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Faszinierend! Abrechnung mit den «Star Trek»-Filmen: Was war gut? Was richtig schlecht?

von   |  1 Kommentar

Eigentlich unglaublich: Bereits seit 1979 bereist das Raumschiff Enterprise in nie enden wollender Rettungsmission das Weltall. Der dreizehnte Kinofilm «Star Trek Beyond» steht just vor der Tür. Zeit, als Einstimmung einen ehrlichen und humorvollen Blick auf 37 Jahre Trek im Kino zu werfen.

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Von Spiegeleiern & Weihnachtsfreuden: «Star Trek: Generations»



Release: 1994

Die Bedrohung: Ein temporales Irgendwas und ein verrückter Wissenschaftler

Der Inhalt: Captain Kirk stirbt bei der Einweihung der neuen Enterprise und dem Versuch, eine Gruppe El Aurianer zu retten. Jahrzehnte später sorgt ein El Aurianischer Wissenschaftler für Ärger, der auf einer abgelegenen Forschungsstation skrupellos seine eigene Agenda verfolgt - dorthin zurückzukehren, wo Kirk ihn damals durch sein Eingreifen herausgerissen hatte. Captain Picard muss Kirk im sogenannten Nexus suchen, um den Schurken zu stoppen...

Produktionskosten: 35 Millionen Dollar

Das sagt das Box-Office: 76 Millionen Dollar in den USA reichen Stand 2016 noch für Platz 8 (unadjusted) und Platz 8 (adjusted). Dazu kamen 42 Millionen Dollar im Rest der Welt. Macht ein Gesamtergebnis von 118 Millionen Dollar. Ein guter Start für die TNG-Crew, wenn auch gerade in Nordamerika ein wenig hinter den Erwartungen.

Das sagen die Fans: Die große Staffelstabübergabe wurde den riesigen Erwartungen an das Treffen der beiden Helden Kirk und Picard für viele nicht gerecht. Zu banal waren die Szenen der beiden, zu substanzlos ihre Zusammenarbeit. Viel Kritik erntete auch der Nexus, den man schlicht als Deus Ex Machina einsetzte, sich aber inhaltlich nicht weiter damit befasste sowie die uninspirierte Todesszene des legendären James T. Kirk mit den Worten "It was fun".

Das sage ich: Keine Frage: Der erste TNG-Film krankt an so vielen Ecken und Enden, dass am Ende kein kohärenter Film mehr herauskommen konnte. Die Optik ist klasse und einige Szenen atmen die Luft eines großen Abenteuers, die innere Logik sowie das geflickschustert wirkende Drehbuch jedoch rauben so viel Momentum und Stimmigkeit, dass am Ende nur eine Aneinanderreihung von Episödchen ohne emotionale Resonanz übrigbleibt. Ein visuell starker Fehlschlag also.

Die Borg retten die Reihe: «Star Trek: First Contact»



Release: 1996

Die Bedrohung: Schwedische Maschinenwesen in Montana

Der Inhalt: Der schlimmste Feind der Föderation ist zurück: Die Borg. Nachdem man sie fast zerstören konnte, gelingt ihnen eine Zeitreise, um den ersten Warpflug der Menschheit zu verhindern. Picard & seine Crew folgen ihnen, treffen den Erbauer des ersten Warpschiffes, trinken Tequila und sorgen dafür, dass der historische erste Kontakt mit den Vulkaniern wie geplant stattfinden kann...

Produktionskosten: 45 Millionen Dollar

Das sagt das Box-Office: 92 Millionen Dollar in den USA reichen Stand 2016 noch für Platz 4 (unadjusted) und Platz 7 (adjusted). Dazu kamen 54 Millionen Dollar im Rest der Welt. Macht ein Gesamtergebnis von 146 Millionen Dollar. Somit ist er der erfolgreichste TNG-Film.

Das sagen die Fans: Abgesehen davon, dass sehr kritische Fans die vermeintlich zu starke Wandlung von Picard hin zu einem Actionhelden mit Rachegelüsten kritisierten, kommt der Film weitgehend sehr gut weg. Die Borg als Gegner wurden dabei ebenso gelobt, wie die Einführung der Borg-Queen, die wunderbaren Szenen in Montana mit Warpschiff-Bauer Zephram Cochrane sowie der titelgebende erste Kontakt mit den spitzohrigen Freunden am Ende des Films.

Das sage ich: Hier liege ich mit der Community fast komplett auf einer Wellenlänge. Der Film besitzt alles, was ein Abenteuerfilm und ein Star Trek-Film brauchen: Herz, Hirn, Action und eine Menge Humor. Dazu eine Geschichte, die uns zu einem der wichtigsten Momente der (fiktiven) Menschheitsgeschichte zurückführt (magisch!), eine Heldenfigur, die vollkommen gegen den Strich geschrieben und gespielt wurde und ein Fest für Augen und Ohren, nicht zuletut dank eines epischen Scores von Jerry Goldsmith. Mit Abstand der beste TNG-Kinofilm und sicherlich auch einer der drei besten der gesamten Reihe.

