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Duell der Problemfälle: «Beginner gegen Gewinner» läuft schwach, «Einstein Junior» noch schwächer

von   |  3 Kommentare

Lange Gesichter bei Joko Winterscheidt und Max Giermann: Beide private Primetime-Shows mussten am Samstag weitere bitte Rückschläge hinnehmen - was jeweils der finale Todesstoß gewesen sein könnte. Immerhin: Ralf Schmitz' «Der Chef bekommt die Quittung» verbesserte sich zu späterer Stunde ein wenig.

RTL vs. ProSieben in den kommenden Wochen

In den vergangenen Wochen ließ ProSieben der Konkurrenz von RTL noch die Chance, als einziger Privatsender mit einer Show am Samstagabend aufzuwarten, im August wird dies jedoch komplett anders aussehen. Zu Beginn der Show-Offensive versuchte man es mit einem Sorgenkind der Vergangenheit, genauer gesagt mit der vierten Folge von Joko Winterscheidts Sportshow «Beginner gegen Gewinner» . Nachdem diese zuletzt bereits zweimal hintereinander deutliche Verluste zu beklagen hatte, ging es auch diesmal weiter bergab: Durchschnittlich 0,49 Millionen junge Zuschauer langten für gerade einmal noch 8,9 Prozent Zielgruppen-Marktanteil. Insgesamt wurde mit 0,78 Millionen erstmals die Millionenmarke verfehlt, der damit verbundene Marktanteil von 4,0 Prozent war ebenfalls der schwächste in der ohnehin schon nicht ruhmreichen Geschichte dieser Sendung.

Gegenüber der April-Ausgabe, die ganz im Zeichen des "Red Nose Days" stand, verschlechterten sich damit die Marktanteile um jeweils rund einen halben Prozentpunkt - damals wurden noch 4,4 und 9,4 Prozent generiert. Auch die Zuschauerzahl war damals mit durchschnittlich genau einer Million so gering ausgefallen wie noch nie (die erste Folge hatten im vergangenen Jahr immerhin noch 1,49 Millionen Menschen gesehen, die zweite 1,20 Millionen) - knapp zehn Monate nach der Erstausstrahlung sahen nun also nur noch halb so viele Menschen zu wie bei der Premiere.


«Einstein Junior»  knickt endgültig ein, Schmitz steigert sich danach


Immerhin ein kleiner Grund zur (Schaden-)Freude blieb für die ProSieben-Verantwortlichen: Die schon in den ersten beiden Wochen ganz gewiss nicht überragende RTL-Wissensshow «Einstein Junior - Deutschlands cleverste Kids» war nun gegen gleich zwei große Genre-Kontrahenten (Das Erste strahlte «Frag doch mal die Maus»  aus) komplett überfordert und verzeichnete für Senderverhältnisse miserable 8,4 Prozent Zielgruppen-Marktanteil bei gerade einmal 0,47 Millionen Zuschauern. In den vergangenen beiden Wochen wurden noch 9,6 Prozent verzeichnet, schon dieser Wert galt als Flop. Insgesamt verbesserte sich der Marktanteil minimal von jeweils 5,0 auf 5,2 Prozent, die Zuschauerzahl sank allerdings binnen Wochenfrist leicht von 1,18 auf 1,08 Millionen

Immerhin konnte sich danach um 22:15 Uhr die zweite neue Folge von «Der Chef bekommt die Quittung»  ein wenig verbessern und verbuchte 5,7 Prozent Gesamt- bzw. 10,4 Prozent Zielgruppen-Marktanteil bei 1,01 Millionen Zuschauern. Die erste Episode lief im Mai noch am Mittwoch zur besten Sendezeit um 20:15 Uhr und fuhr da miese 6,6 Prozent Gesamt-, aber solide 11,8 Prozent Zielgruppen-Marktanteil bei den Werberelevanten ein. ProSieben übrigens zeigte um 23:55 Uhr noch eine alte Ausgabe von «Die beste Show der Welt» , die auch in der Zweitverwertung mit 5,4 Prozent Gesamt- sowie 10,8 Prozent Zielgruppen-Marktanteil bei 0,40 Millionen überzeugte - hätte «Beginner gegen Gewinner»  zuvor diese Zahlen erzielt, die Entscheidung für eine Fortführung des Formats wäre den Programmverantwortlichen wohl leichter gefallen.

Im Tagesvergleich lag letztlich übrigens der Sender aus Unterföhring mit 10,8 Prozent meilenweit vor jenem aus Köln, der mit gerade einmal 6,8 Prozent böse auf die Nase fiel - und das vor allem deshalb, weil neben der schwachen Primetime bei RTL auch noch die Daytime mit zahlreichen alten Scripted Realitys komplett versagte, während ProSieben überwiegend mit Sitcom-Ausstrahlungen zu punkten wusste.
Anmerkung: Die hier zunächst vermeldeten 10,5 (ProSieben) bzw. 10,1 Prozent (RTL) waren nicht die Tages-Werte vom Samstag, sondern die bisherigen Monatswerte nach vier Tagen.

© AGF in Zusammenarbeit mit der GfK/TV Scope/media control. Zuschauer ab 3 Jahren und 14-49 Jahre (Vorläufige Daten), BRD gesamt/ Fernsehpanel D+EU Millionen und Marktanteile in %.
Kurz-URL: qmde.de/102816
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Es gibt 3 Kommentare zum Artikel
Aries
05.08.2018 10:02 Uhr 1
Ist ja auch kein Wunder im Falle von Pro7.
Wenn bei dem Scheiß innerhalb eines Spiels 2x Werbung gezeigt und gefühlt alle 15 Minuten ein Werbeblock eingespielt wird, dann bleibe ich selbstverständlich bei der tollen Wacken Übertragung. Und ja, die Werbeblöcke lagen teilweise keine 3 Lieder auseinander.
BungaBunga
05.08.2018 11:26 Uhr 2
Ich glaube auch so langsam, dass es nicht daran liegt, dass die Leute die Shows nicht durchaus interessant finden sondern den Leuten ist mittlerweile ja doch die Werbestrategie bekannt, und es tritt das ein, was ich ja schon mehrfach prognostiziert habe, die Leute wenden sich dann ab und schauen ein anderes Programm oder konsumieren die Sendung später auf anderen Wegen. Die Entwicklung ist bisher bei den aufgezeichneten Formaten deutlicher als bei den Live Shows, weil der Live Aspekt noch mehr Reiz ausübt, aber selbst dort ist der Trend ja erkennbar. Ich vermute das auch bei den anderen Showformaten die Werte zurückgehen werden und das vorrangig aufgrund der Webestrategie von ProSieben. Wie gesagt, die machen inhaltlich es eigentlich richtig, berauben sich dann aber allem Potenzial durch dieses Werbedesaster.
Familie Tschiep
05.08.2018 11:35 Uhr 3
Alle 15 Minuten sind an sich okay. Das Timing der Sendung stimmt nicht. Irgendwie müssen sie daran Tempo beschleunigen, der Kommentator ist eine Fehlbesetzung. Wenn die Amerikaner das Format übernehmen würde, würden sie es deutlich knackiger machen.

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