Wochenquotencheck

«Krempel» beschert RTL II Hoffnungsschimmer, Katzenberger enttäuscht

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Mit dem neuesten Anlauf, am Nachmittag endlich für frischen Wind zu sorgen, fuhr der Privatsender einmal mehr überwiegend schlecht. Zumindest «Dein Krempel oder ich!» war aber kein Totalausfall.

In diesen Wochen gleicht das Nachmittagsprogramm von RTL II einer Wundertüte, in der permanent ein neues Goodie zu finden ist - das allerdings eher die Halbwertszeit und die Substanz eines durchschnittlichen Wahlversprechens von Donald Trump besitzt. Was gab es denn in dieser Woche wieder Neues? Zum einen um 15 Uhr die neue Dokusoap «Dein Krempel oder ich», die eigentlich erst eine Woche später hätte starten sollen, aber nach dem desolaten Abschneiden des «Trödel-Duells» vorgezogen wurde, um eben auch zusammen mit dem neuen 16-Uhr-Format «3 Boxen, dein Style» debütieren zu können. Doch nicht etwa der neueste Versuch, mit Aaron Troschke und Trödelexpertin Johanna Schultz das Trödelfieber neu aufleben zu lassen, geriet zum großen Rohrkrepierer, sondern viel mehr die namhaft besetzte Makeover-Show mit Daniela Katzenberger.

Diese Tendenz deutete sich bereits am Montag an, als die neue Krempel-Show immerhin 0,21 Millionen Zuschauer und 1,7 Prozent Marktanteil verzeichnete, bevor Daniela Katzenberger mit ihrem neuen Format auf 0,17 Millionen und 1,3 Prozent zurückfiel. Schlecht lief es in Anbetracht dieser Zahlen aber ohnehin einmal mehr hüben wie drüben, immerhin liegt der RTL-II-Senderschnitt bei gut drei Prozent. In der werberelevanten Zielgruppe wiederum konnten die Programmverantwortlichen zumindest schüchterne Hoffnungen in die Neustarts setzen, denn mit 4,4 und 4,0 Prozent bei maximal 0,14 Millionen lagen sie "nur" rund einen Prozentpunkt unterhalb der Norm. Mehr hatten die zahlreichen vorherigen Versuche, am Nachmittag auf einen grünen Zweig zu kommen, auch nicht erreicht.

Am Dienstag ging die Kluft zwischen Troschke und der "Katze" nochmal deutlich weiter auf, denn nach 0,23 Millionen und immerhin 1,8 Prozent zu früherer Stunde wurden die Werte im Anschluss nahezu halbiert - genauer gesagt waren nur noch 0,13 Millionen und geradezu desolate 1,0 Prozent drin. Eine noch deutlichere Differenz tat sich in der besonders stark umworbenen Zielgruppe auf, wo zunächst 0,18 Millionen mit bemerkenswert ordentlichen 5,4 Prozent verbunden waren, bevor im Anschluss reichlich miese 2,6 Prozent bei 0,08 Millionen hingenommen werden mussten. An Tag drei erfolgte dann wieder eine kleine Annäherung, denn während die neue Trödel-Helpshow auf mäßige 4,5 Prozent zurückfiel, verbesserte sich die anschließende Sendung zumindest wieder leicht auf 3,2 Prozent.

Doch falls sich im Zuge dessen irgendein Produzent des neuen Katzenberger-Projekts ernsthafte Hoffnungen auf eine nachhaltige Verbesserung der Werte gemacht haben sollte, wurde dieser am Donnerstag au besonders deutliche Art und Weise mit der knallharten Realität konfrontiert: Nur noch 0,07 Millionen Menschen sahen die vierte Ausgabe, davon waren 0,04 Millionen innerhalb der klassischen werberelevanten Zielgruppe - mit 0,6 und 1,3 Prozent fielen die Marktanteile endgültig indiskutabel aus. Aber auch um 15 Uhr wurden mit 1,2 und 3,6 Prozent bei 0,14 Millionen die bis dato klar schwächsten Werte erzielt. Am Freitag kehrten sich dann die Verhältnisse etwas überraschend erstmals um, diesmal fiel der «Krempel» mit ganz schwachen 0,9 und 2,9 Prozent bei 0,11 Millionen allzu deutlich durch, bevor die Katzenberger-Sendung danach auf deutlich formverbesserte 1,5 und 3,7 Prozent bei 0,20 Millionen gelangte.

Alles in allem liegen nach einer Woche beide neuen Sendungen in beiden Konsumentengruppen relativ deutlich im roten Bereich. Während sich «Dein Krempel oder ich!»  mit knapp 0,2 Millionen Fernsehenden aber noch auf einem Niveau einfindet, das schon alleine deshalb akzeptabel anmutet, weil der Privatsender seit Monaten auf dem 15-Uhr-Slot nicht wirklich mehr zu bieten hatte, verschlimmerte «3 Boxen, dein Style» mit nur etwa 0,15 Millionen im Schnitt die Lage um 16 Uhr sogar noch ein wenig. Ähnlich sieht es in der werberelevanten Zielgruppe aus, wo die frühere Sendung mit etwas mehr als vier Prozent eine Auftaktwoche hinlegte, die zumindest schüchtern in Richtung Senderschnitt schielen lässt, während selbst dieser devote Blick für das anschließende Format angesichts vor rund drei Prozent im Mittel realitätsfern anmutet. Mit anderen Worten: Die neue Makeover-Show mit Daniela Katzenberger bewirbt sich schon jetzt eifrig um den Fernsehfriedhof.

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