Die Zehn

10 Facts about Stromberg

„Was ihm an Grips fehlt, gleicht er durch Blödheit aus“: Zehn Jahre lang verkörperte Christoph Maria Herbst in der Serie «Stromberg» den fiesen Chef Bernd Stromberg, der seine Mitarbeiter mit derben Sprüchen, diskriminierenden Kosenamen oder abfälligen Bemerkungen in den Wahnsinn treibt.

Stromberg leitet die Abteilung Schadensregulierung einer Filiale der Capitol-Versicherung. Während die Mitarbeiter bemüht sind, ihre Arbeit im Büro zu erledigen, sorgt der Chef mit seinem Verhalten bei seiner Belegschaft regelmäßig für Chaos. Doch auch die Mitarbeiter verhalten sich nicht immer richtig. So entwendet Erika beispielsweise mehrmals Toner für den Drucker, wie Staffel 1, Episode 6 zeigt. Wenn auch überspitzt, so werden in der Serie doch die unterschiedlichsten Aspekte des Büroalltags, von Mobbing über Geburtstage bis hin zu Beförderungen, thematisiert. Selbst wenn der Toner nicht wie in der Serie entwendet wird, muss sich auch in der Realität immer wieder jemand darum kümmern, neue Tinte für den Drucker zu besorgen, zudem fallen Aufgaben wie Kopieren, Einheften, Akten sortieren und Telefonieren an. Gepaart mit einer Prise Humor wird aus diesem Büroalltag somit eine durchaus sehenswerte Serie – mit einigen spannenden Hintergrundinfos.

#1 Obwohl die Fernsehquoten für «Stromberg» insgesamt nicht die besten waren, begeisterte der Ober-Macho Bernd Stromberg die Fans. Das wurde immer wieder belohnt. Neben dem Bayrischen Fernsehpreis wurde die Serie mit dem Deutschen Comedypreis, dem Deutschen Fernsehpreis und dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Auch die DVDs zu den Staffeln verkauften sich gut.

#2 Die Serie wurde in fünf Staffeln von Brainpool und ProSieben produziert. Sie war von 2004 bis 2011 im deutschen Fernsehen zu sehen. Das Ende der Serie kam 2014 als «Stromberg – der Film» auf die Kinoleinwand. Er erzählt die Geschichte der Serie weiter und begleitet die Belegschaft der Capitol-Versicherung auf einen Betriebsausflug in ein Landhotel.

Die finanzielle Basis des Films wurde durch das Crowdfunding der Serien-Fans gelegt. Sie sammelten innerhalb einer Woche eine stolze Summe von einer Million Euro zusammen und zahlten damit etwa ein Drittel des Gesamtbudgets.

#3 Die Serie «Stromberg» basiert auf dem britischen Original «The Office» von Ricky Gervais und Stephen Merchant. Es gibt neben anderen internationalen Adaptionen auch eine amerikanische unter gleichem Titel. Die Grundidee und die Figuren in «Stromberg» orientieren sich am Original. Die Storys aber waren von Anfang an sehr unterschiedlich.

In der deutschen Version wird der sogenannte Mockumentary-Stil viel stärker ausgebaut. Im britischen Original wird er nur angedeutet. Mockumentary bedeutet so viel wie „fiktionaler Dokumentarfilm“, bei dem scheinbar reale Vorgänge inszeniert oder tatsächliche Dokumentarteile in einen erfundenen Zusammenhang gestellt werden.

Dass «Stromberg» ebenfalls an diese Serie angelehnt ist, wurde lange Zeit nicht offiziell bekannt gemacht. Die BBC hatte die Ähnlichkeiten allerdings bemerkt und behielt es sich vor, im Rahmen einer Urheberrechtsklage rechtliche Schritte einzuleiten.

Nach einer Einigung der Produktionsunternehmen wurde ab der zweiten Staffel von «Stromberg» im Abspann auf das Original verwiesen. Dort ist nun „Stromberg – Inspired by the UK BBC series «The Office» created by Ricky Gervais and Stephen Merchant" zu lesen.

