Die Zeiterfassung ist ein sehr wichtiges Werkzeug, das nicht für Arbeitgeber zahlreiche Vorteile mit sich bringt. Was viele nicht wissen: Die Zeiterfassung ist für Arbeitnehmer sogar verpflichtend, damit unter anderem eine faire Vergütung und die Einhaltung von Arbeitsschutzgesetzen sichergestellt werden können. Aber was macht die Erfassung der geleisteten Arbeitsstunden sonst noch so wichtig?
Die Vorteile für Arbeitgeber
Für die Arbeitgeber liegen die Vorteile der Zeiterfassung auf der Hand: Sie erleichtert die Kontrolle der Arbeitskräfte und stellt unter anderem sicher, dass die Arbeitszeit korrekt dokumentiert werden kann. Das ist zum Beispiel für die Lohn- und Gehaltsabrechnung wichtig. Außerdem können die festgehaltenen Daten dabei helfen, wenn Urlaubs- oder Ausfallzeiten verwaltet werden sollen. Nicht zuletzt lässt sich mit der Arbeitszeiterfassung die Effizienz des Unternehmens steigern, da unnötige Prozesse identifiziert und letztendlich eliminiert werden können. Hinzu kommt, dass man mit der Zeit besser einschätzen kann, wie viel Zeit für bestimmte Aufgaben benötigt wird, wodurch man den Workload besser planen kann.
Zeiterfassung und Vertauensarbeitszeit - ein Widerspruch?
Mittlerweile setzen viele Unternehmen auf die sogenannte Vertrauensarbeitszeit, was unter anderem der Entlastung der Arbeitnehmer dienen soll. Allerdings darf man auch in diesem Fall nicht auf die Erfassung der Arbeitszeit verzichten. Dies wurde bereits 2019 vom Europäischen Gerichtshof entschieden und liegt in erster Linie daran, dass ansonsten Raum für Missbrauch entstünde - zum Beispiel durch nicht dokumentierte Überstunden, die den Mitarbeitern letztendlich nicht angerechnet werden. Außerdem können die Ruhezeiten ohne Zeiterfassung nicht eindeutig eingehalten werden. Insofern gilt: Arbeitsstunden müssen in jedem Fall dokumentiert werden.
Die Vorteile für Arbeitnehmer
Wie bereits erwähnt, profitieren auch Arbeitnehmer in einem nicht zu unterschätzenden Umfang von der Zeiterfassung bei der Arbeit. Arbeitnehmer können sich zum Beispiel sicher sein, dass sie für ihre geleistete Arbeit den ihnen zustehenden Lohn erhalten, was insbesondere im Fall von eventuell geleisteten Überstunden von Vorteil ist. Außerdem werden die Regelungen des Arbeitszeitgesetzes effektiv eingehalten, sodass man sich keine Sorgen um Ruhepausen oder Höchstarbeitszeiten machen muss. Da man sich nicht immer auf das eigene Zeitgefühl verlassen kann, ist es durchaus sinnvoll, auf entsprechende Lösungen zu setzen (zum Beispiel Software oder klassische Stoppuhren). Das reduziert auch den Aufwand für die Mitarbeiter.
Wie funktioniert die Zeiterfassung im Homeoffice?
In den letzten Jahren wurden immer mehr Berufe ins Homeoffice verlagert, da eine Anwesenheit vor Ort schlichtweg nicht erforderlich ist. Vor allem Arbeitnehmer mit Familien schätzen diese Entwicklung sehr. Allerdings wirft das Konzept Fragen auf - wie sieht es hier mit der korrekten Zeiterfassung aus? Tatsächlich ist das zumindest momentan nicht wirklich offiziell entschieden worden. Zwar ist ein Gesetz in Entwicklung, nach dem Arbeitnehmer mindestens 24 Tage im Jahr für mobile Arbeit erhalten sollen, allerdings enthält dieser Entwurf noch keine konkrete Möglichkeit für die Zeiterfassung. Trotzdem soll die Dokumentation der Zeit Pflicht sein, wobei zum Beispiel Software zum Einsatz kommen könnte.
In der heutigen Zeit ist es unerlässlich, die Arbeitszeit der Mitarbeiter in einem Unternehmen zu erfassen - nicht zuletzt aufgrund der hierzulande geltenden Vorschriften. Dass die Zeiterfassung durchaus sinnvoll ist, beweisen die vielen Vorteile für Arbeitgeber. Allerdings sollten auch Arbeitnehmer nicht vor entsprechenden Maßnahmen zurückschrecken und diese als unnötige Kontrolle ansehen. Schließlich stellt die Zeiterfassung durch ihre Genauigkeit unter anderem einen leistungsgerechten Lohn sicher. Auch die gesetzlichen Vorgaben im Hinblick auf die Ruhezeit und Gesamtarbeitszeit werden durch die Zeiterfassung ausreichend berücksichtigt. Wie es mit der Arbeitszeiterfassung im Homeoffice zukünftig aussehen wird, bleibt jedoch noch abzuwarten.




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