Die Kritiker

«Tatort: Summ, Summ, Summ»

von

Boerne und Thiel ermitteln wieder - diesmal ist Schlagerstar König in Münster, während die Kommissare den Mord an einer Journalistin auszuklären haben. Dieser Fall ist aber erneut eher Beiwerk.

Inhalt:


Hinter den Kulissen

  • Produktion: Colonia Media GmbH
  • Regie: Kaspar Heidelbach
  • Drehbuch: Jan Hinter und Stefan Cantz
  • Kamera: Achim Poulheim
  • Producerin: Sonja Goslicki
Münsters Damenwelt steht Kopf, denn der Schlagerstar Roman König ist in der Stadt. Auch Frank Thiel kommt an dem für seine Schmusesongs bekannten Sänger nicht vorbei. Der Kommissar muss den Mord an der Journalistin Claudia Schäffer aufklären, die auf dem Parkplatz eines Großmarktes tot aufgefunden wurde. In ihrer Jackentasche trug sie eine Ehrenkarte für ein Konzert von Roman König.

Doch weder der Star noch dessen resolute Managerin Ina Armbaum wollen die Frau gekannt haben. Gerade sie müsste es wissen: Schließlich hat sie ihren überall gefragten und vielfach angehimmelten Klienten stets im Blick und versucht, ihn weitgehend abzuschirmen. Das ist keine leichte Aufgabe, denn Roman Königs Stalkerin Christiane Stagge ist ihm stets auf den Fersen.

Nah dran ist auch Rechtsmediziner Karl-Friedrich Boerne, der wegen zweier Bananenspinnen in seiner Wohnung ins Hotel umziehen musste. Er logiert in der Honeymoon-Suite, direkt neben dem Star. Unangekündigt taucht Manni Pleuger, ein Bandkollege aus früheren Zeiten, im Hotel auf. Offensichtlich hat er mit dem Schlagersänger noch eine Rechnung offen.

Darsteller:
Jan Josef Liefers («Knockin' on Heaven's Door») ist Prof. Boerne
Axel Prahl («Die Patin») ist Frank Thiel
Friederike Kempter («Ladykracher») ist Nadeshda Krusenstern
Mechthild Großmann («Mädchen, böses Mädchen») als Wilhelmine Klemm
Christine Urspruch («Delta Team – Auftrag geheim») als Silke Haller
Claus D. Clausnitzer («Knallerfrauen») als Herbert Thiel
Roland Kaiser als Roman König

Kritik:


Wie das beim Münsteraner «Tatort» üblich ist, ist der Kriminalfall wieder einmal eher schmückendes Beiwerk als dramaturgischer Dreh- und Angelpunkt der Folge. Das muss man mögen und ist im Vergleich mit den anderen Reihen aus anderen Städten auch nach zehn Jahren Thiel und Boerne bisweilen vielleicht immer noch ein bisschen ungewöhnlich – doch „Summ, summ, summ“ hält, was das Konzept seit gut einem Jahrzehnt verspricht. Das Odd Couple aus Westfalen darf wieder zusammen ermitteln und das ganze Präsidium mit all seinen schrulligen Figuren steht Kopf.

Natürlich wird mittlerweile die Glaubwürdigkeit der Prämisse unheimlich strapaziert. Denn in jeder Folge müssen die Autoren einen neuen Vorwand finden, um den versnobbten Gerichtsmediziner und den bodenständigen Kommissar nicht nur beruflich, sondern auch privat aufeinander loszulassen. In „Summ, summ, summ“ (Regie: Kaspar Heidelbach) sind es wild gewordene exotische Giftspinnen in Boernes Wohnung, aus denen sich der private Konflikt um die beiden spinnen soll. Das klappt auch ganz gut, obwohl man sich damit natürlich haarscharf an den Rand dessen traut, was beim Zuschauer noch als das viel zitierte „Willing Suspense of Disbelief“ durchgeht.

Problematisch ist das jedoch nicht. Schließlich legt auch das Drehbuch von Stefan Cantz und Jan Hinter die Prioritäten glasklar auf das gewohnt Komödiantische – und fährt damit gewohnt gut, auch wenn die neue Folge verglichen mit vorherigen vielleicht ein wenig unspektakulär daherkommen mag. Doch die Schlagabtausche zwischen den beiden Sonderlingen Thiel und Börne sitzen immer noch wie eh und je, die Nebenfiguren sind nach wie vor sehr liebevoll mit netten, aber nicht überkandidelten Schrullen ausgestattet. Lustig statt staatstragend, humoristisch statt blutig – nach der Hamburger Leichenfledderei und dem Leipziger Terrorismus-Plot der letzten Wochen ein wohltuender Kontrast. Und natürlich sind Liefers, Prahl, Kempter, Großmann und Urspruch nach wie vor in Topform.

Das Erste zeigt «Tatort: Summ, Summ, Summ» am Sonntag, 24. März 2013 um 20.15 Uhr.

Kurz-URL: qmde.de/62794
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