England

10 Facts about Robin Williams

Im August jährt sich der tragische Tod von Schauspieler und Komiker Robin Williams zum zweiten Mal. 10 Fakten zu dem Mann, der Millionen Kinobesucher zum Lachen brachte und doch unter traurigsten Umständen aus dem Leben schied.

#1 Vielen wird Robin Williams am lebhaftesten in Erinnerung bleiben als der komödiantische Schauspieler, als der er in unzähligen, teils legendär gewordenen Filmen auf der großen Leinwand zu sehen war. Tatsächlich war er aber nicht nur in seinem beruflichen Umfeld ein Komiker, sondern spielte diese Rolle auch im Privaten. Das ist nicht einmal eine übertriebene Einschätzung, denn was oberflächlich nach einem unterhaltsamen Talent aussah, war in erster Linie eine Art Selbstschutz.

Von einer schwierigen Kindheit zu sprechen, träfe wohl nicht den Punkt, allerdings liegen hier die Ursprünge für die Entwicklung von Robin Williams: Eine innige Beziehung zu seinen Eltern aufzubauen gelang ihm nie, ähnliche Probleme hatte er auch im Allgemeinen mit den Menschen, die ihn umgaben. Daraus entwickelte sich eine fast zwanghafte Neigung dazu, in jeder Situation mit Witzen oder lustigen Anekdoten zu reagieren.

#2 Was umgekehrt nicht bedeutet, dass Robin Williams nicht auch zu tiefen und langjährigen Freundschaften fähig war. Zu diesen engen Freunden gehörte unter anderem auch der amerikanische Pressefotograf Arthur Grace, dessen Bekanntschaft Williams im Jahr 1986 in einem Comedy Club in Pittsburgh machte. Aus dem anfänglichen Begleiten der Auftritte des Komikers und dem Ablichten von Familienporträts und Weihnachtskarten entwickelte sich über die Jahre eine enge Freundschaft. Die erlaubte es dem Fotografen, den Schauspieler bei seinen privatesten Momenten zu begleiten, ohne Einschränkungen.

Ähnlich eng war Williams‘ Beziehung zu seinem Schauspielkollegen Christopher Reeve, den er schon früh an der New Yorker Schauspielschule Juilliard’s kennenlernte. Es waren auch nur diese beiden, die es aus ihrem Jahrgang schließlich in das Advanced Program schafften, beide begannen 1973 ihre Schauspielkarrieren. Williams und Reeve pflegten ihre Freundschaft bis zum Tod des Superman-Darstellers im Jahr 2004, besonders in der Zeit nach dem tragischen Unfall von Reeves bemühte sich Williams darum, seinen Freund aufzuheitern – seinem komödiantischen Wesen folgend erschien er dazu in Arztverkleidung im Krankenhaus.

#3 Welche Blüten dieser Hang zur Komik jedoch in dunklen Momenten treiben konnte – zumindest in den jungen Jahren von Robin Williams –, erfuhr beispielsweise Alexei Syle, seines Zeichens selbst Comedian, nicht nur im übertragenen Sinne am eigenen Leib. Der bekam nach einem Auftritt von Williams im Londoner Comic Strip Club eine überaus private Stand-Up-Vorstellung – und zwar „pinned against a wall and just inches from my face“, wie Syle dem Mirror gegenüber erzählte. Williams war offenbar nicht bereit gewesen, sich mit einer Kürzung seines einstündigen Bühnenprogramms auf lediglich 15 Minuten zufrieden zu geben. Also bekam Syle, zu dieser Zeit der Ansager in besagtem Club, die restlichen 45 Minuten aus nächster Nähe vorgetragen.

#4 Für seine Bühnenkarriere war die komische Veranlagung wiederum mehr Segen als Fluch und verhalf ihm zu seinen ersten Erfolgen als Stand-Up-Comedian. Seine Fähigkeit, quasi ohne Übergang durch die verschiedensten Rollen und die verschiedensten Akzente zu wechseln wurde ein Markenzeichen, das Williams schon als Mittzwanziger den Weg von den kleinen Clubbühnen zum Fernsehen ebnete. Über einige Comedy-Sendungen im US-Fernsehen und einen Gastauftritt als Außerirdischer in der Sitcom Happy Days landete der Komiker seinen ersten Erfolg als Schauspieler: «Mork vom Ork» erhielt zwischen 1978 und 1982 seine eigene Sendung und machte Robin Williams quasi über Nacht zu einem Star.

#5 Der plötzliche Ruhm gepaart mit den Problemen hinsichtlich des sozialen Umgangs brachten allerdings auch ihre Schwierigkeiten mit sich – Williams verfiel in seinen jüngeren Tagen Drogen und Alkohol. Ein überaus erfolgreiches und bewegtes Leben später zeigte sich Robin Williams dann in einer sehr viel ruhigeren Verfassung. Hierzu hatte nicht zuletzt eine Herzoperation beigetragen, der sich der damals 57-Jährige wegen einer neuen Aortenklappe unterziehen musste. Ironischerweise wurde der Eingriff während einer Solo-Comedyshow notwendig, in der Williams unter anderem einen selbstironischen Rückblick auf die Zeiten seiner Drogen- und Alkoholabhängigkeit gab.