Viel zu viel Aufstand: «Star Trek: Insurrection»



Release: 1998

Die Bedrohung: Ein alternder Admiral und sein Freund von der Streckbank

Der Inhalt: Weit draußen in einer unwirtlichen Region des Alls schmieden ein Admiral und sein Kompagnon düstere Pläne. Durch Datas Aufmerksamkeit wird jedoch Picard samt Crew in die Angelegenheit hineingezogen und zettelt einen Aufstand gegen seinen Vorgesetzten an, um eine fast magisch anmutende, einheimische Spezies zu beschützen...

Produktionskosten: 58 Millionen Dollar

Das sagt das Box-Office: 70 Millionen Dollar in den USA reichen Stand 2016 noch für Platz 10 (unadjusted und adjusted). Dazu kamen 42 Millionen Dollar im Rest der Welt. Macht ein Gesamtergebnis von 112 Millionen Dollar. Somit ein klarer Rückschritt zum Vorgänger. Der Film ist in allen Kategorien der zweitschwächste der TNG-Filme und hat in Nordamerika von den Classic-Film gar nur den fünften Teil hinter sich.

Das sagen die Fans: Irgendwo im Mittelmaß landet der Film in der Fanszene. Einige mögen den Humor und das Thema, andere nicht. Einige finden die Machart gut, andere bemängeln, dass er sich eher wie eine Doppelfolge der Serie anfühlt und nicht wie ein Kinofilm. Einige haben ihn als grundehrliches, kleines Abenteuer im Gedächtnis, andere schon wieder vergessen, worum es eigentlich ging. Die Wahrheit liegt sicher irgendwo in der Mitte.

Das sage ich: Eine ganz schwierige Angelegenheit - der Film bietet durchaus liebenswerte Momente und starke Trek-Themen (der Jungbrunnen, das Besinnen auf innere Werte und die eigene Stärke, das bewusste Erleben des Moments). Zudem ist das Motiv, welches Picard in seinen kleinen Aufstand leitet ein gutes und wichtiges. In Sachen Humor (oder nennen wir es lieber Klamauk) meinte man es jedoch leider durchweg zu gut und auch die Geschichte um die Son´a mit Schurke Ru´afo sowie die zweitklassigen Effekte vermiesen den Spaß am Gesamtwerk. Mit «Star Trek: Generations» qualitativ weitestgehend en par und somit chancenlos gegen den achten und zehnten Teil.

Begegnung mit der Vergangenheit: «Star Trek: Nemesis»



Release: 2002

Die Bedrohung: Ein Spiegelbild, das so gern das Original wäre

Der Inhalt: Nach der Hochzeit von Riker und Troi findet die Crew nicht nur ein Vorgängermodell von Data, sondern wird auch zu Friedensverhandlungen nach Romulus gerufen. Der dortige Praetor hat jedoch etwas anderes im Sinn: Rache für seine Existenz zu nehmen und den Mann zu treffen und auszulöschen, dem er sie verdankt...

Produktionskosten: 60 Millionen Dollar

Das sagt das Box-Office: 43 Millionen Dollar in den USA reichen Stand 2016 nur für den 12. und letzten Platz (unadjusted und adjusted). Dazu kamen 24 Millionen Dollar im Rest der Welt. Macht ein Gesamtergebnis von 67 Millionen Dollar. Somit ist er in jeder Hinsicht der größte finanzielle Fehlschlag des ganzen Franchise und begründete eine sieben Jahre andauernde Pause der Reihe.

Das sagen die Fans: An diesem letzten Teil der TNG-Filme lassen nur wenige Fans ein gutes Haar. Zu aufgesetzt empfanden viele den Doppelgängerplot um Picard und auch Data, zu drastisch die Abkehr in Sachen Umsetzung durch den Trek-Neuling Stuart Baird. Der Film gilt somit bis heute in fast jeder Hinsicht als kompletter Fehlschlag.

Das sage ich: Einspruch! Der letzte TNG-Film krankte sicherlich an einigen Punkten (die zu simple Rechnung mit B-4, der nicht gänzlich notwendige Tod von Data, der finale Rachewahn von Shinzon) - darüberhinaus jedoch bot er eine Story, die sich auf die Werte Familie, Zusammenhalt und Freundschaft erdete, Entwicklungen bei den Charakteren im Auge hatte, einen interessanten Gegenspieler für Picard am Start hatte und versuchte, viele dieser Motive in Einklang zu bringen. Dass das Gesamtbild durch zu drastische Kürzungen und einige andere Fehlentscheidungen getrübt wurde, ist traurig. Dennoch haben wir es hier mit einem auch in Style und Flow starken SF-Film zu tun, der über die ganze Distanz zu unterhalten weiß und in den Besprechungen oft zu schlecht wegkommt. Kein episches Ende für die Crew um Captain Picard, aber immerhin ein gutes.

Auf der dritten und letzten Seite geht es um die drei neuen Reboot-Filme mit Chris Pine, Zachary Quinto, Zoe Saldana und Simon Pegg.


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Es gibt 1 Kommentar zum Artikel
Sentinel2003
15.07.2016 10:54 Uhr 1
Ich hatte bis heute nie Interesse an anderen Crews, ausser Kirk und Co!!

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