Interview

«Kliemannsland»: 'Eine kleine Oase für alle Kreativen'

von

Zum Start der Interviewreihe "What the funk?!" sprachen wir mit Fynn Kliemann, der mit seinem «Kliemannsland» auf der öffentlich-rechtlichen Plattform ein Do-It-Yourself-Paradies kreiert.

Zum Format: «Kliemannsland»

"Das Kliemannsland ist eine Show. Aber es ist auch ein Land mit eigener Verfassung. Es ist ein Ort. Und gleichzeitig ein YouTube-Kanal. Es sind viele tolle Menschen, die gemeinsam mit Fynn Kliemann ein wunderbar verrücktes Land ohne Regeln erschaffen und sich selbst verwirklichen."
funk
Worum geht es in Ihrem Format und wer ist daran beteiligt?
Wir, das sind Fynn Kliemann, die Produktionsfirma cineteam hannover, die Jungs und Mädels vom NDR und von funk und ein ganzer Haufen von Macherinnen und Machern, wollen mitten in der norddeutschen Pampa eine kleine Oase für alle Kreativen erschaffen. Jeder und jede kann dabei sein und mitwirken. Sei es nun mit Hammer und Nagel vor Ort oder mit Ideen und Ratschlägen über das Web. Das «Kliemannsland» ist ein Ort voller Möglichkeiten, die selbst wir noch nicht alle entdeckt haben. Diese gemeinsame Suche bilden wir ab und sind dabei interaktiv, authentisch und offen für alles und alle.

Wie kam die Idee zum Format zustande?
In unserem Umfeld gibt es unglaublich viele Menschen, die tolle Dinge können und in ihrer Freizeit schaffen. Doch genau wie wir kamen sie immer mal wieder auch an ihre Grenzen. Um das zu verhindern, kam dann die Idee, einen Ort zu schaffen, an dem alles irgendwann möglich sein könnte. Wo Maler, Programmiererinnen, Tischler, Musiker, Schneiderinnen, Filmer und alle, die sonst noch irgendwas erschaffen wollen, alle Möglichkeiten und Kontakte vorfinden, um ihre Visionen umzusetzen.
Ich erfülle mir und vielen anderen mit dem «Kliemannsland» den Traum eines jeden Zwölfjährigen.
Fynn Kliemann über «Kliemannsland»

Warum gehört das Format zu funk und zur Zielgruppe, die funk ansprechen will?

Ich bin jetzt 28, erfülle mir und vielen anderen mit dem «Kliemannsland» aber den Traum eines jeden Zwölfjährigen und bin damit so glücklich wie noch nie. Wir packen Dinge ganz unkompliziert und ohne großes Tamtam an, anstatt sie bis ins Detail zu planen. Wir denken, dass viele junge Menschen das nachvollziehen können oder sich das von der immer strukturierteren Welt manchmal wünschen. Gut, dass es dafür jetzt einen Ort gibt!

Interviewreihe 'What the funk?!'

Die Interviewreihe "What the funk?!" von Quotenmeter.de befasst sich alle zwei Wochen mit der öffentlich-rechtlichen Internetplattform funk. Welche Formate sind bei funk abrufbar? Wer steckt dahinter? Und wie arbeitet es sich eigentlich beim neuen Angebot? Die Teams der funk-Formate beantworten je einen Katalog aus standardisierten und individuellen Fragen.
Welche Vorteile bietet Ihnen persönlich die Plattform funk und wie unterscheidet sich die Arbeit mit funk von Ihrer bisherigen Arbeit an «Kliemannsland»?
Durch die Plattform fällt es uns leichter, mit anderen Kreativen in Kontakt zu kommen und gemeinsame Projekte zu realisieren. Außerdem genießen wir eine Freiheit, die einige von uns so vorher nicht kannten. Wir werden –auch als junge kreativ Schaffende –für voll genommen und unsere Meinungen und Wünsche haben Gewicht. Man tauscht sich aus, ohne dass Möglichkeiten und Ziele automatisch zementiert sind. Zumindest können wir das so über unsere Zusammenarbeit mit dem NDR und funk sagen! Außerdem muss man ja sagen, dass ein Spielplatz in der Größenordnung und mit Zugang für alle Kliemannsländer ohne Beteiligung von funk nicht möglich wäre.

