Primetime-Check

Samstag, 18. Juli 2026

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Viele Privatsender bekleckerten sich nicht mit Ruhm - am Gesamtmarkt zog ein Andy Borg-Best Of in den Dritten an sämtlichen von ihnen vorbei.

Eine vitale Zuschauerzahl fuhr das Erste trotz Wiederholung ein, das mit «Mordlichter» klar gute 17,7 Prozent bei insgesamt 3,06 Millionen generieren konnte - damit lag man klar vor dem ZDF, obwohl man nicht die vier Millionen riss. Bei den 14-49-Jährigen konnte die ARD-Reihe immerhin akzeptabel performen, hier waren 7,3 Prozent bei einer dazugehörigen Reichweite von 0,16 Millionen drin. Im Vergleich zum vorher gezeigten «Brennpunkt: Jens Spahn tritt zurück» wurden damit ein paar Rückgänge markiert: Die Sondersendung schnitt am Gesamtmarkt mit 23,6 Prozent (3,91 Millionen) wie 19,7 Prozent (0,41 Millionen) bei den Jüngeren stark ab, womit man klar führend war in beiden Altersgruppen.

Alten Krimi-Stoff lieferte gestern auch das ZDF. Dort konnte eine bereits ausgestrahlte «Wilsberg»-Folge bloß ungewohnt mittelprächtige 12,0 Prozent (2,08 Millionen Einschaltende) angeln, lag somit weit hinter dem Ersten. Bei den Jüngeren waren nur ganz üble Zahlen zu holen: 2,8 Prozent (0,06 Millionen) sprangen heraus. Übergeordnet lässt sich wohl sagen, dass Spahn getriggerte ARD-News («Tagesschau» sehr hohe 4,27 Millionen/26,7 Prozent und «Brennpunkt» starke 3,91 Millionen/23,6 Prozent) dem ZDF den Primetime-Einstieg ungewohnt erschwerten.

Am zweit-erfolgreichsten bei den Menschen bis 49 war etwas überraschend VOX: Die rote Kugel zeigte eine Romantik-Wiederholung: «Fifty Shades of Grey - Befreite Lust»  brachte schöne 10,5 Prozent in der Zielgruppe auf, wofür allerdings bereits begrenzte 0,23 Millionen langten - hier zeigte sich die Überschaubarkeit der gestrigen TV-Reichweiten bei den 14.49-Jährigen. Insgesamt kam man auf eben noch annehmbare 3,5 Prozent durch 0,60 Millionen. ProSieben mit einer erneuten «Das Duell um die Welt - Team Joko gegen Team Klaas»-Aufwärmung stand weiter verbessert, aber schon klar dahinter da, weil bei der Ausstrahlung recht vertretbare 6,5 Zielgruppen-Prozent durch 0,15 Millionen herauskamen - wirklich gut ist das alles aber weiterhin nicht. Am Gesamtmarkt mobilisierte die Show lediglich 0,25 Millionen zu anhaltend mickrigen 1,6 Prozent.

Der Bällchensender programmierte Retro-Action mit dem ersten «Top Gun». Im gestrigen Umfeld als wenigstens annehmbar zu wertende 6,5 Prozent (0,14 Millionen) ließen Sat.1 im eigenen Dafürhalten wohl noch d'accord gehen. Insgesamt ließen 0,82 Millionen zu 4,8 Prozent ein mäßiges Ergebnis zu, wenngleich auch hier die Millionen verpasst wurden. RTL, wo eine Wiederholung «Legenden der Comedy» gezeigt wurde, stand sehr ähnlich da, was gemessen am Kölner Senderschnitt aber negativer einzuordnen war. Bedacht wurde Barth nämlich mit 0,14 Millionen und klar unterdurchschnittlichen 6,1 Prozent in der Zielgruppe - damit konnte RTL nicht zufrieden sein. Ausbaufähig auch die Zahlen bei den Leuten ab drei Jahren mit 4,8 Prozent bei 0,78 Millionen.

Ins Feld vor RTLZWEI und Kabel Eins mischte sich im hinteren Bereich ZDFneo, dem die Action «White House Down» eine für Sparten-Dimensionen erfreuliche Leistung in Höhe 5,7 Prozent (0,13 Millionen Jüngere) beschaffte. RTLZWEI hatte mit «Armes Deutschland – Stempeln oder abrackern?» weniger zu melden - hier langten erneut lediglich 0,09 Millionen bereits zu prozentual durchwinkbaren 4,0 Prozent. 2,0 Prozent bei 0,35 Millionen gewannen am Gesamtmarkt zudem keinen Blumentopf. Extrem übel erschwischte es die orange Eins mit «Elsbeth». Denn die Quoten der ersten Episode kamen nur auf völlig unterirdische 0,7 Prozent, die die eh schon desolate Vorwochenleistung nochmal unterboten. 0,01 Millionen Umworbene hielten sich nur mit aller Mühe im Messbaren. Immerhin war mit Folge zwei eine begrenzte Steigerung auf nicht mehr ganz dystopische 2,0 Prozent durch 0,05 Millionen möglich. Insgesamt zeigte der Tacho maximal 2,3 Prozent (0,40 Millionen). Übergeordnet bleibt der Eindruck, dass Kabel sich etwas anderes einfallen lassen muss.

Zum Abschluss noch eine Erwähnung finden sollte die SWR-Show «Schlagerspaß mit Andy Borg», die an diesem Samstag mit einem Best-Of daherkam. Jenes fuhr bei den Älteren ein löbliches Resultat in Höhe 5,3 Prozent zu 0,92 Millionen ein. Damit lag die Gesangs-Sendung am Gesamtmarkt vor sämtlichen privaten Programmen und kratzte stärker als eben jene an der Millionen-Marke.

© AGF Videoforschung in Zusammenarbeit mit GfK; videoSCOPE 1.3, Marktstandard: TV. Zuschauer ab 3 Jahren und 14-49 Jahre (Vorläufige Daten), BRD gesamt/ Fernsehpanel D+EU Millionen und Marktanteile in %.
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