Wochenquotencheck

Wie zerronnen, so gewonnen: «SOKO» erkämpft sich die Vorherrschaft am Vorabend zurück

von   |  1 Kommentar

Gegen einen ungemein starken Kai Pflaume hatten die Vorabend-Krimis Anfang des Jahres ihre Vormachtstellung eingebüßt, doch mit dem «Quizduell» wissen sie nun ungleich besser umzugehen. Jörg Pilawa droht dagegen massiv, gegen Konkurrenz wie Kollegen gleichermaßen weiter zurückzufallen.

Vergleichswerte um 18 Uhr

  • «Wwds» (bis 23.2.): 4,01 Mio. (18,5% / 9,8%)
  • «SOKO» (bis 23.2.): 3,94 Mio. (17,8% / 5,3%)
  • «QuDu» (ab 26.2.): 2,80 Mio. (13,7% / 7,3%)
  • «SOKO» (ab 26.2.): 4,09 Mio. (19,4% / 5,7%)
Median-Quoten von ARD und ZDF in den vergangenen drei Monaten - bei «SOKO» abgegrenzt durch die ARD-Quizkonkurrenz.
Man ist ein wenig schläfrig geworden, dort in Mainz, wusste man sich doch in der komfortablen Rolle des vorabendlichen Dauer-Marktführers - bis Anfang des Jahres «Wer weiß denn sowas?» im Ersten mal so richtig ernst gemacht hat und die ZDF-Krimis nicht nur schüchtern attackierte, sondern sogar überflügelte. Es war der bisherige Höhepunkt der inzwischen fast vierjährigen Quiz-Erfolgsgeschichte im Ersten Deutschen Fernsehen, für die einst Jörg Pilawas «Quizduell» den Grundstein gelegt hatte, bis er schließlich immer häufiger von den Kollegen Pflaume und Bommes rechts überholt wurde. Mittlerweile ist Pilawa seit rund anderthalb Monaten zurück an alter Wirkungsstätte, was vor allem für das Zweite Deutsche Fernsehen eine gute Nachricht ist, denn längst haben sich die «SOKO»-Serien den Vorabend-Thron wieder zurückgeholt (siehe Infobox).

Ein guter Indikator für den Aufwärtstrend, den der Vorabend-Klassiker in jüngster Vergangenheit hingelegt hat, ist etwa die Zahl der Folgen, die im Jahr 2018 über ein Fünftel des Gesamtpublikums erreicht haben. Derer stehen nämlich nach nun gut drei Monaten immerhin schon neun auf dem Papier, bis Ende Februar war dies kein einziges Mal gelungen. Etwas gleichmäßiger verteilen sich die Top-Reichweiten auf die vergangenen drei Monate, wobei hierzu zu erwähnen ist, dass der Januar gemeinhin als reichweitenstärkster Monat des Kalenderjahres gilt und eben nicht 1:1 mit den Zuschauerzahlen vom März oder April vergleichbar ist. Dennoch: Drei der fünf Folgen, die mit 4,37 bis 4,52 Millionen an der bisherigen Jahresspitze stehen, wurden seit Ende Februar ausgestrahlt - drei hiervon übrigens von der mittwochs gezeigten «SOKO Wismar», die auch den Jahres-Höchstwert stellt und generell etwas stärker unterwegs ist als die Kollegen.


Ein Neuer im Kreis der «SOKO» - und große März-Freuden


Ganz frisch dabei ist übrigens «SOKO Hamburg», das erst am letzten März-Dienstag seine Premiere feierte und zunächst mit 4,07 Millionen und 20,8 Prozent zu überzeugen wusste. Eine Woche später fiel die Zuschauerzahl relativ deutlich auf nur noch 3,70 Millionen zurück, der damit verbundene Marktanteil blieb angesichts von 20,4 Prozent allerdings nahezu stabil. Ganz anders beim jungen Publikum zwischen 14 und 49 Jahren, wo zunächst 7,0 Prozent bei 0,37 Millionen dem bereits drittbesten Marktanteil im aktuellen Kalenderjahr entsprachen, bevor im zweiten Anlauf auch für «SOKO»-Verhältnisse eher schwächliche 4,6 Prozent bei 0,23 Millionen erzielt wurden - nur zwei «SOKO»-Ausstrahlungen um 18 Uhr liefen hier im März noch schlechter. Toll sind allerdings die Werte bei den 14- bis 49-Jährigen generell nicht, mit nach wie vor knapp unter sechs Prozent im Mittel bleiben die Sendungen weiterhin Altersphänomene.

