Der Mitteldeutsche Rundfunk steht vor tiefgreifenden Einschnitten. Im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hat MDR-Intendant Ralf Ludwig den aktuellen Sparkurs des Senders verteidigt und zugleich deutlich gemacht, dass weitere Kürzungen unvermeidbar seien. Nach seinen Angaben müsse der MDR bereits jetzt mindestens 160 Millionen Euro einsparen. Hintergrund seien ein strukturelles Defizit von 40 Millionen Euro jährlich sowie die ausgebliebene Erhöhung des Rundfunkbeitrags.Ludwig betonte, dass die Sparmaßnahmen nicht nur die Verwaltung, sondern auch das Programm betreffen würden. „Wir sparen an Strukturen, wir sparen in der Verwaltung, wir sparen an den Verbreitungskosten“, sagte der MDR-Chef. Gleichzeitig räumte er ein: „Wir kommen leider am Programm nicht vorbei.“ Bereits beschlossen wurden unter anderem die Zusammenlegung der Programmdirektionen in Halle und Leipzig sowie umfangreiche Einsparungen im Digitalbereich. Künftig sollen Podcasts mit weniger als 6.000 monatlichen Hörern eingestellt werden. Die Zahl der angebotenen Podcasts soll von ehemals 160 Formaten etwa halbiert werden.
Besonders sichtbar werden die Einschnitte bei etablierten Fernsehangeboten. Der MDR hat angekündigt, die Produktion von «Tatort» und «Polizeiruf 110» für mindestens drei Jahre auszusetzen. Auch die Federführung für das «Mittagsmagazin» gibt der Sender ab, künftig übernimmt der NDR diese Aufgabe.
Im Interview sprach Ludwig zudem über die politische Situation in Mitteldeutschland und den Umgang mit der AfD. Angesichts hoher Zustimmungswerte für die Partei in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sei es Aufgabe des MDR, die Themen der Menschen ernst zu nehmen. Zugleich wies er den Vorwurf zurück, der Sender mache Programm speziell für AfD-Wähler. „Wir machen kein Programm für Rechtsextreme“, erklärte Ludwig. Vielmehr gehe es darum, die Lebensrealität der Menschen im Sendegebiet abzubilden und insbesondere auch ländliche Regionen stärker in den Blick zu nehmen.
Mit Sorge blickt der Intendant auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Sollte eine neue Landesregierung tatsächlich die im AfD-Programm angekündigte Kündigung der Rundfunkstaatsverträge anstreben, hätte dies weitreichende Folgen. Nach Ludwigs Angaben würde dem MDR dann ein Programmvolumen von rund 150 Millionen Euro entfallen. Er hält die Idee eines eigenständigen öffentlich-rechtlichen Rundfunks für Sachsen-Anhalt jedoch weder für praktikabel noch für kostengünstiger als die bestehenden Strukturen.







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