SportCheck spezial: Das Coronavirus hat fast die komplette Sportwelt lahmgelegt. Das stellt Funktionäre und Fans gleichermaßen auf die Probe. Ein Kommentar in fordernden Zeiten.
In Deutschland und weiten Teilen der Welt müssen Spitzen- und Breitensport einem größeren Ziel weichen: Aufgabe der Menschheit ist es in diesen Tagen, die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zumindest zu verlangsamen. Das Virus ist nach letzten Erkenntnissen nicht nur eine simple Grippe, wie sie Jahr für Jahr auftritt, sondern eben eine hochinfektiöse Krankheit, die die Gesundheitswesen zahlreicher Länder auf die Probe stellen kann und vielleicht wird. Es geht um Rücksicht gegenüber gesundheitlich geschwächten und/oder älteren Menschen. Um die Ausbreitung einzudämmen, soll sozialer Kontakt gemieden werden; auf dem Sportplatz, im Stadion und an der Rennstrecke.
Ähnliches gilt für die Handball-Bundesliga, in der bis Ende April ohnehin nur drei reguläre Spieltage ausfallen. Auch diese könnten im Hochsommer nachgeholt werden. Im Handball sind derweil aber Zuschauereinnahmen für die Klubs ungleich wichtiger als im Fußball. Anders sieht es da schon bei der Formel1 und im Tennis-Zirkus aus: Dass die bisher abgesagten Events (bei der ATP-Tour unter anderem die Masters in den USA und das 500er-Turnier in Barcelona) noch nachgeholt werden können, scheint angesichts des dicht gedrängten Spielplans fast unmöglich. Theoretisch ließe sich das Masters in Indian Wells, das als fünfter Grand Slam gilt, im Spätsommer und somit kurz vor den US Open, einschieben. Aber nur mit Mühe. Die Formel1, die 2020 erstmals 22 Rennwochenenden abhalten wollte, wird kaum die Möglichkeit haben, während der Saison nochmals nach Australien zurückzukehren. Vietnam drängt auf neuer Strecke unbedingt auf die Durchführung des Grand Prix; möglicherweise ließe sich das Rennen hier noch nachholen – allerdings nur, wenn die Ausbreitung des Virus im nahegelegenen China wirklich gestoppt ist. Die Formel1 geht inzwischen davon aus, dass erst ab Mai und dann in Europa wieder gefahren wird. Ob man den Grand Prix auf der ebenfalls neuen Strecke in den Niederlanden im Sommer nachträglich in den Terminkalender quetschen kann, gilt nicht als ausgeschlossen. Gegenüber Sky Sports in UK sagte der verantwortliche Formel1-Macher Ross Brawn, dass man versuchen werde, in diesem Jahr 17 bis 18 Rennen abzuhalten. Einst geplant waren 22 Stück. In Australien wird derweil debattiert, wer die Kosten für den Rennausfall übernimmt. Wer erstattet das Ticket-Geld zurück? Und muss der Veranstalter an die Formel1 wirklich die Gebühr für die Ausrichtung des Rennens zahlen?

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