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ZDF verliert Krimi- und Spahn-Duell

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Sowohl die «Wilsberg»-Ermittlungen, als auch die Berichte zum gestürzten CDU-Fraktionschef, zogen im Zweiten den Kürzeren. Auch ein Danger Dan-Spezial war nicht vorne zu suchen.

Am Abend vor dem Finale der Fußball-Weltmeisterschaft der Männer herrschte in den Programmen der TV-Stationen praktisch Ruhe vor dem Sturm. Diese Formulierung kann wirklich sinnbildlich gelten, denn Bewegung mit neuem Stoff war auf breiter Ebene trotzdem nicht zu beobachten. Stattdessen kam eine (Archiv-)Material-Schlacht zwischen ARD und ZDF auf, die sich konfrontativ alte Krimi-Ware um die Ohren hauten. Dies im ZDF aber erst ab 20.25 Uhr (im Ersten ab 20.30 Uhr), weil ein fünfzehnminütiges «ZDF Spezial - Spahn tritt zurück - wie weiter in der CDU?» zwischen 19.23 und 19.38 Uhr für Verzögerungen sorgte.

Als Verlierer hervorgegangen aus dieser Schlacht am gestrigen Samstag, den 18. Juli, ist in mehrerer Hinsicht das ZDF: Denn dort sahen den «Wilsberg»-Re-Run nur erstaunlich verhaltene 2,08 Millionen Leute des Gesamtpublikums und beförderten einen ausbaufähigen Anteil von 12,0 Prozent zur Anstalt. Das bedeutete nur den zweiten Rang insgesamt. Ganz schwach die Lage bei den Jüngeren, die zu ganz niedrigen 2,8 Prozent (0,06 Millionen) den Film wählten. Auf eine ähnliche Reichweite kam am Vorabend übrigens das angesprochene Spahn-Spezial: Es holte 2,06 Millionen, die zu dieser Zeit für ordentliche 15,9 Prozent langten, was aber hinter der Performance des etwas späteren Brennpunkts im Ersten lag. Der Fall war dies auch bezüglich der Jüngeren, bei denen sich mittelprächtige 7,3 Prozent aus 0,11 Millionen ergaben.

Übergeordnet lässt sich wohl sagen, dass Spahn getriggerte ARD-News («Tagesschau» sehr hohe 4,27 Millionen/26,7 Prozent und «Brennpunkt» starke 3,91 Millionen/23,6 Prozent) dem ZDF den Primetime-Einstieg ungewohnt erschwerten, weil beide genannten Nachrichten-Marken bei derartigen Ereignissen oft allererste Anlaufstelle der Informationsbedürftigen sind.

Aber nochmal zurück zum weiteren Verlauf der Mainzer: Ab 21.55 Uhr kam es zu einer Nachrichten-Ausstrahlung vom «Heute Journal»: Der Marktanteil erhöhte sich im Vergleich zum gedrosselten Krimi ein Stück auf passable 14,0 Prozent (2,44 Millionen), während sich bei den Jüngeren weiterhin sehr dürftige 0,12 Millionen Personen beziehungsweise 4,9 Prozent ergaben - sonst kommt das Journal vom Lerchenberg gerne deutlich über drei Millionen, hier schlug womöglich auch die Vorwegnahme durch den starken Brennpunkt durch.

Doch es gibt noch mehr Erwähnenswertes: Denn um 23.48 Uhr sendete das ZDF eine Spezial-Sendung seines Kulturmagazins «aspekte», das sich mit der kürzlichen Ausladung des Musikers Danger Dan befasste, der in der 100. Ausgabe von «Die Anstalt» mit einem kontroversen Song auftreten sollte. Aufmerksamkeit erhielt die Besprechung des damit verbundenen Konflikts linear allerdings lediglich von 0,88 Millionen Interessierten gesamt, wie 0,10 Millionen aus der Gruppe der 14-49-Jährigen. Folge waren maue Anteile im Umfang 8,2 und 4,1 Prozent. Wie viele das «aspekte»-Spezial bereits im Streaming-Portal vorwegnahmen, steht aktuell nicht fest.

© AGF Videoforschung in Zusammenarbeit mit GfK; videoSCOPE 1.3, Marktstandard: TV. Zuschauer ab 3 Jahren und 14-49 Jahre (Vorläufige Daten), BRD gesamt/ Fernsehpanel D+EU Millionen und Marktanteile in %.
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