Letztlich hatten ihn die „Weapons of Self-Destruction“, denen er in den 1970ern noch regelmäßig zugesprochen und denen er, durchsetzt von einigen Rückfällen, zu Beginn der 80er Jahre abgeschworen hatte, wohl auch auf diesem Weg wieder eingeholt. Was Williams selber offenbar viel weniger als einen Schicksalsschlag denn als eine zweite Chance betrachtete. Was ihn in bisweilen gewohnter Manier nicht davon abbrachte, auch hierüber seine Witze zu machen. Oder wie er seinen Sinneswandel nach der Operation umschrieb: „Ich schätze die kleinen Dinge – etwa Spaziergänge am Strand mit meinem Defibrillator.“

#6 Gesundheitliche Probleme hatte der Oscar-prämierte allerdings nicht nur auf der körperlichen Ebene. Den überaus traurigen Schlusspunkt einer längeren Depression, die begleitet wurde von Lewy-Körper-Demenz und einem Parkinson-Leiden, bildete dann der Freitod im August 2014. Zu diesem Zeitpunkt hatte er noch im selben Jahr bereits vier Filme gedreht, womit Williams in gewisser Weise ein ganz klassisches Beispiel für die Tragweite psychischer Erkrankungen darstellt: Die vielfachen Belastungen gesundheitlicher und beruflicher Art wirkten bei ihm wie bei so vielen Betroffenen zusätzlich noch als verstärkender Faktor der Depression. Dass der Schauspieler nach Aussagen seiner Witwe Susan Schneider wegen seiner diagnostizierten Krankheiten ohnehin nur noch wenige Jahre zu leben gehabt hätte, wird bei der Entscheidung, aus dem Leben zu scheiden, ebenfalls seine Rolle gespielt haben.

#7 Den tragischen Selbstmord allerdings ausschließlich dem Bild des vermeintlich unbeschwerten Komikers gegenüberzustellen, wird dem Schauspieltalent von Robin Williams kaum gerecht. Ja, selbstverständlich war Williams erster Ausflug ins Filmgeschäft mit «Popeye – Der Seemann mit dem harten Schlag» komödiantischer Natur (und noch dazu ein Fehlschlag, was nicht nur zahlreiche Kritiken, sondern auch der Schauspieler selbst bestätigten). Allerdings konnte Williams schon mit seinem nächsten Kinostreifen «Garp und wie er die Welt sah» – zwar nicht auf kommerzieller Ebene – einen schauspielerischen Erfolg feiern, der weit über seine bisherigen Albereien hinausging.

#8 Dieser erste Ausflug auf die filmischen Pfade abseits der reinen Komödie blieb dabei längst kein Einzelfall in der langen Liste von Williams‘ Filmografie. Und im Grunde genommen sind es vielfach genau die tragikomischen und dramatischen Werke, die zum nachhaltigen Ruhm des verstorbenen Schauspielers beitragen: Unvergessen bleiben wird beispielsweise seine Rolle als Englischlehrer John Keating in «Der Club der toten Dichter» oder die Nebenrolle als Therapeut Sean Maguire in «Good Will Hunting» – die ihm letztlich sogar seinen einzigen Oscar (als bester Nebendarsteller) einbrachte.

#9 Das kann natürlich wiederum nicht darüber hinwegtäuschen, dass es gerade die Paraderolle als Komiker war, die ebenso nachhaltig das Bild von Robin Williams prägte. Was eine großartige Schauspielleistung keineswegs ausschloss – bester Beweis hierfür ist «Good Morning, Vietnam». Die Darstellung des Radiomoderators Adrian Cronauer mit seinem titelgebenden Begrüßungsruf verhalf Williams zwar nicht zu einem Oscar (aber immerhin zu einer von insgesamt drei Nominierungen), aber zu einem Golden Globe.
Der im Übrigen einer von insgesamt fünf dieser Auszeichnungen war. Abgesehen vom Cecil-B.-DeMille-Award für sein Lebenswerk erhielt Robin Williams alle Golden Globes für seine komödiantischeren Darbietungen. Darunter befinden sich neben dem Erfolg seiner Anfangstage «Mork vom Ork» und dem wenig überraschenden Klassiker «Good Morning, Vietnam» auch die Tragikomödie «König der Fischer» und die unvergessliche und unvergessene «Mrs. Doubtfire».

#10 Die Rechte an seinen Bildern hat Robin Williams vor seinem Tod übrigens an eine Wohltätigkeitsorganisation vererbt. Die Verwendung von Bildmaterial mit dem verstorbenen Schauspieler braucht es daher eine Genehmigung der Winfall Foundation – und zwar für die nächsten 25 Jahre.
Übrigens nicht die einzige Organisation, die Williams unterstützt hat: Von UNICEF über Amnesty International, die American Foundation for AIDS Research bis hin zur Christopher & Dana Reeve Foundation (die sich seit der Krebserkrankung von Williams‘ Freund und Kollegen der Stammzellenforschung widmet) lassen sich mehrere Dutzend Projekte finden, denen Williams Geld und Zeit gewidmet hat. Das sollte neben seinem Vermächtnis als Schauspieler auch keinesfalls vergessen werden.

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