Sportcheck

Warum die neue Bundesliga für das neue Sky so wertvoll ist

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Die Sky-Führung hat einen Mega-Deal abgeschlossen, der Folgen für das komplette Sky-Programm haben wird. Wir erklären, warum. Außerdem: ServusTV vor Formel1-Einstieg in Österreich.

Sporthighlights der kommenden Woche

  • Montag, 20.30 Uhr: Bundesligarelegation Rückspiel Heidenheim - Bremen (DAZN/prime video)
  • Dienstag, 18.30 Uhr: Fußball: Relegation zwischen 2. und 3. Liga (ZDF, DAZN, prime video)
  • Dienstag, 21.45 Uhr: Fußball, Serie A: AC Mailand - Juventus (DAZN)
  • ab Freitag: Formel1, Großer Preis der Steiermark in Österreich - Rennen am Sonntag um 15.10 Uhr (RTL/Sky)
  • Sonntag, 17.30 Uhr: Premier League, Tottenham - Arsenal (Sky)
  • Quotenmeter-Exoten-Tipp: Golf, US PGA Tour, in Dulin (Ohio) - ab Donnerstag, 21 Uhr (Sky)
Zwei Wochen ist es nun her, dass der Sprecher des Vorstandes der Deutschen Fußballliga, Christian Seifert, die Öffentlichkeit über die Vergabe der Fußballrechte im Zeitraum 2021 bis 2025 informierte. Die Ergebnisse sind bekannt, im Live-Bereich teilen sich auch fortan Sky und DAZN die Pakete, Sky verliert den Erstligasonntag jedoch an den Mitbewerber. In Unterföhring bei München ist die Stimmung angesichts des abgeschlossenen Deals dennoch relativ gut. Um das zu verstehen, muss man die genauen Zahlen kennen. Anders als vor vier Jahren haben alle Parteien eigentlich Stillschweigen über die Zahlungen vereinbart.

Bekannt war, dass Sky Deutschland im jetzigen Rechtezyklus pro Spielzeit durchschnittlich 874 Millionen Euro bezahlt – zusätzlich fließt noch Geld für die nachträglich erworbenen Highlightrechte der zweiten Liga bei Sky Sport News HD. Die Summen sind jährlich ansteigend gestaffelt, trotz eines gewährten Discounts (weil Sky und andere Medienfirmen während der Coronapause schon vorab gezahlt haben) dürfte sich die jährliche Lizenzsumme in der anstehenden Saison 20/21 auf um die eine Milliarde Euro belaufen. Sky darf für dieses Geld 572 Partien live senden. Grob gerechnet kostet ein Spiel also 1,75 Millionen Euro.

Das in der Regel gut informierte Magazin Sponsors will nun herausgefunden haben, dass die drei von Sky erworbenen Erstligapakete und die zwei Zweitligapakete im neuen Rechtezyklus 595 Millionen Euro kosten. Das heißt: Ab Sommer 2021 sinken die Bundesliga-Kosten von Sky um 400 Millionen Euro. Für diese 595 Millionen Euro erhält Sky die Live-Übertragungsrechte an 511 Matches. Pro Spiel zahlt Sky dann also nur noch 1,16 Millionen Euro. Der Preis pro Partie fällt also um 33,7 Prozent. Das liegt nicht zuletzt aber auch daran, dass Sky Erstligaspiele fehlen und Sky nun im Vergleich mehr zweite Liga zeigt. Kleiner Einschub: Kunden, die jetzt gerne günstigere Preise für ihr Bundesliga-Abo hätten, sei gesagt: Als Sky zuletzt über 80 Prozent mehr für die Rechte zahlen musste, stiegen die Preise für den Endkunden auch nicht...

Noch etwas kommt hinzu: Sky Deutschland ist ab Sommer 2021 nicht mehr Rechteinhaber der UEFA Champions League. Pro Spielzeit wurden hier rund 200 Millionen Euro fällig, knapp die Hälfte steuerte DAZN bei und bekam dafür Sublizenzen an etlichen Einzelspielen. Ungeachtet der Frage, ob Sky diesmal noch über Sublizenzen von DAZN zum Zuge kommen wird, spart man weitere gut 100 Millionen Euro – insgesamt fließen nun also über 500 Millionen pro Jahr weniger ins rollende Leder. Kein Wunder, dass Sky bei den Verhandlungen um Formel-1-Exklusiv-Rechte aus dem Vollen schöpfen konnte.

