Schlager wird von vielen geliebt, aber andererseits auch oft als Kitsch belächelt. Woher kommt diese Sehnsucht nach der heilen Welt? Die Dokumentation «Hits, Herz, Heimat – Kitsch und Kult» von Constanze Grießler will dieser Frage nachgehen und die Kulturgeschichte des Schlagers – von der Operette über den «Musikantenstadl» bis zum «Eurovision Song Contest» erzählen. 3sat zeigt den Film am Samstag, 25. April 2026, um 20.15 Uhr in Erstausstrahlung. Die Sendung ist nach Ausstrahlung für drei Monate in der 3satMediathek verfügbar.Schlager-Anarchist und «ESC»-Insider Guildo Horn sagt über das Genre: "Die Schlagermusik ist eine der schönsten Drogen der Jetzt-Zeit", sagt er. Im Interview erinnert er sich an seinen Auftritt beim «Eurovision Song Contest» 1998 in Birmingham. Der diplomierte Pädagoge dekonstruiert sein Schlagersänger-Image und spannt den Bogen von seinen Anfängen in Kölner Clubs bis hin zu Rollen in Musical und Operette. Der Schlager, betont Horn, ist kein modernes Industrieprodukt, sondern hat seine Wurzeln in der Operette der 1920er-Jahre.
Daran knüpfen auch die Geschwister Pfister an: Auf der Bühne überzeichnen sie den Schlager und zeigen, dass man Kitsch zugleich parodieren und verehren kann. Die Berliner Kulttruppe steht für eine "neue Offenheit" des Genres – eine Rückkehr zu jener Frivolität und Doppeldeutigkeit, die den Schlager vor seiner "Säuberung" in der Nachkriegszeit prägten. Bekannt sind sie unter anderem für ihre Revue "Servus Peter – Oh là là Mireille".
Im Queer Museum Wien spricht das Filmteam mit Alkis Vlassakakis und Marco Schreuder, Hosts von «Merci, Chéri – Der Eurovision Podcast» und Kuratoren der Ausstellung "United by Queerness". Sie zeigen die subversive Seite der Schlager- und ESC-Geschichte und beleuchten das Genre Schlager als "Safe Space" für die LGBTQ+-Community.







Stephan Lacant: ‚Das Schöne ist nicht beruhigend, sondern unheimlich‘

1. Aufnahmeleitung im Bereich Reality (m/w/d)




Schreibe den ersten Kommentar zum Artikel