#4 Die Versicherungsfiliale um Stromberg und seine Mitarbeiter wird in der vierten Staffel in den kleinen Ort Findsdorf strafversetzt. Im wahren Leben gibt es ihn aber nicht. Dieser Ort wurde zusammen mit einer eigenen Homepage exklusiv für die Serie erfunden. Der Konzern „Capitol-Versicherung“ ist ebenfalls fiktiv. Aber auch für diesen wurde eine Internetseite erstellt.

#5 Das Wort „fremdschämen“ wurde durch die Serie «Stromberg» im Jahr 2009 in den Duden aufgenommen. Vorher war dieser Neologismus eher spärlich verbreitet und erfuhr durch die Serie einen richtigen Aufschwung.
Der Ausdruck bezeichnet das Gefühl, was jemand empfindet, wenn er Menschen dabei sieht, wie sie normwidrig handeln. 2010 wurde „fremdschämen“ in Österreich zum Wort des Jahres ernannt.

#6 Wie viele Prominente und ihre Ticks wurde auch die Serie «Stromberg» nicht von der Comedy-Sendung «Switch Reloaded» verschont. Michael Kessler parodiert die Figur Bernd Stromberg gekonnt als Adolf Hitler, dessen Büroalltag von einem Kamerateam begleitet wird. Der Titel wurde zu «Obersalzberg» umgeändert und ist nach Hitlers Feriendomizil benannt.

Christoph Maria Herbst wiederum hat sich in dem Comedy-Film «Der Wixxer» (2004) sowie in der Fortsetzung «Neues vom Wixxer» (2007) der Hitler-Figur in der Rolle von Alfons Hatler angenommen.

#7 In dem Film «Zwei Weihnachtsmänner» (2008), in dem Christoph Maria Herbst zusammen mit Bastian Pastewka die Hauptrollen spielt, versteckt sich ein «Stromberg»-Gag. Auf einem Taxi ist in einer Szene gegen Ende des Films Werbung für die Capitol-Versicherung zu sehen, in der Stromberg und seine Belegschaft arbeiten.

#8 Die Dialoge zwischen den Serienfiguren wirken gerade durch die vielen Versprecher und Stotterer spontan und natürlich. Sie sind aber alle geplant und gescriptet. Nur das Wegrollen von Ernies Auge ist echt. Sein Darsteller Bjarne Mädel leidet tatsächlich unter einer Augenmuskelschwäche.

#9 Die Namen der meisten Nebenrollen in «Stromberg» sind an die Namen der jeweiligen Darsteller angeglichen. Hier einige Beispiele: Tatjana Alexander verkörpert in der ersten Staffel Strombergs Vorgesetzte Tatjana Berkel, die ihm gegenüber kühl und streng ist. Sinan Akkuş mimt die Figur Sinan Turçulu, Strombergs Konkurrenz im Kampf um die Gesamtleitung der Abteilung Schadensregulierung.

Der von Stromberg gerne als der „Quoteninder“ bezeichnete Mitarbeiter Prashant Umavandhu ist einer der wenigen ausländischen Angestellten der „Capitol-Versicherung“. Er wird von Prashant Prabhakar dargestellt. Der verschlossene und leicht spießige Mitarbeiter Steffen Lambert ähnelt mit seinem Namen ebenfalls Schauspieler Stefan Lampadius.

In manchen Fällen teilen sich Figur und Schauspieler auch den Vor- und den Nachnamen. Aufgrund seiner starken Brille, die seine Augen sehr groß erscheinen lassen, wird Frank Montenbruck als „Aktenmongo“ bezeichnet. Andreas Hermann ist ein kleiner dicklicher Mitarbeiter, der im realen Leben ebenfalls diesen Namen trägt. Auch die Mitarbeiterin Landsfried hat in der Hinsicht viel mit ihrer Darstellerin Suzanne Landsfried gemein.

#10 Kein Wunder also, dass viele der Schauspieler, die bei «Stromberg» mitgewirkt haben, auch im realen Leben mit ihren Rollen gleichgesetzt werden. So wird Bjarne Mädel oft für blöd gehalten. Christoph Maria Herbst wird des Öfteren angepöbelt. Doch damit sind die «Stromberg»-Darsteller nicht allein. Gerade diejenigen, die in Filmen Bösewichte verkörpern, haben mit dem Problem zu kämpfen, dass Fans sie mit ihren Rollen verwechseln.

Kurz-URL: qmde.de/92252
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