DAZN übrigens soll fortan 300 Millionen Euro für 106 Livespiele zeigen; der Streamingdienst legt pro Partie also rund 2,8 Millionen Euro hin – mehr als Sky. Ein schlechter Deal für den Streamer? Vielleicht, aber nicht unbedingt. Es gilt zu beachten, dass Sky nur noch zwei Erstliga-Anstoßzeiten vermarkten kann, DAZN pro Wochenende nun aber drei bis vier. Mehr Geld hat die DFL nach Sponsors-Recherchen zudem aus dem Free-TV erlöst; nicht zuletzt, weil das Live-Paket dort durch die bald wieder frei empfangbaren Relegationsspiele aufgewertet wurde und angeblich um die 34 Millionen Euro pro Saison einbringt. Sat.1 ist Inhaber dieses Pakets.

Bundesliga-Start im September
Wann die neue Bundesligasaison beginnt, ist derweil noch fraglich. Gegenüber WELT nannte Seifert nun zwei Optionen: Den 11. oder 18. September. An den ersten September-Tagen werden die Nationalmannschaften spielen - erstmals seit der Coronapause. Im August findet das Endturnier der Champions League statt. Genau deshalb ist es für die Fußballliga auch eine vorstellbare Option, dass die Spitzenteams aus Deutschland (auch die Mannschaften, die im August noch Europa League spielen) an den ersten Spieltagen noch frei haben. Die Belastungssteuerung dürfte nicht hintenüberfallen, sagte Seifert.

D-Zug DEL


Terminkalender raus: Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) plant nicht mehr mit einem Saisonstart Mitte September. Warum? In einigen Bundesländern wäre es zu diesem Zeitpunkt noch nicht möglich, Spiele vor Zuschauern abzuhalten. Im Eishockey sind die Vereine maßgeblich auf Einnahmen von Zuschauern angewiesen. Ins Auge gefasster Termin für einen Saisonstart ist nun das Wochenende Ende Oktober / Anfang November. Somit würde die Liga eineinhalb Monate verspätet beginnen. Sollte sie 52 Hauptrundenspiele planen, müsste man vier Wochen, also etwa acht Spiele, aufholen. Ergo gäbe es mehr Dienstagsspiele. Zwei Wochen kann die Saison im Frühjahr 2021 länger laufen, da die Weltmeisterschaft 2021 später beginnt als üblich.

Race On!


Mit dem Großen Preis von Österreich ist am Wochenende die Formel1 aus ihrer langen Winterpause zurückgekehrt. Die Veranstalter wollen jetzt im zweiten Halbjahr mindestens 15, nach ihrer Hoffnung aber sogar 18 Rennen austragen und somit wird es kaum ein Wochenende ohne dröhnende Motoren geben. In Deutschland ist es die RTL-Abschiedssaison. „Jedes Kapitel im Leben geht einmal zu Ende, danach schlägt man wieder ein neues auf. Die jetzige Situation erinnert mich an damals, als RTL die Bundesliga-Rechte verloren hatte. Wir standen mit leeren Händen da, doch dann ist plötzlich und quasi aus dem Nichts die Formel 1 mit Michael Schumacher immer größer geworden. Zudem haben wir den Boxsport mit Henry Maske und Axel Schulz zu etwas Großem aufgebaut. Ich will damit nur sagen: Jedes Ende ist ein neuer Anfang und ich schaue, was das Universum für mich bereithält“, sagte nun Kai Ebel im RTL-PR-Interview. Ebel berichtet seit Jahrzehnten von den Rennstrecken. „Da gibt es immer Möglichkeiten, man muss sie nur sehen und dann zugreifen. Eine Tür geht zu und zwei andere gehen auf."

In Österreich ist die Situation eine andere. Medienberichten zufolge ist dort nicht mehr der ORF alleiniger Rechtehalter im Free-TV; Servus TV hat angeblich zugeschlagen und wird sich die Rechte nun teilen. Sky Österreich braucht derweil keine Formel1-Exklusivität. Der Sender hat dem Vernehmen nach ein riesiges UEFA-Paket mit fast 600 Spielen erworben; davon laufen viele exklusiv. Bestätigt ist es aber nicht, dass Sky Austria ab Sommer 2021 die Champions League, die Europa League und die neue Europa Conference League hat.

Filzball


Die Tenniswelt schaut nach Berlin: Vom 13. bis 19. Juli steigen die „bett1ACES“, zwei Einzelturniere für Damen und Herren, in Deutschlands Hauptstadt. Das Teilnehmerfeld bei den Männern wird angeführt von Deutschlands Top-Star Alexander Zverev, Österreichs Tennis-Ass Dominic Thiem und Nick Kyrgios. Die Übertragungsrechte an diesen Matches hat sich nun Servus TV gesichert. Moderatorin Birgit Nössing und Experte Christopher Kas melden sich live vom Turniergeschehen in Berlin. Kommentiert werden die Spiele von Philipp Krummholz und Alexander Antonitsch.

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