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Am Puls der Zeit: «GZSZ» holt sich rechtsextreme Figur an Bord

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„Der Neue“ hatte schon vergangene Woche seinen ersten Auftritt. Die Macher erklären, was sie bezwecken wollen und der Schauspieler, wie er mit seiner Rolle umgeht.

Immer wieder auch gesellschaftspolitische Trends aufzuspüren und zu thematisieren, das schreibt sich die tägliche Serie «Gute Zeiten, schlechte Zeiten» schon seit vielen Jahren auf die Fahnen. Im Herbst wird das 19.40-Uhr-Format von RTL einer aktuellen gesellschaftlichen Strömung widmen. Schon Ende vergangener Woche tauchte erstmals eine neue Figur im Mauerwerk auf: Lars, gespielt von Timon Ballenberger. Lars arbeitet als Beikoch und wird in dieser Woche eine engere Bindung zu Ex-Knacki Eric aufbauen. Was die Zuschauer (und die Figuren in der Handlung) da noch nicht ahnen: Lars kommt aus der rechten Szene.

„Die Zuschauer erwartet eine spannende Geschichte zwischen Erik und Lars. Über Freundschaft und Loyalität - mit vielen unerwarteten Wendungen. Lars ist anders, als man zuerst denken mag. Er wird sich mit einigen gestandenen Figuren anlegen. Es wird sehr konfliktreich in der Serie“, sagt der Lars-Darsteller. „Es erfordert eine sehr genaue Vorbereitung. Es ist interessant, eine solche Rolle zu spielen, die sich stark von mir selbst und meiner Einstellung unterscheidet. Aber gerade das ist einer der vielen Gründe für mich, Schauspieler zu sein und mich damit auseinanderzusetzen“, sagte Ballenberger, der betonte, sich lange auf diese Rolle vorbereitet zu haben.

Was erhofft sich der Darsteller? „Sicherlich werden die meisten Lars Entscheidungen stark verurteilen und das finde ich auch richtig. Hoffentlich werden die Zuschauer auch darüber sprechen und diskutieren, wie man damit umgeht.“ Die «GZSZ»-Macher erklären, dass sie mit dem Handlungsstrang ein Zeichen setzen möchten. Dominique Moro, die Chefautorin der Serie, sagt: „Wir positionieren uns klar gegen diesen Trend. «GZSZ» steht für ein offenes und tolerantes Miteinander aller Menschen.“ Produzentin Petra Kolle sieht durchaus gesellschaftliche Entwicklungen, die nicht gut sind: „Rechtsextremismus war vor einigen Jahren eher eine ärgerliche Randerscheinung in unserer Gesellschaft. Sie findet nun immer mehr Einzug in alle Bereiche unseres gesellschaftlichen Lebens. Radikal rechte und gewaltbereite Gruppen werden zunehmend akzeptiert.“ Dieser rechte Weg sei nicht der Richtige, sagt die Produzentin, „weil die Würde des Menschen unantastbar ist und bleiben muss.“

Ballenberger wird als Lars nicht zum Hauptcast von «GZSZ» gehören - er spielt eine Gastrolle, was heißt, dass das Engagement (zunächst) zeitlich begrenzt angelegt ist.

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