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«Weißensee»-Regisseur hält nichts von Eventprogrammierung

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Die Programmierung an drei aufeinander folgenden Tagen bezeichnete Friedemann Fromm als Risiko.

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Wir haben doch «Weissensee».

Dieser Satz war lange Zeit Ehrenrettung, Bankrotterklärung und Feigenblatt zugleich. Ehrenrettung, weil man «Weissensee» auch dann als tolle deutsche Serienproduktion nennen konnte, wenn es um deutsche Serien gerade am schlimmsten stand. Wenn man sich durch das öffentlich-rechtliche und private Elend zwischen «In aller Freundschaft» und «Christine – Perfekt war gestern» zappte und schier darüber verzweifelte, dass man in Serien-Deutschland, verglichen mit der angelsächsischen Überproduktion an erstklassigen horizontalen Formaten, leben musste wie ein Maulesel.

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Die Kritiker sind sich weitesgehend einig: «Weissensee» ist die beste deutsche Serie der vergangenen Jahre. Die dritte Staffel startet Das Erste nun auf ihrem bisherigen Sendeplatz am Dienstag um 20.15 Uhr, zeigt diesmal aber zwei Episoden am Stück. Anlässlich des Tages der deutschen Einheit am kommenden Samstag, bleibt es dann nicht bei einem wöchentlichen Rhythmus, stattdessen wird die Staffel schon am Mittwoch- und Donnerstagabend fortgesetzt. Das schmeckt dem Regisseur des Formats, Friedemann Fromm, nicht. Er lehnt sich aus dem Fenster und kritisiert – was in der Branche bei Leibe nicht üblich ist – seinen Auftraggeber.

„Es ist ein Risiko, ein Format von seinem angestammten Sendeplatz, in unserem Fall dem Dienstagabend, runterzunehmen und es so massiv zu programmieren. Ich kenne in meinem Umfeld niemanden, der einfach so drei Abende hintereinander für eine TV-Sendung freiräumt, Sport, Freizeit und Freunde ausschaltet und es auch noch schafft, die Kinder rechtzeitig ins Bett zu bringen“, meckert Fromm, nicht ohne zu erwähnen, dass es grundsätzlich bemerkenswert sei, wenn die ARD neue Wege geht.

Quervergleiche zu Anbietern wie Netflix, die Staffeln immer auf einen Schlag verfügbar machen und somit forcieren, dass Geschichten direkt hintereinander konsumiert werden, lässt Fromm derweil nicht gelten. „Da bestimme ich selbst den Termin“, so Fromm, der das dänische Fernsehen als Art Vorbild für das Deutsche sieht. Dort habe das Fernsehen, und somit auch DR1, völlig am Boden gelegen und deshalb gesagt: „Entweder wir schaffen uns selbst ab - oder wir wagen etwas richtig Geiles. Sie haben sich einen einzigen Schuss gegönnt, richtig gute Leute zusammengespannt. Am Ende hatten sie «Borgen».“

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