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«iEmmy»-Fernsehpreis: Auch ohne Nominierung mit deutscher Beteiligung

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Am Montagabend wird der internationale Fernsehpreis «iEmmy» verliehen. Quotenmeter.de sprach kurz vor der Verleihung mit dem MMC-Studios-Chef Philip Borbély, der mit in der deutschen Jury saß - und verrät, warum die deutsche TV-Branche auch ohne Nominierung in New York dabei ist.

Über 700 TV-Experten aus mehr als 60 Ländern kommen jedes Jahr zum International Emmy World Television Festival nach New York City. Am Montagabend wird der «International Emmy Award 2015» verliehen. Schon vor dem Finale steht fest: Deutschland wird dieses Jahr ohne «iEmmy» auskommen müssen, da es keine deutsche Produktion bis in die Endrunde schaffte. Ganz ohne deutsche Beteiligung kommt der „internationale Fernsehpreis“ dennoch nicht aus. Das Land Nordrhein-Westfalen, die Landesanstalt für Medien (LfM) und die Film- und Medienstiftung NRW, präsentiert sich seit 2009 gemeinsam im Rahmen dieses Fernsehfestivals und entsendet alljährlich eine Delegation von Fernsehschaffenden. Als Mitglied der Academy und Sponsor des International Emmy World Television Festivals sind auch Philip Borbély, Geschäftsführer der MMC Studios und der MMC-Filmproduktionsfirma MMC Movies sowie Bastie Griese, Geschäftsführer der MMC Movies, mit dabei. Quotenmeter.de sprach kurz vor dem «iEmmy»-Finale mit MMC-Chef Philip Borbély, der bei der Vorentscheidung mit in der Jury saß: „Nordrhein-Westfalen als führender deutscher Film- und Fernsehstandort präsentiert sich bereits seit sechs Jahren auf dem International Emmy World Television Festival in New York City. Als Mitglied der International Academy engagiert sich MMC Studios 2015 auch als Sponsor des Festivals, das sicher eines der bedeutendsten internationalen Fernsehfestivals der Welt ist.“

Über ein Drittel der deutschen TV-Minuten kommen aus Köln – die MMC-Studios sind daran maßgeblich beteiligt. TV-Shows wie «Let´s Dance», «Stepping Out» oder «Big Brother» sind in den TV-Studios in Köln-Ossendorf zu Hause. Neben langlebigen RTL-Soaps wie «Unter Uns» und «Alles was zählt» wurde zuletzt für den aktuellen Dreh des historischen Zweiteilers «Gotthard» das Tunnelinnere in einem Studio nachgebaut. Der Film spielt 1873 und erzählt im Aufbruchsfieber der Gründerzeit anhand der Schicksale von drei jungen Menschen die Geschichte des gigantischen Bauwerks „Gotthard-Tunnel“. Das Gemeinschaftsprojekt des Schweizer Fernsehens und des ZDF entsteht in Koproduktion mit der Studio-Tochter MMC Zodiac. Der MMC-Chef sieht beim internationalen Branchentreff in New York auch aussichtsreiche Vermarktungschancen für fiktionale Stoffe: „Für uns ist die Geschäftsentwicklung im Bereich Fiction von vitaler Bedeutung. Auf diesem Festival werden viele interessante Kontakte geschlossen, die es uns ermöglichen die MMC international zu positionieren. Der Erfolg durch die Verleihung des «iEmmy» für «Unsere Mütter, unsere Väter» hat weltweit viel Aufmerksamkeit erregt und das internationale Interesse an deutschen Koproduktionspartnern noch einmal wesentlich erhöht. Für die MMC Studios und die MMC Movies sind die «iEmmys» deshalb eine ideale Plattform für internationales Geschäft.“

Weitere deutsche Beteiligung

Auf der Bühne stehen wird derweil der Chef von Florida TV, der Kreativschmiede rund um Joko & Klaas («Circus Halligalli»), Arno Schneppenheim. Er moderiert die Kategorie Comedy beim iEmmy.
Im vergangenen Jahr konnte das Team von «Unsere Mütter, unsere Väter» den Sieg in einer der wichtigsten Kategorien abräumen. Die Produktion wurde bei der Preisverleihung als „Best TV Movie/Mini-Series“ ausgezeichnet. Der Dreiteiler setzte sich damit gegen drei Beiträge aus Großbritannien, Japan und Brasilien durch. Im deutschsprachigen Raum darf der ORF auf den Preis für die beste Dokumentation 2015 hoffen (wir berichteten). «Universum Afrikas Wilder Westen - Namibias Wüstenpferde» wurde am 1. Maifeiertag auch bei arte ausgestrahlt.

Bereits im Juni war die TV-Metropole Köln unter den 22 Städten, in denen die „Semi-Final Judgings“ der International Emmy Awards gastierten, um über die Nominierungen 2015 zu beraten. Gastgeber war auch in diesem Jahr der TV-Produzent Leopold Hoesch, der 2005 den «iEmmy» für die ZDF-Dokumentation «Das Drama von Dresden» gewann. Auch der MMC-Chef Philip Borbély war unter den Jury-Mitgliedern: „Als Juror beim Semi-Final Judging in Köln gewählt zu sein ist immer eine große Ehre und sehr spannende Aufgabe. Die herausragenden Leistungen der Darstellerinnen in der Rubrik “Best Performance by an Actress“ haben mich beeindruckt. In diesem Jahr wurden schließlich Fernanda Montenegro aus Brasilien, Anneke von der Lippe aus Norwegen und Sheridan Smith aus England von der Academy für den «iEmmy» nominiert.“ Auf einen Gewinner festlegen möchte sich der Fernsehmacher aber nicht: „Alle sind großartige Schauspielerinnen. Jede von ihnen hätte den Preis verdient.“

In zehn Kategorien wurden insgesamt 40 Beiträge aus 19 Ländern ausgewählt. Die Nominierten kommen aus Angola, Argentinien, Belgien, Brasilien, Frankreich, Großbritannien, Japan, Mexiko, den Niederlanden, Norwegen, Portugal, Spanien, Südafrika, Südkorea, Türkei, Kolumbien, Österreich und den vereinigten Staaten. Die Academy vergibt in diesem Jahr zwei zusätzliche Ehrenpreise. «Downton Abbey»-Schöpfer und Drehbuchautor Julian Fellowes erhält den „International Emmy Founders Award“. Richard Plepler, Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzender des Streamingdienstes „HBO“ erhält den „International Emmy Directorate Award“.

Wenn am Abend des 23. November der «iEmmy» verliehen wird, ist die deutsche Fernsehbrache also mit dabei – wenn auch ohne Trophäe. In 51 Tagen schaut die TV-Branche dann auch wieder auf die heimischen TV-Produktionen: Im Januar 2016 wird nach längerer Pause in Düsseldorf der «Deutsche Fernsehpreis» verliehen – mit garantiert deutschen Gewinnern.

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