Schockierende Wendungen, spektakuläre Enthüllungen, unvorhergesehene Entwicklungen. Wir blicken auf zehn Serien des neuen Jahrtausends, die sich mit Twists erfolgreich neu erfunden haben.
Für viele ist Walter White heute noch bloß ein Chemie-Lehrer, der in die Welt des Verbrechens gezwungen wurde, um seine Familie zu retten. Dabei gab sich Serienmacher Vince Gilligan nach eigener Aussage die größte Mühe, den von Bryan Cranston gespielten Charakter früher oder später vollends zum Bösewicht verkommen zu lassen, was nicht wirklich gelang. Die meisten Zuschauer fieberten trotzdem mit dem Antihelden mit und verteufelten stattdessen seine Frau, die eigentlich als moralische Instanz der Serie fungieren sollte.
Auch «House of Cards» sorgte in seiner Geschichte für so einige spektakuläre Wendungen. Kein Wunder, schließlich wird in der Politik darin scheinbar mit allen Mitteln gespielt. Der Mord an Zoe Barnes in Staffel eins hätte eigentlich nicht so überraschend kommen sollen, wie er es letztlich tat, schließlich hatte Frank Underwood schon ein paar Episoden zuvor jemanden umgebracht. Dass der angehende Präsident jedoch jemanden vor einen Zug stoßen würde, der ihm zu diesem Zeitpunkt eigentlich nahe stand, mit dem er sogar ein sexuelles Verhältnis hatte, kam dennoch sehr unerwartet. Darüber hinaus wurde Barnes kurz vor Staffelstart in der Werbung noch als eine der zentralen Charaktere beworben.
Auch das Versteckspiel des geheimen Serienmörders «Dexter» Morgan brachte viele schockierende Entwicklungen hervor – während beispielsweise die Enthüllung in Staffel eins, dass der Ice Truck Killer in Wirklichkeit Dexters Bruder ist, einen großartigen Serienmoment bescherte, sorgte die Wendung im Serienfinale, in der «Dexter» sich für ein Leben als Holzfäller entschieden zu haben scheint, für Kopfschütteln. Ihren Zenit erreichte die Showtime-Serie dafür in Staffel vier, als «Dexter» dem mysteriösen Trinity-Killer nachjagte, dessen Identität die Zuschauer schon einige Zeit vor dem Serien-Antihelden kannten.
Das Finale von «Lost» sorgte für große Enttäuschung, doch zu seinem Zenit stellte die ABC-Serie nicht weniger als die populärste Fernsehserie der Nuller Jahre dar. Ihren vermeintlichen Höhepunkt erreichte die Mystery-Serie durch einen Plot-Twist im Finale der dritten Staffel. Dabei lieferte auch «Lost» eine Vielzahl an spektakulären Wendungen, die stets darauf bedacht waren, die gestrandeten Inselbewohner in ein neues Licht zu rücken. Das beste Beispiel dafür stellte eine Episode dar, die sich gar nicht auf der Insel abspielte. Was wirkte, wie eine Rückschau, war jedoch in Wirklichkeit eine Vorschau.
Spricht man über Plot-Twists in Serien, führt an «Game of Thrones» kein Weg vorbei. Aufgrund seines kompromisslosen Umgangs mit Hauptcharakteren oder geliebten Nebenfiguren lieferte die HBO-Serie schon so manchen Aufreger, der bei Zuschauern für offene Münder sorgte. Es fing mit Ned Starks Enthauptung in Staffel eins an, zu einer Zeit, als der Lord von Winterfell die Hauptfigur der kompletten Serie zu sein schien. Seitdem folgten zahlreiche unvorhergesehene Ereignisse, die gängigen Erzählkonventionen widerstrebten und etliche Serientode hervorbrachten.

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