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«Deutschland 83»

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Die achtteilige Serie vollbrachte das Kunststück, sowohl RTL, als auch die Kritiker zu überzeugen – nur, um dann am Publikum zu scheitern.

RTL hatte einigen Aufwand betrieben, um sich zu versichern, dass «Deutschland 83», ausgestrahlt in den vier Wochen vor den Weihnachtsfeiertagen, nicht zum Flop geraten würde – fehlende Werbung ist zumindest nicht dafür ursächlich, dass am bitteren Ende der Produktions- und Ausstrahlungsgeschichte der Serie nur Verlierer im Ring stehen. Der Privatsender nahm im Vorfeld nicht nur Geld in die Hand, sondern geizte auch nicht mit einem ordentlichen Platz im Programm. Dass die Geduld der Zuschauer die Premiere nicht überlebt hat ist bitter für die Macher des Formats, die Verantwortlichen von RTL – und, das wiegt vermutlich am Schwersten, das Qualitätsfernsehen an sich.

RTL programmierte «Deutschland 83» ab dem 26. November am Donnerstagabend zu Beginn der Primetime, wobei jeweils zwei der rund einstündigen Folgen am Stück gezeigt wurden. Die Ausstrahlung im wöchentlichen Rhythmus wurde bis zum 17. Dezember fortgesetzt.

Zur Premiere schalteten zunächst 3,19 Millionen aus dem Gesamtpublikum ein, die einem Marktanteil von 9,9 Prozent entsprachen. Damit wurde der Senderschnitt zwar leicht verfehlt, in der für RTL aber weitaus bedeutenderen Zielgruppe nahm die Serie dieser Hürde mit Leichtigkeit.

1,74 Millionen im Alter zwischen 14 und 49 Jahren generierten hier 15,7 Prozent. Damit startete «Deutschland 83» mit guten Zahlen, die dem im Vorfeld betriebenen Aufwand seitens RTL Rechnung trugen. Rund eine Stunde später wurden einige Marktanteile verloren, als mit der geringeren Zahl an Werberelevanten von 1,60 Millionen auch die Einschaltquote auf 14,1 Prozent sank. Insgesamt verfolgten 2,86 Millionen und 9,0 Prozent die zweite Folge des Abends. Sieben Tage später fiel das Zuschauerinteresse so gering aus, dass eine Erholung der Werte in unerreichbare Ferne rückte: Nur 2,05 Millionen und 6,7 Prozent – und damit ein Drittel weniger als zum Auftakt – schalteten RTL ein, bei den Jungen kam «Deutschland 83» ab 20.15 Uhr auf 1,12 Millionen und 10,8 Prozent. Die vierte Folge des Formats sprach ähnlich schwache 1,96 Millionen und 6,5 Prozent insgesamt an, bei den Werberelevanten wurde ein einstelliges Ergebnis bei 1,09 Millionen und 10,1 Prozent nur knapp vermieden.

Letzte Gewissheit ob des Flops brachte die dritte Ausstrahlungswoche, als nicht mehr als 1,69 Millionen und 5,4 Prozent aus dem Gesamtpublikum zur Fernbedienung griffen, um das Programm von RTL anzuwählen. Mit 1,02 Millionen und 9,2 Prozent sank auch die Sehbeteiligung bei den 14- bis 49-Jährigen. Dem entsprechend wurden auch ab 21.15 Uhr nur 1,67 Millionen und 5,5 Prozent bei allen Fernsehenden sowie 1,01 Millionen und 9,1 Prozent bei den Werberelevanten gemessen. Das am 17. Dezember gezeigte Finale rutschte nicht weiter ab, was angesichts der ohnehin schon verheerenden Werte aber kaum tröstend gewirkt haben dürfte. 1,72 Millionen insgesamt sahen die erste, 1,63 Millionen die zweite Folge des Abends, woraus 5,6 bzw. 5,3 Prozent resultierten. Aus der Zielgruppe schalteten zunächst 0,98 Millionen und 9,0 Prozent ein, kurz darauf besiegelten magere 0,92 Millionen ein Staffeltief von 8,1 Prozent.

Im Durchschnitt sahen 2,10 Millionen und 6,7 Prozent aus dem Gesamtpublikum die erste Staffel von «Deutschland 83». Bei den Werberelevanten wurden 1,19 Millionen gemessen, die 10,8 Prozent generierten. Der Marktanteil von RTL lag in der vergangenen TV-Saison bei 10,2 Prozent insgesamt sowie 13,4 Prozent in der Zielgruppe. Beide Werte hat die Serie deutlich verfehlt – und das, obwohl RTL in den vergangenen Jahren ohnehin viele Zuschauer verloren hat. Mindestens die Zahlen des Auftakts hätte «Deutschland 83» wohl halten müssen, um die Chance einer Fortsetzung in realistische Nähe zu rücken. Nun muss sich das Format bereits geadelt fühlen, wenn es im Archiv verstauben darf, anstatt direkt im Giftschrank weggeschlossen zu werden.

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