Unterdrückte Wut ist ein nicht gerade gängiges Thema im großen Hollywood-Dschungel, doch wenn es einmal aufgegriffen wird, können wie im Klassiker «Falling Down» echte Perlen des Erzählens entstehen.
Die Netflix-Serie «Beef» nimmt sich nun genau des Themas an und macht daraus eine über weite Strecken brillante Charakterstudie über das unbefriedigende Leben zweier Menschen, die sich durch scheinbare Kleinigkeiten an und über die Grenzen ihrer persönlichen Geduld hinaus reizen lassen. «Beef» erzählt die Geschichte von Danny Cho (Steven Yeun) und Amy Lau (Ali Wong), zwei Amerikanern asiatischer Abstammung, deren Leben und Probleme unterschiedlicher kaum sein könnten. Während Cho einen hart arbeitenden Handwerker spielt, der mehr schlecht als recht versucht, über die Runden zu kommen und ein Haus für seine Eltern zu finanzieren, versucht Lau, die in eine reiche Künstlerfamilie eingeheiratet hat, sich einen eigenen Namen zu machen. Auf den ersten Blick scheint es also durchaus plausibel, dass es sich bei Beef um einen Klassenkampf zwischen Arm und Reich handeln könnte.
«Beef» mag in vielerlei Hinsicht übertrieben wirken. Die Handlungen der Protagonisten sind wenig plausibel. Zwischen Belustigung und Mitleid verfolgt der Zuschauer das Geschehen der ungleichen Kontrahenten und fragt sich doch immer wieder, wie wohl der eigene „breaking point“ aussehen würde. Schauspielerisch kauft man den beiden Protagonisten ihre Rollen zu jeder Zeit ab, der „Beef“ zwischen diesen Figuren wird schnell zu einem Unfall, von dem man nicht wegschauen kann. Der einzige große Schwachpunkt der Serie ist die viel zu lange Laufzeit, die immer wieder zu Pacingproblemen führt. 

• Beef • Falling Down
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