Quotencheck

«The Tonight Show Starring Jimmy Fallon»

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One, das ehemalige Einsfestival, hält seit 2016 die Rechte an der beliebtesten US-Late-Night-Show. Nur vereinzelt nahmen deutsche Fernsehzuschauer davon bislang im Jahr 2017 Kenntnis.

Das Late-Night-Genre liegt im deutschen Fernsehen dieser Tage nahezu brach. Harald Schmidt oder Stefan Raab, zwei deutsche Größen in diesem Bereich, schworen dem Fernsehen in den vergangenen Jahren ab, lediglich das «Neo Magazin Royale» könnte man unter den bekannteren Formaten noch in diesem Genre verorten. Im Mutterland des Genres, den USA, erfreuen sich die unterhaltenden Talks zu später Stunde noch immer großer Beliebtheit – seit Jahren führt dort die «Tonight Show» die Quotenlisten an, die bereits vor einiger Zeit vom vorigen «The Late Show»-Moderator Jimmy Fallon übernommen wurde und diesen in neue Sphären der Popularität katapultierte. Angesichts des Late-Night-Vakuums in Deutschland ergriff joiz früh die Chance und erwarb die Rechte an Wiederholungen der montags bis donnerstags laufenden NBC-Sendung, ab Anfang 2016 übernahm Einsfestival, das sich pünktlich zum Abtritt Stefan Raabs die Dienste Fallons sicherte.

Mittlerweile hört der öffentlich-rechtliche Sender nicht mehr auf den Namen Einsfestival, sondern auf One. Mit der Namensänderung nahm sich One ab Sommer 2016 mehr denn je zum Ziel, auch 29- bis 49-Jährige und damit das jüngere Publikum verstärkt anzusprechen – ein Vorhaben, mit dessen Umsetzung öffentlich-rechtliche Sender dieser Tage nach wie vor Schwierigkeiten haben. Neben einem höheren Fokus auf Fiction und Entertainment blieb die «Tonight Show» One erhalten. Die ARD entschloss sich zum Jahresstart 2017 schließlich auch dazu, die Quoten von One ausweisen zu lassen, so zeigte sich zum Jahresbeginn erstmals, wie gefragt das US-Format tatsächlich ist. Schließlich befasst sich das Format auch verstärkt mit US-amerikanischer (Pop-)Kultur, die nicht jeden deutschen Fernsehenden ansprechen wird, genauso wenig wie der englische Originalton, in dem die «Tonight Show» auch hierzulande ausgestrahlt wird.

Der unmittelbare Jahresstart verlief zunächst einmal ernüchternd für One, auch obwohl detaillierte Vergleichswerte aufgrund fehlender Messungen bis 2017 nicht vorlagen. Drei Folgen in der Silvesternacht generierten nur in der ersten Ausgabe ab drei Uhr insgesamt 0,1 Prozent, die Werte der darauffolgenden drei Ausgaben bewegten sich im nicht messbaren Bereich. Ab dem 2. Januar nahm One im Rahmen der «Tonight Show» wieder den regulären Senderhythmus auf, der in einer in Deutschland bis dahin ungesehenen Ausgabe, meist ab etwa 23.15 Uhr, sowie in weiteren Reruns ab drei Uhr morgens besteht. Auf dem regulären Sendeplatz am 2. Januar erreichte die «Tonight Show» ab etwa 23.33 Uhr zunächst 20.000 Zuschauer ab Drei, davon etwa 10.000 im Alter zwischen 14 und 49 Jahren, mit jeweils einem Prozent insgesamt und in der jungen Altersgruppe.

Glaubt man den sporadischen Quotenausweisungen, die Einsfestival und später One zuvor noch monatlich bekannt gaben, beläuft sich der Schnitt des Senders beim Gesamtpublikum auf etwa 0,6 Prozent. Wenig berauschend gestalteten sich dementsprechend zunächst die Sehbeteiligungen, zumal das frühere Einsfestival schon 1997 den Sendebetrieb aufnahm und daher trotz Namensänderung nicht als Fernsehfrischling zu sehen ist. Ein ähnliches Bild gab die Late-Night-Show am Dienstag, dem 3. Januar 2017, ab. Die ungefähren Reichweiten, die in diesem niedrigen Bereich zuweilen über Abweichungen von bis zu 5.000 Personen verfügen können, verweilten im Vergleich zum Vortag auf dem gleichen Niveau, mit 0,2 Prozent schnitt das US-Format zumindest bei den 14- bis 49-Jährigen leicht besser ab.

Schon am 4. Januar fielen sowohl Reichweite als auch Marktanteil in diesem Altersabschnitt jedoch in den nicht messbaren Bereich, während nach wie vor 20.000 Zuschauer und 0,1 Prozent beim Publikum ab Drei gemessen wurden. 30.000 Zuschauer und 0,1 Prozent unterhielt die «Tonight Show» schließlich am ersten Donnerstag des Jahres, darin enthalten 10.000 respektive 0,1 Prozent der jungen Fernsehenden, ehe es zum Wochenende hin erstmals interessant wurde.

