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Interview

«Wishlist»: Traue niemals einer App!

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What the funk?!: Wir sprachen mit Marcel Becker-Neu, Produzent, Darsteller und Autor von «Wishlist», über sein Grimme-Preis-nominiertes Mysteryformat und den Trend zu digitalen Dystopien.

Über das Format: «Wishlist»

Mira ist 17 und Einzelgängerin. Als sie von einer unbekannten Nummer zur App „Wishlist“ eingeladen wird, glaubt sie an Spam. Doch Wishlist bietet ihr an, jeden Wunsch zu erfüllen – für eine Gegenleistung...
«Wishlist» stellt die erste Serienproduktion von Funk dar, 115.000 Personen abonnierten die Online-Serie bislang bei YouTube. Die öffentlich-rechtliche Plattform verlängerte das Format bereits für eine zweite Staffel. «Wishlist» ist für den Grimme-Preis in der Kategorie "Innovation" nominiert.
Worum geht es in Ihrem Format und wer ist daran beteiligt?
«Wishlist» ist eine Mystery-Serie für Jugendliche und junge Erwachsene. In der Geschichte stößt die Schülerin Mira auf eine mysteriöse App namens Wishlist, welche dir verspricht jeden Wunsch zu erfüllen. Der Haken: Jeder Wunsch verlangt die Bewältigung einer Aufgabe. Produziert wurde die erste Staffel von Marc Schießer (Regisseur), mir und Christina Ann Zalamea (Associate Producer).

Wie kam die Idee zum Format zustande?
Die Idee hatten Marc Schießer und Christina Ann Zalamea und wie das mit Ideen halt meistens so ist, sind die beiden schlicht darauf gekommen. Ein große Geschichte, wie es dazu gekommen ist, steckt leider nicht dahinter.

Warum gehört das Format zu funk und zur Zielgruppe, die funk ansprechen will?
Marc Schießer und ich hatten schon vor Wishlist eine Web-Serie namens «vivi&denny». Über dieses Format ist Radio Bremen damals auf uns aufmerksam geworden und so wurden wir zum Pitchen neuer Stoffe eingeladen.

Interviewreihe 'What the funk?!'

Die Interviewreihe "What the funk?!" von Quotenmeter.de befasst sich alle zwei Wochen mit der öffentlich-rechtlichen Internetplattform funk. Welche Formate sind bei funk abrufbar? Wer steckt dahinter? Und wie arbeitet es sich eigentlich beim neuen Angebot? Die Teams der funk-Formate beantworten je einen Katalog aus standardisierten und individuellen Fragen.
Welche Vorteile bietet Ihnen persönlich die Plattform funk und wie unterscheidet sich die Arbeit mit funk von Ihrer bisherigen Arbeit?
Wie bereits gesagt, wurde unsere vorherige Serie auch auf YouTube ausgewertet. Darin besteht also kein Unterschied. «Wishlist» ist unsere erste größere Produktion und dadurch haben sich in der Arbeitsweise natürlich immense Unterschiede aufgetan. Zum Beispiel machen wir diese Serie nicht nebenbei als Hobby so wie «vivi&denny» damals. Durch das Internet ist man mit vielen Freiheiten gesegnet, was beispielsweise die Lauflänge betrifft. Aber auch die Nähe zum Zuschauer und die Interaktion in den Kommentaren macht Freude.

Wo sehen Sie das Format inhaltlich in einem Jahr?
Wir werden von Wishlist eine zweite Staffel produzieren. Wo genau die Reise für Mira noch hingeht, bleibt zunächst geheim, aber so viel sei gesagt: «Wishlist» fängt gerade erst so richtig an...

Die digitale Welt und technische Dystopien rücken immer öfter in den Fokus von Filmen und Serien. Die Serie «Black Mirror» befasst sich Folge für Folge mit neuen Szenarios bezüglich Auswirkungen von Technik auf die Gesellschaft, auch der 2016 erschienene Kinofilm «Nerve» handelt von den verheerenden Auswirkungen einer neuartigen App. Wieso sind derartige Geschichten derzeit so angesagt?
Solche Geschichten sind derzeit so beliebt, weil sie so nah an der Realität sind. Der Zuschauer ertappt sich immer wieder dabei, wie er sich fragt, wie er reagieren würde. Die Inhalte begegnen uns im wirklichen Leben und es ist vielleicht gar nicht so unwahrscheinlich, dass das oder etwas ähnliches in ein paar Jahren vielleicht wirklich passiert. «Wishlist» oder «Black Mirror» greifen lediglich etwas auf, was bereits da ist und denken ein paar Schritte weiter.

Für mich persönlich ist diese Produktion ein wahrgewordener Traum.
Marcel Becker-Neu über sein Format «Wishlist»
Mit „Outside the Club!“ haben Sie für «Wishlist» eine komplett neue Produktionsfirma aus dem Boden gestampft. Neben Ihrer Serien-Rolle zeichneten Sie dabei auch für Drehbuch und Musik verantwortlich. Wie wurden Sie mit all diesen Anforderungen fertig?
Für mich persönlich ist diese Produktion ein wahrgewordener Traum. Ich bin ein Mensch mit vielen verschiedenen Interessen und bei Wishlist kann ich mich richtig austoben. Früher habe ich immer angenommen, ich müsse mich irgendwann entscheiden. Bin ich jetzt Schauspieler, Musiker, Autor oder vielleicht doch lieber was hinter der Kamera? Aber selbstverständlich ist eine solche Verantwortung auch sehr belastend. Das ist halt das Los, das man freiwillig zieht, wenn man sich entscheidet, alles davon machen zu wollen.



Sie und Ihre Produzenten-Kollegen Christina Ann Zalamea und Marc Schießer hatten bereits vor «Wishlist» eine YouTube-Vergangenheit. Hochwertige Serienproduktionen sind auf der Video-Plattform noch eine Neuheit. Sehen Sie darin ein Modell der Zukunft und worin liegen Ihrer Ansicht nach noch die Widrigkeiten? Leicht refinanzieren lassen sich derartige Projekte sicherlich nicht.
Noch ist es nicht so einfach, solch aufwendige Projekte fürs Web zu finanzieren. Das Fernsehen hat in den Köpfen der Menschen nach wie vor einen eher höheren Stellenwert als eine Produktion, die, zum Beispiel, auf YouTube ausgewertet wird. Aber die Tendenzen sind klar. Der Markt verlagert sich und es ist, aus meiner Sicht, nur noch eine Frage der Zeit, bis es zum Standard geworden ist, dass sich Web- und Fernsehproduktionen mindestens auf Augenhöhe begegnen.

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