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RTL will die Krise weglachen

von   |  2 Kommentare

Vor knapp 15 Jahren begann der Stern der Telenovelas zu steigen, als die Sorgen der Menschen groß waren. Nun sind deutsche Sitcoms im Kommen. RTL bestellt davon drei Neue.

RTLs Sitcomversuch 2013

Schon vor gut zwei Jahren war man bei RTL auf den Trichter gekommen, Sitcoms täten dem Programm ganz gut. Mit «Sekretärinnen» liefen damals auch «Christine» (mit Diana Amft), eine Adaption der US-Serie «New Adventures of old Christine» und «Doc meets Dorf» (Regie: Franziska Meyer Price). Alle drei Formate holten aber unterdurchschnittliche Quoten, sodass es nicht zu einer zweiten Staffel kam. Stattdessen probierte sich RTL danach lieber - ebenfalls erfolglos - an heiteren Stoffen wie «Schmidt - Chaos auf Rezept» oder «Der Knastarzt».
Es ist eine alte Weisheit im TV-Geschäft. Haben die Zuschauer im echten Leben viele Sorgen und Nöte (aktuell bestimmen Krieg und zunehmende Gewalt in Deutschland die Schlagzeilen), werden diese im Fernsehen durch heitere und leichte Formate gerne vergessen. Vor rund zehn Jahren, als die Arbeitslosigkeit in Deutschland hoch war und die Wirtschaft kränkelte, stieg der Stern der Telenovelas – samt Happy-End-Versprechen. Inzwischen wird Humor so groß geschrieben wie lange nicht mehr. Nicht umsonst knacken neue Folgen von «The Big Bang Theory» immer neue Quotenrekorde. Weil aus Amerika derzeit aber wenig Passables nachkommt, müssen nun die deutschen Macher wieder ran. Nach den jüngsten Erfolgen von «Der Lehrer» (teils auch an die 20% in der Zielgruppe), startet RTL eine neue Sitcom-Offensive und gab gleich drei Projekten grünes Licht.

Mit dabei ist auch ein Format, in dem der ehemalige RTL-Sitcom-Star Jochen Busse («Das Amt», «7 Tage, 7 Köpfe») die Hauptrolle inne hat. «Nichttotzukriegen» stammt von der Firma proTV: Busse mimt darin ein altes Ekel, das seine Villa an zwei junge Pärchen verkauft. Er behält aber ein lebenslanges Wohnrecht und macht den Neuen das Leben nicht gerade leicht. Auch Caroline Frier («Alles was zählt») wirkt daran mit. Verena Altenberger spielt derweil in «Madga macht das schon» eine aus Österreich kommende Altenpflegerin, die sich plötzlich in einer zerrissenen deutschen Familie wiederfindet. Polyphon steht hinter dem Projekt.

Und Mirja Boes und Sina Tkotsch haben Hauptrollen in der Warner Bros.-Produktion «Beste Schwestern», in der zwei Mädels alle Tücken des Lebens gemeinsam nehmen meistern wollen. Gedreht werden soll jeweils ab Frühjahr in Köln und Berlin. Alle Staffeln umfassen zunächst acht Episoden – die derzeitigen Titel sind noch Arbeitstitel. Wann RTL die Serien zeigen möchte, ist noch unklar. Wahrscheinlich ist, dass mindestens zwei davon ab Anfang 2017 gemeinsam mit «Der Lehrer» in seiner dann nächsten Staffel laufen werden.

Fiction-Chef Philipp Steffens sagt dazu: "2014 haben wir zu einem bundesweiten Sitcom-Pitch aufgerufen, der für ein großes Echo gesorgt hat. Wir waren überwältigt von den vielen Einreichungen und Ideen. Daraus auszuwählen, war nicht einfach. Nach einer intensiven und engagierten Entwicklungszeit mit unseren kreativen Partnern freuen wir uns nun über die ersten drei neuen Sitcoms, die wir noch in diesem Jahr in einer ersten Staffel produzieren werden. Wir hoffen mit den neuen 30-Minütern ganz in der Tradition erfolgreicher Sitcoms bei RTL wieder neue Impulse für das Genre zu setzen und die Zuschauer zu begeistern."

Derzeit übrigens wiederholt RTL am späteren Donnerstagabend alte Sitcoms – darunter auch das vor drei Jahren gefloppte «Sekretärinnen». Dass man die Produktion hiervon noch einmal aufnimmt, gilt aber weiter als eher unwahrscheinlich.

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Es gibt 2 Kommentare zum Artikel
Sentinel2003
11.02.2016 09:35 Uhr 1
Keine Ahnung, was ich davon halten soll....vor allem, das RTL jetzt uralt Folgen von "Rita's Welt" sendet, finde ich eigentlich schon völlig bescheuert!
Malte
11.02.2016 09:39 Uhr 2
Ihr solltet vor dem Einstellen eines Artikels unbedingt die Typographie prüfen...

"Soirgen" und "Vor rund 2015 Jahren " sind mir beim ersten überfliegen des Textes aufgefallen.



Zum Thema: Ach, kommt so wenig adäquater Humor nach aus den USA? Ist mir nicht aufgefallen... Mag aber daran liegen, das die Streaminganbieter mittlerweile (auch mit ihren Eigenproduktionen) die Nase weit vorne haben. Daher sollten sich die deutschen Sender mal nach geeigneten Output-Deals mit Amazon & Co. orientieren.

Denn: deutsche Sitcoms funktionieren nicht. Das die kritiklosen Alleskonsumenten gerade so einen Schund wie "Der Lehrer" ansehen, ist der beste Beweis dafür. Qualität und "Lustig" gehen anders.

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