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'Was im Leben ist schon ohne Risiko?' – ZDF wechselt Telenovela-Produzent

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«Lena – Liebe meines Lebens» startet: Am Starttag spricht Redaktionsleiterin Heike Hempel exklusiv bei Quotenmeter.de über die zuletzt schwachen Telenovela-Quoten und ihre Pläne mit dem neuen Format.

Hochspannung am Lerchenberg: Das ZDF startet am Montag die neue Telenovela «Lena – Liebes meines Leben» und damit auch das wohl wichtigste Daytimeprojekt des Jahres. Ein Produzentenwechsel sollte den Weg in eine etwas andere Richtung ebnen. Weder mit «Alisa» noch mit «Hanna» gelang es der Grundy Ufa zuletzt auf die gewünschten Einschaltquoten zu kommen, da half es auch nichts, dass sich das am Freitag zu Ende gegangene «Hanna» bei den 14- bis 49-Jährigen etwas steigern konnte. Heike Hempel, Leiterin der Hauptredaktion Unterhaltung Wort, sagte zu Quotenmeter.de: „Wir liegen mit 6,19 Prozent Marktanteil unter dem Senderschnitt bei den 14- bis 49-Jährigen und bei den 30- bis 59-Jährigen ebenfalls deutlich darunter“. Genau diese Zuschauergruppen soll «Lena» nun vermehrt erreichen; das wissen auch die Prozenten von Wiedemann & Berg Television. Die Firma ist ein Joint Venture von Endemol, die neue Serie stammt aus der Endemol-Welt.

Genau die Geschichte war es letztlich auch, die den Ausschlag für das ZDF gab: „Uns hat die Möglichkeit gereizt, ein erfolgreiches lateinamerikanisches Telenovela-Format ("Don Juan y su bella dama") zu adaptieren. Angeboten hat uns dieses Format die Endemol, die international sehr erfolgreich im Telenovelageschäft tätig ist.“ Das ZDF sendet fortan also erstmals keine eigens entwickelte Geschichte, sondern eine Adaption eines ausländischen Formats. „Die Zuschauer und Zuschauerinnen erwarten von uns werktäglich um 16:15 Uhr romantische, packende und moderne Telenovelaunterhaltung“ – der Anbieter sei den Zuschauern dabei egal, so Hempel.

Dennoch: Dass man Grundy Ufa nach sechs Jahren nicht weiter beauftragte, ist ein deutliches Zeichen. Mit der Kölner Firma wolle das ZDF an der ein oder anderen Stelle weiterarbeiten, heißt es aus Mainz. Bei «Lena» ist Heike Hempel vor allem die „Drei-Generationen“-Komponente wichtig. Stärker als bei «Alisa» (Foto) komme diese in der neuen Serie zum Tragen. „Wir erzählen von der Tochter als Heldin, aber auch von ihrer Mutter, deren Kinder nun aus dem Haus gehen, und von einer Großmutter die ins Altersheim abgeschoben werden soll.“ Wie auch die Produzenten selbst sagten, sei die Telenovela extrem dicht erzählt und soll auch mit einem mit der Liebesgeschichte stark verwobenen, tragischen Krimiplot punkten.

„Dieser Krimianteil ist wesentlich höher als bei allen genannten und bekannten Telenovelas. Gleichzeitig setzten wir mit «Lena» ein neues Thema in der Telenovela: nämlich die Musik.Wir erzählen mit «Lena» den Traum, den viele junge Frauen träumen: Eine Kariere als Sängerin zu machen und diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen,“ erklärt Heike Hempel. Genau diese Geschichte dürfte es sein, die das Format für die Generation unterhalb der 30 Jahre spannend macht.

Die Arbeiten an «Lena» laufen bisher seit drei Wochen, erste Pressetrailer sehen recht vielversprechend aus. Dennoch: Ganz ohne Risiko ist ein Wechsel des Produzenten nicht. Obwohl sich Wiedemann & Berg erfahrene Leute an Bord geholt haben, es ist die erste serielle Produktion der Firma – und pro Tag müssen nun 45 Minuten sendefähiges Material entstehen. „Welcher Schritt im Leben ist ohne Risiko“ antwortet Hempel – und weist auf die große Erfahrung des Teams hin, das eine ganz besondere Konstellation hat. „Auf der einen Seite also ein international aufgestellter Konzern und auf der anderen Seite zwei sehr umtriebige und kluge oscargekrönte Kino- und Fernsehproduzenten. Das ist sicherlich eine ungewöhnliche, aber auch spannende Kombination“, sagt die ZDF-Redakteurin.

Auch wenn das Ziel eine Steigerung der Quoten ist, so dürfte beim ZDF vielen klar sein, dass das zunächst auch in die andere Richtung gehen kann. Nach dem Ende einer Erzählwelt wenden sich viele Zuschauer für einige Zeit ab. So ist es durchaus möglich, dass «Lena» zunächst unterhalb der «Hanna»-Werte liegt. Auch deshalb wollten sich in den Gesprächen mit Quotenmeter.de weder Produzenten noch Heike Hempel in Sachen Quotenerwartung genauer äußern. „Erstmal haben wir daran gearbeitet, eine gute Serie hin zu kriegen. Das ist immer noch die beste Voraussetzung für eine gute Quote“, sagte sie. Und so wird der Dienstagmorgen sowohl am Set als auch am Lerchenberg in Mainz noch spannender werden als der Montagnachmittag.

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