Sportcheck

Was plant Eurosport mit der Bundesliga?

von   |  1 Kommentar

Eurosport ist der neue Player im Bundesliga-Live-Fußball. Doch was plant Discovery? Wo - und vor allem wie - ist die Bundesliga nächste Saison bei Eurosport zu sehen? Das und mehr im neuen SportCheck!

Bundesliga bei Eurosport nur im Stream?


Highlights der kommenden Woche

  • Täglich: Tennis, Wimbledon (Sky Sport)
  • Täglich: Radsport, Tour de France (Eurosport)
  • Montag, 17.45 Uhr: Fußball, U19 EM Deutschland - Niederlande (Eurosport)
  • Donnerstag, 17.45 Uhr: Fußball, U19 EM Deutschland - Bulgarien (Eurosport)
  • Sonntag, 14 Uhr: Formel 1, Großer Preis von Österreich (RTL & Sky Sport)
  • Sonntag, 17.45 Uhr: Fußball, U19 EM Deutschland - England (Eurosport)
Dass Eurosport ab der neuen Saison Bundesliga live zeigen darf, dürfte zwischenzeitlich so ziemlich jeder wissen. Gerade nach dem öffentlichkeitswirksamen Krawall zwischen Sky und Eurosport, der letzte Woche in einer Einstweiligen Verfügung wegen angeblich irreführender Werbung gipfelte, die Eurosport gegen Sky erwirkte, gerät der Fokus auf den neuen Bundesliga-Sender.
Viele Fragen sind aber noch offen.

Was klar ist: Eurosport hat von der DFL das Paket A erworben. Dies beinhaltet insbesondere die Freitagsspiele der 1. Liga sowie insgesamt zehn Spiele am Sonntag Mittag und Montag Abend - die Ausweichsspiele, wenn die Bundesligisten Donnerstags in der Europa League antreten müssen.

Vollig unklar war bisher, wo die Spiele zu sehen sein würden. Direkt nach der Rechtevergabe veröffentlichte Eurosport ein Jubelvideo, in dem man sich über den Rechteerwerb freute - und in dem explizit von einer Ausstrahlung bei Eurosport 2 die Rede war. Noch jetzt findet sich auf der Website eine Meldung aus dem Juni 2016, in der die Rede davon ist, dass die Spiele "live und exklusiv auf [den] Pay-Plattformen (Eurosport 2 und Eurosport Player)" präsentiert werden. Nicht nur deshalb gab es bei vielen Fußball-Fans die Hoffnung, dass man ohne ein weiteres Abo weiterhin alle Spiele werde sehen können - ist doch Eurosport 2 z.B. bei Sky über Satellit und in den Paketen diverser Kabelanbieter bereits enthalten.

In der letzten Woche zerschlugen sich diese Hoffnungen. Eurosport veröffentlichte eine Erklärung, dass die Spiel zum Saisonstart exklusiv im Eurosport Player zu sehen sein würden. Passend dazu gibt es ein Jahresabo-Angebot, dass man ein Jahr lang den Eurosport Player inklusive Bundesliga für 29,99 € bekommt.

Bei der Ausschreibung der Pakete A bis G werden Ligaverband und DFL folgende Verwertungsverpflichtungen für erfolgreiche Bieter vorsehen:
3.7.1 Die Erwerber von Audiovisuellen Verwertungs-rechten müssen mindestens drei der folgenden Verbreitungswege nutzen: (1.) Satellit, (2.) Terrestrik, (3.) Kabel/IPTV, (4.) Web-TV, (5.) Mobile TV.
3.7.2 Von den drei Verbreitungswegen gemäß Ziffer 3.7.1 müssen entweder Web-TV oder Mobile TV genutzt werden.
Beschluss des BKartA vom 11. April 2016 (Auszug)
Doch wird es bei einer exklusiven Streamlösung bleiben? Gibt es vielleicht nicht doch noch eine Einigung, so dass die Spiele doch auch im linearen, klassischen TV zu sehen sein werden? Viele - gerade ältere Leute - haben immer noch Hemmungen, Streamangebote zu nutzen. Und auch so mancher jüngere Fan hat Vorbehalte gegen Streams, da diese instabil sein können, vor allem aber es technisch unvermeidbare Verzögerungen des Livebilds von manchmal einer Minute und mehr gibt.

Gerne werden hier die Vorschriften der DFL im Rahmen der Rechtevergabe erwähnt. Schaut man sich die Verwertungspflichten der DFL an, die man vom Kartellamt ins Stammbuch geschrieben bekommen hat, so kommt man zu dem Ergebnis, dass eine Auswertung nur über den Eurosport Player die Vorschriften der DFL nicht erfüllt. Man braucht also zusätzlich noch eine lineare Verwertung. Doch was ist die Konsequenz, wenn Eurosport sich bis zum Saisonstart nicht mit Sky oder dem ein oder anderen Kabelnetzbetreiber einigt? Es ist nicht zu erwarten, dass die DFL bereits zu Beginn der neuen Rechteperiode einen Streit mit Eurosport vom Zaun bricht - vor allem, da es ja dann doch "nur" um eine Handvoll Spiele geht. Die Fronten zwischen Sky und Eurosport scheinen zudem verhärtet, weshalb zumindest zwischen diesen beiden Partnern mit einer kurzfristigen Einigung nicht zu rechnen ist - auch wenn Eurosport versucht, durch die Einstweilige Verfügung und die öffentlichen Kommentare hierzu den Druck auf Sky zu erhöhen. Man muss daher derzeit davon ausgehen, dass es die Eurosport-Spiele zunächst wirklich nur im Internet gibt.

