Fernsehfriedhof

Der Fernsehfriedhof: Der Vorgänger von «DSDS»

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Quotenmeter.de erinnert an all die Fernsehformate, die längst im Schleier der Vergessenheit untergegangen sind. Folge 121: Die Samstagabend-Show von DJ Bobo.

Liebe Fernsehgemeinde, heute gedenken wir einer Castingshow, die ausgestrahlt wurde, lang bevor es den Begriff überhaupt gab.

«DJ Bobo – Die Show» wurde am 12. September 1998 bei RTL geboren und entstand zu einer Zeit, als der Sender versuchte ein jüngeres Publikum anzusprechen und dabei vor allem auf die Verpflichtung von erfolgreichen Musikkünstlern setzte. So übernahm fast zeitgleich die Sängerin Blümchen (alias Jasmin Wagner) die legendäre «Mini Playback Show». Doch RTL wollte mehr und engagierte den Schweizer Popstar DJ Bobo (alias Réné Baumann), der mit seinen Hits „Everybody“, „Freedom“ und „There Is A Party“ die deutschen Charts dominierte, für eine Samstagabendshow. Erste Erfahrungen konnte er bereits als Schwangerschaftsvertretung von Linda de Mol in der «Soundmix Show» sammeln.

Sein erstes eigenes Format verfolgte ein ähnliches Konzept. In jeder Ausgabe der abendfüllenden Sendung traten sechs Kandidaten in einem Gesangswettbewerb gegeneinander an. Diese mussten dabei einen Song vortragen, der unkonventionell arrangiert war. Ein Schlager wurde beispielsweise als Hip-Hop-Track produziert. Doch damit nicht genug. Aus einem nicht nachvollziehbaren Grund mussten sich die Kontrahenten zudem in kleinen Spielen im Studio behaupten. Der Gewinner bekam neben dem Titel „Showtalent des Abends“ einen Plattenvertrag und die Möglichkeit, eine Ausbildung am „Liverpool Institut for Performing Art" zu absolvieren. Letztendlich kann das Format damit als Vorgänger von heutigen Castingshows wie «Deutschland sucht den Superstar» angesehen werden. Doch weder Bobos bescheidene Moderationskünste noch die abstruse Mischung konnten beim Publikum überzeugen, sodass RTL nach wenigen Wochen das Experiment beendete.

«DJ Bobo – Die Show» wurde am 02. Juli 1999 beerdigt und erreichte ein Alter von drei Folgen. Die Show hinterließ den Moderator DJ Bobo, der im Jahr 2009 für ProSieben «Germany’s Next Showstars» suchte und dann in der Jury von «Die größten Schweizer Talente» saß.

Möge die Show in Frieden ruhen!

Die nächste Ausgabe des Fernsehfriedhofs widmet sich der Comedyshow mit Dschungelkönig Peer Kusmagk.

Kurz-URL: qmde.de/48976
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