Quotencheck

«Eins gegen Eins»

von

In der zweiten Hälfte der vierten Staffel konnte sich der Gesellschafts-Talk nicht weiter steigern.

Zielgruppenmarktanteile der ersten Staffelhälfte

  • 07. Mai 2013: 8,8%
  • 14. Mai 2013: 8,1%
  • 21. Mai 2013: 5,9%
  • 28. Mai 2013: 7,0%
  • 04. Juni 2013: 5,8%
  • 11. Juni 2013: 8,2%
  • 18. Juni 2013: 3,5%
  • 25. Juni 2013: 4,6%
  • 02. Juli 2013: 7,5%
«Eins gegen Eins» ist das Paradebeispiel dafür, wie sich Sendungen steigern können, wenn man ihnen das nötige Vertrauen schenkt. Ein Polit/Gesellschafts-Talk im Privatfernsehen kam schon ungewöhnlich genug daher, als die Sendung 2011 bei Sat.1 debütierte. Doch Sat.1 schenkte dem Format sein vollstes Vertrauen und verlängerte Staffel um Staffel, obwohl das Format stets deutlich unterhalb des Senderschnitts lief.

Im Wahljahr 2013 verzeichnete die erste Episode der neuesten Staffel am 7. Mai gleich Rekordwerte von 7,3 Prozent bei allen und 8,8 Prozent in der Zielgruppe. Wöchentlich war die Show bis zum 2. Juli zu sehen und verdeutlichte einmal mehr den quotentechnischen Aufwärtstrend der vorherigen Jahre, wenn auch auf niedrigem Niveau. Angesichts der 2013 anstehenden Bundestagswahl am 22. September war anzunehmen, dass sich die Sendung ab ihrer Rückkehr am 20. August weiter steigern würde. Doch die Hoffnungen der Sat.1-Verantwortlichen erfüllten sich nicht.

Die bereits erwähnte, erste Episode nach der eineinhalbmonatigen Sommerpause befasste sich thematisch mit dem Fehltritt von Uli Hoeneß und dessen Konsequenzen, ein Thema das in den Medien heftig diskutiert wurde, womit anzunehmen war, dass sich auch viele Fernsehende für die Diskussion interessieren. Dem war nicht so: 0,67 Millionen Zuschauer schalteten am, seit dieser Staffel neuen, Dienstagssendeplatz, gegen 23.15 Uhr, Sat.1 ein. 6,2 Prozent der 14- bis 49-Jährigen waren in diesem Publikum vertreten, womit der Marktanteil selbst für «Eins gegen EIns»-Verhältnisse eher Durchschnitt war.

Eine Woche später sanken die Marktanteile von «Eins gegen Eins» auf 4,4 Prozent bei allen und 4,7 Prozent bei den jungen Zuschauern herab. Nur die Episode über die NSA-Affäre am 18. Juni 2013 lief in Staffel vier bis zu diesem Zeitpunkt schlechter (ab 3: 3,2%, 14-49: 3,5% ) - die Gesamtzuseherschaft belief sich auf 490.000 Menschen. Für die Flüchtlingsthematik, welche am 3. September diskutiert wurde, interessierten sich zwar wieder mehr Zuschauer aller Altersgruppen (5,4 %), allerdings gab die viel wichtigere Quote bei den werberelevanten Zusehern auf 4,5 Prozent ab.

In der Folgewoche stürzte «Eins gegen Eins» bei den Jungen sogar auf insdiskutable 3,6 Prozent, als 0,48 Millionen Menschen dem Talk beiwohnten. Deutlich besser sah es ab 23.35 Uhr am 17. September, unmittelbar vor der Bundestagswahl 2013, aus, als es darum ging, ob Angela Merkel Bundeskanzlerin bleiben soll. Zwar belief sich der Gesamtmarktanteil mit 480.000 Zuschauern immer noch auf miese 4,8 Prozent, dafür ging es beim umworbenen Publikum mit 6,7 Prozent wieder deutlich aufwärts. Auch die zwei Ausgaben nach der Wahl hielten sich auf ähnlichem Niveau:

"Deutschland nach der Wahl: Regieren die Politiker an uns vorbei?" kam bei einem Gesamtpublikum von 520.000 Menschen auf 7,0 Prozent in der Zielgruppe. Dies sollte für die zweite Hälfte der vierten Staffel der beste Wert bei den 14- bis 49-Jährigen bleiben, dabei nahmen vier Ausgaben der ersten Hälfte diese Hürde, wobei drei davon sogar über acht Prozent lagen. Am 1. Oktober ließen sich 6,9 Prozent der Jüngeren vom Talk unterhalten, der Gesamtmarktanteil von 6,0 Prozent wurde in der zweiten Staffelhälfte nicht mehr überboten.

In den verbleibenden Ausstrahlungen gelang es dem Gesellschafts-Talk nicht einmal mehr zu über fünf Prozent bei den für die Werbewirtschaft wichtigen Zuschauern zu gelangen, die letzten drei Ausgaben kamen bei den Menschen ab drei Jahren jeweils auf nur etwa vier Prozent. Am 8. Oktober verzeichnete das Format 4,5 Prozent, eine Woche später nur 4,4 Prozent. Die beiden letzten Episoden kamen bei einem Gesamtpublikum von 0,42 Millionen, beziehungsweise 0,46 Millionen zu 4,6 und 4,8 Prozent.

Die zweite Hälfte der vierten «Eins gegen Eins»-Staffel stellte einen deutlichen Quotenverlust im Vergleich zu den ersten neun Episoden dar, der kaum zu erklären ist. Die Bundestagswahl lieferte sowohl Gesprächsstoff als auch interessierte Fernsehende. Diese entschieden sich allerdings kaum für «Eins gegen Eins», dessen Episodenzahl von 20 Folgen in dieser Staffel wohl auch deutlich zu lang war. Bei allen Zuschauern kam die vierte Staffel im Mittel auf 5,3 Prozent, bei den 14- bis 49-Jährigen auf 5,9 Prozent. Beide Werte liegen immer noch weit unter den Ansprüchen von Sat.1. Nichtsdestotrotz entschied man in Unterföhring wieder, das Format für eine neue Staffel zu verlängern. 620.000 Menschen ab drei Jahren sahen 2013 durchschnittlich «Eins gegen Eins», aus der Zielgruppe waren rund 290.000 Menschen vertreten.

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