Ebenfalls interessant ist das Sendekonzept, dass Eurosport sich für die Bundesliga ausgedacht hat. Die Bundesliga startet mit einer wöchentlichen Vorschausendung namens «Thank God It's Matchday». Zudem gibt es drei Highlightsendungen über den Spieltag verteilt und insgesamt zwei Talkshows. Einer dieser Talks dürfte der bisherige «Kicker-Talk» sein, der aufgrund Marco Hagemanns Verpflichtungen für RTL Nitro am Montag Abend wohl den Sendeplatz wechselt. Geht man in direkte Konkurrenz zu «Sky 90» auf den Sonntag? Wählt man den Dienstag und kann somit auch noch über das Montagsspiel reden? Der weitere ist dem Vernehmen nach die Vorschausendung «Thank God It's Matchday». Was hat es mit den Highlightsendungen auf sich? Was viele vergessen: Sowohl Sky als auch Eurosport haben das Recht, im Pay-TV auch von den Spielen Zusammenfassungen zu zeigen, die man nicht Live zeigen darf. Das heißt: Direkt nach Abpfiff der Spiele wird es nicht nur «Alle Spiele, Alle Tore» bei Sky geben, sondern auch eine vergleichbare Sendung im Eurosport Player. Das Freitagsspiel dagegen wird auch bei Sky Sport direkt nach Abpfiff in einer Zusammenfassung zu sehen sein - aber eben nicht live.

Auf der personellen Seite ist bisher alles bekannt: Jan Henkel wird moderieren, Matthias Sammer ist der Experte, Marco Hagemann und Matthias Stach wechseln sich als Kommentatoren ab. Als Field Reporter agiert Wolfgang Nadvornik.

Confed Cup nochmals mit guten Quoten zum Abschluss


Deutschland kann sich zum ersten Mal Confed-Cup-Sieger nennen. Im Finale gegen Chile gab es - obwohl man nur mit einer Perspektivmannschaft ohne die ganz großen Stars wie Neuer, Müller & Co. angetreten ist - einen 1-0-Erfolg. Erfolg zieht naturgemäß Zuschauer an.
Schon im Halbfinale gegen Mexiko am Donnerstag schauten 11,37 Millionen Zuschauer ab drei Jahren zu. Diese Zahl wurde dann im Finale nochmals getoppt. Die Vorberichte schauten schon starke 10,26 Millionen Zuschauer (Gesamtmarktanteil 34,1%) im ZDF. Das Spiel wurde dann von 14,69 Mio Zuschauern verfolgt - 42,7 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum und damit klarer Sieger am Sonntagabend.

Das Spiel um Platz 3 zwischen Portugal und Mexiko am Nachmittag, welches der Europameister in der Verlängerung für sich entscheiden konnte, holte dem ZDF 2,55 Millionen Zuschauer (16,8% Marktanteil).

Kurz notiert: U21-EM, Tennis und MotoGP


Das Finale der U21-EM am Freitag im ZDF zwischen Deutschland und Spanien, das die DFB-Junioren überraschend souverän für sich entscheiden konnten, überstrahlte an diesem Tag alles. Starke 8,71 Mio Zuschauer schalteten ein, wie das Team um Trainer Stefan Kuntz die Auswahl von der iberischen Halbinsel mit 1-0 bezwang - ein Ergebnis, das viele Experten nicht vorausgesagt haben. Spanien ging als klarer Favorit ins Turnier, bewies dies auch in den Gruppenspielen und erst Recht im Halbfinale gegen Italien. Vom Star des Turniers, dem Spanier Saul Niguez, der inzwischen von seinem Verein Atletico Madrid mit einem Neunjahresvertrag (!) ausgestattet wurde, sah man dann im Finale nichts mehr.

Ab heute startet Wimbledon - letzte Woche gab es die letzten Vorbereitungsturniere zu sehen. Eurosport zeigte das Aegon International Turnier aus Eastborne. Im Finale schlug der Serbe Novak Djokovic den Franzosen Gael Monfils 6-3, 6-4 in nur 76 Minuten. Das Finale gab es am Samstag nur im Pay-TV auf Eurosport 2 zu sehen.

Die Halbfinals am Freitag zwischen Djokovic und Medvedev sowie Gasquet und Monfils sahen 120.000 Zuschauer ab drei Jahren bei Eurosport. Bei den Viertelfinals stachen die Matches zwischen Djokovic und Young (100.000 Zuschauer) und Johnson gegen Fabbiano (70.000 Zuschauer) heraus.

Ein weiteres Highlight am Wochenende war die MotoGP, die in Deutschland Station machte. Das Qualifying zur MotoGP sahen am Samstag 300.000 Zuschauer bei Eurosport, das zur Moto2 auch gute 260.000 Zuschauer ab drei Jahren. Das Rennen der MotoGP am Sonntag sahen dann starke 620.000 Zuschauer und bescherten Eurosport einen Marktanteil von 4,2 Prozent beim Gesamtpublikum. In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen sah es mit 270.000 Zuschauern und einem Marktanteil von 5,5 Prozent sogar noch etwas besser aus.

Kurz-URL: qmde.de/94150
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Sentinel2003
03.07.2017 11:56 Uhr 1
Das liest sich echt so, als ob EUROSPORT weiterhin die Buli noch immrer feiert plus den knallharten Streit mit Sky, als sich damit zu beschäftigen, wie sie die Buli eigentlich ausstrahlen.

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