden (Quotenmeter berichtete). El-Hassan, die auch für das ARD/ZDF-Jugendangebot funk arbeitet, sollte ihre neue Aufgabe im November angehen, doch daraus wird nun vorerst nichts, wie der WDR nun bestätigte.

Was war geschehen? 2014 hatte El-Hassan an der Al-Quds-Demonstration teilgenommen, wobei es in den vergangenen Jahren bei der jährlichen Demonstration zu antisemitischen Parolen gekommen war. Der WDR schreibt in einer Mitteilung: „Nemi El-Hassan hat uns in diesen Tagen über ihre Teilnahme an der Al-Quds-Demonstration im Jahr 2014 und weiteren Demos informiert. Dabei hat sie sich mittlerweile auch öffentlich deutlich davon distanziert. Sie positioniert sich klar gegen Antisemitismus und gegen Hass und Gewalt jeglicher Art und bezeichnet die Teilnahme als Fehler.“

„Keinesfalls habe ich während der Demo antisemitische Parolen von mir gegeben, noch Menschen jüdischen Glaubens körperlich angegriffen“, so im Jahr 1994 geborene El-Hassan, die auch beim umstrittenen funk-Format «Jäger und Sammler» vor der Kamera stand. Sie schrieb unter anderem für die Zeit, den Tagesspiegel und die TAZ. Während Ausschreitungen sei sie nicht zugegen gewesen, heißt es weiter, ihr sei es wichtig, sich gegen Hass und Gewalt zu positionieren. Ihr Anliegen sei gewesen, Solidarität mit Palästinenserinnen und Palästinensern auszudrücken.

Der WDR gab der Medizinjournalistin am Montag via Twitter zunächst Rückendeckung und schrieb, dass man sich im Austausch mit der Moderatorin befinde. Einen Tag später wurden diese Gespräche scheinbar abgeschlossen, mit der Folge, dass der WDR den geplanten Start der Moderation bei «Quarks» vorerst aussetzen werde. „Die Vorwürfe gegen sie wiegen schwer“, heißt es in einer Mitteilung des WDR. Ein endgültiges Aus für El-Hassan bedeutet die Aussetzung allerdings nicht. Weiter heißt es: „Es wiegt aber auch schwer, einer jungen Journalistin eine berufliche Entwicklung zu verwehren. Deshalb ist eine sorgfältige Prüfung geboten.“

Nemi El-Hassan habe versichert, „ihre Teilnahme an den in Frage stehenden Demonstrationen in der Vergangenheit zu bereuen und sich davon komplett abgewendet zu haben“. Der WDR teilte außerdem mit, dass man keinerlei Form von Antisemitismus dulde und die Al-Quds-Märsche und die Positionen, die dort vertreten werden, „auf das Schärfste“ verurteile.

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