Ein weiteres Trash-Spektakel fand am Mittwochabend im RTL-Programm seinen Platz. Doch bis auf sinnbefreites Gerede ebenso unbekannter wie bedeutungsloser Tratschweiber gab es recht wenig zu sehen.
Namibia ist gerade für deutsche Touristen eines der beliebtesten Reiseziele des afrikanischen Kontinents. Neben beeindruckenden Landschaften und einer sehr artenreichen Fauna gibt es in dem Land auch eine sehr vielfältige Kultur - und sogar eine durchaus große deutschsprachige Minderheit lebt noch heute dort. Von all dem bekommen die Zuschauer von «Wild Girls - Auf High Heels durch Afrika» allerdings kaum etwas mit, stattdessen bietet RTL in seiner neuen Reality-Show einmal mehr Pseudo-Prominenz an, die vor laufender Kamera substanzloses Zeug daherschwafelt. Unterhaltsam ist das nur für Hardcore-Fans des Trash-Fernsehens.
Das weitere Geschehen der ersten Folge kann man an dieser Stelle recht bündig zusammenfassen: Der Moderator Andreas Jancke spricht seine auswendig gelernte Begrüßung auf, ein Eingeborener weist die zwölf Teilnehmer auf das Triple-S der grausamsten Gefahren (Skorpione, Schlagen und Spinnen) der Wüste hin, bevor sich diese optional wie von der Tarantel gestochen oder motivationsarm herumschleichend in das nicht weit entfernte Nomadendorf begeben. Da sich fünf für die erstgenannte Option entscheiden, allerdings nur die ersten vier eine Belohnung erhalten, gibt es auf der Zielgeraden noch ein erbittertes Tussicatchen zwischen Sara und Jordan Carver. Endlich im Dorf angekommen bereiten die Bewohner den Neuankömmlingen noch einen netten Empfang, indem sie ihnen zeigen, wie man eine Ziege nach Hausmannsart schlachtet. Die einzig wahre Sarah K. rührt dies zu Tränen. Am Ende des Tages begeben sich die angeblichen Glamour-Girls schließlich in ihr Schlafgemach, nur Miriam muss aufgrund eines ungültigen Passes mit dem örtlichen Gefängnis Vorlieb nehmen.
Allerdings macht sich «Wild Girls» mit diesem extremen Fokus auf Trash-Promis auch selbst ein Problem: Es fehlt die Abwechslung, es fehlen wirkliche Sympathieträger und es fehlt die Meta-Ebene, die aus dieser Endlagerung des Promimülls ein sehenswertes Format mit Kult-Potenzial macht. Kurz gesagt: Es fehlt all das, was das Dschungelcamp qualitativ so stark aus dem Reality-Einheitsbrei heraushebt. So hat zwar der Fan von geistloser Unterhaltung durchaus seinen Spaß, doch jeder, der sich von einer solchen Sendung mehr erhofft als eine Stunde lang mitzuerleben, wie uninteressante Menschen dummes Zeug in die Kamera reden und sich ein wenig selbst profilieren, wird schnell enttäuscht das Weite suchen.• Auf High Heels durch Afrika • Auf und davon • Big Brother • Der Bachelor • Germany's Next Topmodel • Holt mich hier raus! • Ich bin ein Star • Ich bin ein Star - Holt mich hier raus! • Wild Girls
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