Nicht nur unter der Woche, auch an den Wochenenden, setzt One nämlich im Rahmen der «Tonight Show» auf Mehrfachprogammierungen in der Nacht. Zunächst steigerte sich die jeweils knapp 40-minütige Sendung am Freitag, dem 6. Januar 2017, auf 50.000 Interessenten, mit etwa 20.000 jungen Zuschauern. Der Start ins Wochenende, der wohl bei nicht wenigen Fernsehzuschauern mit einem späteren Zubettgehen verbunden ist, führte so zu 0,2 Prozent insgesamt und 0,3 Prozent der jungen Zuschauer. In der Nacht auf Samstag sendete One daraufhin ab 1.25 Uhr morgens drei weitere Ausgaben, die zunächst auf jeweils 40.000 Zuschauer und im Rahmen der dritten Ausgabe noch auf 30.000 Personen ab Drei kamen. Insgesamt standen so zwei Mal 0,6 und einmal 0,7 Prozent zu Buche, noch deutlich mehr Erfolg feierten die Folgen jedoch bei den 14- bis 49-Jährigen: Dort steigerte man sich von zunächst 0,9 Prozent auf tolle 1,3 Prozent, ehe man wieder auf 1,0 Prozent abgab. Die ansehnlichen Zahlen werden am ehesten auf junge Leute zurückzuführen sein, die sich nach dem Ausgehen noch einmal fürs Fernsehen entschieden.

Ebenfalls sehenswerte Zahlen generierte die «Tonight Show» in der Nacht auf Sonntag, wo zunächst 1,0 Prozent der Jüngeren mit von der Partie waren, im Zuge zweier weiterer Folgen außerdem jeweils 0,5 Prozent. Im Laufe der Ausstrahlungen sank die Reichweite zwischen 3 Uhr und 5 Uhr von 30.000 auf 10.000, während die Quote insgesamt von 0,7 auf insgesamt 0,4 Prozent sank. Die regulären Ausstrahlungen am späten Werktag hielten dieses Niveau allerdings nicht. Am 9. Januar, einem Montag, schalteten ab 23 Uhr zumindest noch insgesamt 30.000 Personen und damit 0,2 Prozent aller Fernsehenden ein, bei den jungen Zuschauern waren die Sehbeteiligungen jedoch nicht messbar. Erst am Dienstag maß man wieder 10.000 junge Zuschauer und 0,1 Prozent in dieser Altersgruppe, als Jimmy Fallon und Ensemble insgesamt 40.000 Interessenten und 0,2 Prozent holten.

Mit jeweils 0,1 Prozent in beiden Altersgruppen verlief der 11. Januar ebenfalls unspektakulär, einen Tag darauf erreichte man donnerstags die bislang höchste Personenzahl im neuen Jahr: 60.000 Zuschauer ab Drei enthielten allerdings nur etwa 10.000 junge. Die Late-Night-Show gelangte zu 0,4 und 0,2 Prozent Marktanteil. Trotz Wochenendeffekt gab die «Tonight Show» ab 23 Uhr am Freitag wieder auf 50.000 Zuschauer nach, die 0,2 und 0,1 Prozent bewirkten und auch die Reruns in der Nacht auf Samstag präsentierten sich plötzlich recht zahnlos: Je 0,4 Prozent verzeichneten die drei Reruns am frühen Morgen beim jungen Publikum. Die Ein-Prozent-Marke knackte Jimmy Fallon dafür in der Nacht auf Sonntag bei den Jüngeren, als nach 0,5 Prozent zum Start erst 1,3 und schließlich 1,1 Prozent gemessen wurden.

An den Werktagen zwischen dem 16. und 19. Januar widmeten sich in der Folge jedoch nie mehr als 30.000 Zuschauer den deutschen Erstausstrahlungen des US-Formats. 30.000 Interessenten sorgten am 16. Januar für 0,2 und 0,1 Prozent, am Dienstag gab man auf 20.000 Zuschauer und insgesamt noch 0,1 Prozent ab. In Bezug auf das Gesamtpublikum hielt One die Zahlen am Mittwoch, wo allerdings die Quoten beim jungen Publikum in den nicht messbaren Bereich fielen. Die letzte Ausstrahlung im Analysezeitraum wollten am Donnerstag, dem 19. Januar, schließlich wieder 30.000 Personen sehen, mit je 0,2 Prozent insgesamt und unter der jungen Zuschauerschaft.

Die ersten Quotenausweisungen im Rahmen der «Tonight Show Starring Jimmy Fallon», die nun schon seit einiger Zeit einen werktäglich wiederkehrenden Programmplatz bei One einnimmt, lesen sich somit nicht gerade eindrucksvoll. Im angestammten Time-Slot ab kurz nach 23 Uhr sahen durchschnittlich 30.000 Personen, davon etwa 10.000 zwischen 14 und 49 Jahren, die US-Late-Night-Show. Insgesamt sprangen für One damit mittlere 0,2 Prozent heraus, während sich die durchschnittliche Quote beim jungen Publikum auf 0,1 Prozent belief. Lediglich am Wochenende feierte One zumindest quotentechnisch einige Achtungserfolge, als Marathon-Programmierungen in der Nacht vereinzelt über ein Prozent der jungen Zuschauer anlockten. Die große Sehnsucht nach Late-Night-Shows scheint in Fernseh-Deutschland, zumindest in Form eines amerikanischen Ersatzes für fehlende deutsche Genrevertreter, derzeit nicht zu bestehen.

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Es gibt 1 Kommentar zum Artikel
Blue7
27.01.2017 18:47 Uhr 1
Es liegt einfach schlichtweg am Sender One1, wo ich bis heute noch nicht weiß für was der Sender eigentlich auf Sendung ist und warum man ihn statt dem Jugendsender einsPlus nicht geopfert hat. Der SWR kann aufjeden Fall einen Sender besster veranstalten und bestücken. Schon dieses 70er Jahre onAir Design schreckt mich ab
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