Wo sehen Sie das Format inhaltlich in einem Jahr?
In einem Jahr wollen wir hier einen kleinen Kosmos geschaffen haben, der selbst Unmengen an spannenden Inhalten hervorbringt. Wir begleiten das Ganze und zeigen so die stetigen Fortschritte, die das Projekt macht. Es gibt dabei unzählige Projekte, die wir gern umsetzen möchten. Eigene Studios, Schlafmöglichkeiten, Konzerte und alles, was die Leute da draußen und hier bei uns im Land interessiert. In einem Jahr steht von diesen Visionen hoffentlich schon eine ganze Menge mehr! Nach so Tagen mit mehr als 20 Helfern aus ganz Deutschland, die sich bei uns kennen lernen und anschließend an allen Ecken reißen, planen und basteln, sind alle ziemlich optimistisch, dass das klappt.

Wir gehen einen Schritt weiter und etablieren die dauerhafte Making-of-Perspektive und beziehen unsere Community tief in unsere Inhalte mit ein.
Fynn Kliemann
«Kliemannsland» wirkt wie eine Mischung aus „Nicht nachmachen“, „Hör mal, wer da hämmert“ & Heimwerker-Realityformaten auf VOX – und ist doch etwas ganz Eigenes, Frischeres. Welche Komponenten des Formats sehen Sie als wesentlich für dessen Popularität an?
Ich glaube, viele der angesprochenen Formate funktionierten so gut, weil sie zeigten, dass Scheitern eine Option ist. Man hatte nicht das Gefühl, auf einer Achterbahn durch die schön geplante Welt der Inhalte zu donnern. Man war sehr nah dabei und konnte sehen, wenn mal was nicht rund lief. Wir gehen noch einen Schritt weiter und etablieren die dauerhafte Making-of-Perspektive und beziehen unsere Community tief in unsere Inhalte mit ein. Sie kann Inhalte beeinflussen und letzlich sogar immer selbst dabei sein und sich, ihre Ideen, Freunde oder Materialien in den Videos wiederfinden.

Wir können uns vorstellen, dass gerade bei «Kliemannsland», wo auch mal schweres Gerät zum Einsatz kommt und ein gewisses Risiko für Verletzungen besteht, der Aufwand im Vergleich zu anderen Formaten, vor allem solchen auf YouTube, deutlich höher ist. Geben Sie uns bitte einen kurzen Einblick, welchen Herausforderungen Sie sich bei der Produktion ausgesetzt sehen.
Ich glaube ehrlich gesagt, dass der Aufwand immer hoch ist, wenn man etwas mit Herzblut macht. In unserem Falle ist das viel körperliche Arbeit, für andere eben Planung, Stress und der stetige Kampf mit den eigenen Ansprüchen.Die Verletzungsgefahr ist also vergleichsweise klein. Klar, wir ballern da auch mal mit nem Bagger durch den Garten und lassen uns über selbstgebaute Rampen ziehen, aber das auch immer mit Freunden aus dem jeweiligen Gebiet, die eine Art professionelle Ebene der Tätigkeit darstellen und schon dazwischen grätschen würden, wenn etwas zu hart wird. Intensiver ist eher, dass wir Unmengen von Ideen, Wünschen und Angeboten aus der Community bekommen, die es alle verdienen, gehört zu werden. Das ist für ein kleines Team wie uns eher die große Herausforderung. Aber eben auch genau die, auf die wir am meisten Bock haben.

Das Format trägt Ihren Namen, dies war bereits beim YouTube-Channel der Fall, der das Konzept großgemacht hat. Denken Sie, eine Sendung wie «Kliemannsland» ist von Ihrem Protagonisten, in diesem Fall Ihnen, abhängig oder ist das Format selbst der Star?
Natürlich spiele ich als „Protagonist“ schon eine wichtige Rolle. So aber auch alle anderen hier und das ist der Unterschied zu meinem eigenen Kanal. Das Kliemannsland ist eine Vision. Ein Zentrum für Kreative. Man merkt schon jetzt, dass immer mehr neue und spannende Charaktere in unseren Videos auftauchen und bestimmte Dinge erst möglich machen. Wir fragen nach Hilfe und laden unsere Community sowie Freunde und Bekannte ein. Das ist der große Unterschied und das, was dieses Projekt einzigartig und spannend macht!

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