«SOKO»-März-Rangliste

  1. 2018 (4,07 Mio.)
  2. 2013 (4,05 Mio.)
  3. 2014 (3,71 Mio.)
  4. 2015 (3,67 Mio.)
  5. 2017 (3,66 Mio.)
  6. 2016 (3,59 Mio.)
Durchschnittliche Reichweiten, die seit 2013 mit den März-Folgen um 18 Uhr erzielt wurden.
Doch im Hinblick auf die Langzeitentwicklung der Sendung gibt es durchaus auch einige Entwicklungen, die großen Anlass zur Freude geben - etwa der Blick auf die durchschnittlichen März-Zuschauerzahlen der vergangenen Jahre. Seit 2013 lag man nämlich erstmals überhaupt wieder bei mehr als vier Millionen Interessenten im Schnitt (siehe Infobox), was dem latenten Abwärtstrend der vergangenen Jahre komplett zuwider lief. Und selbst beim jungen Publikum sei im Hinblick auf eine problemorientierte Herangehensweise an die knapp sechs Prozent Durchschnitt erwähnt, dass «SOKO» hier in den Vorjahren auch gerne mal relativ deutlich unterhalb von fünf Prozent performte. Der Langzeit-Trend spricht ganz aktuell also sogar eher für als gegen die Krimiserie.


Nach Dauer-Aufsteiger Pflaume: «Quizduell» droht Absteiger-Image


Doch auch wenn dieser Kausalzusammenhang bitter anmuten mag für das Team um Jörg Pilawa, das in diesen Wochen immerhin eine regelmäßige Live-Show mit (anders als bei «Wwds?» auch relevanter) App-Unterstützung auf die Beine stellt, so muss man doch sagen: Die Wiedererweckung der «SOKOs» wäre ohne die Schwäche des «Quizduells» wohl kaum möglich gewesen. Da mag man noch so sehr argumentieren, dass die bislang erreichten gut 13 Prozent des Gesamtpublikums bzw. gut sieben Prozent der jüngeren Zuschauer bei im Normalfall etwa 2,8 Millionen doch oberhalb des Senderschnitts liegen mögen, die höchsten Werte der Formatsgeschichte sind und durchaus auch auf Augenhöhe mit der letzten «Gefragt - Gejagt»-Staffel liegen: Der nächstliegende Anker ist nun einmal die vergangene «Wer weiß denn sowas?»-Staffel, die sich im Zuge ihrer 165 Folgen nahezu kontinuierlich hatte steigern können - und hintenraus mit gigantischen 18,6 bzw. 10,2 Prozent bei mehr als vier Millionen Februar-Zuschauern aufwartete.

Was aber vor allem gegen das Quiz mit Pilawa spricht und letztlich neben den überschaubaren Mittelwerten auch ein wesentliches Argument gegen eine Fortführung der «Paarduell»-Produktion war: Das Entwicklungspotenzial scheint ausgeschöpft zu sein, ja es deutete sich in den vergangenen Wochen sogar ein latenter Abwärtstrend an. So kamen die ersten acht Live-Ausgaben seit Staffelstart immerhin noch auf 14,5 Prozent des Gesamtpublikums bei im Schnitt ziemlich genau drei Millionen Menschen, wo hingegen die elf Live-Folgen nach der einwöchigen Dauer-Rotation des «Olymp»-Ablegers nur noch auf 13,4 Prozent bei weniger als 2,6 Millionen zu verweisen haben. Pflaume und Bommes dagegen verbessern sich im Rahmen ihrer Quizshow-Staffeln kontinuierlich und pushten damit ihre Durchschnittswerte vor allem hintenraus, was wiederum darauf hindeutet, dass deren Sendungen durchaus noch Luft nach oben besitzen. Es wäre also für das «Quizduell» sicherlich nicht schlecht, wenn es in den kommenden zwei Wochen nochmal ein wenig zulegt, um dem Narrativ des Absteigers entgegenzutreten.

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Es gibt 1 Kommentar zum Artikel
Sentinel2003
07.04.2018 19:06 Uhr 1
Hallo Gaul, du weißt aber schon selbst, daß gegen Wwds absolut kein Kraut gewachsen ist?? Der StammZUseher dieser Sendung sieht eben wahrscheinlich NICHT die Pilawa Sendung...leider!

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