Sonntagsfragen

«Hundeprofi» Martin Rütter: „Keinerlei Ähnlichkeiten mit Cesar Millan“

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Beide arbeiten mit Hunden, beide sind TV-Stars; und dennoch will der deutsche «Hundeprofi» nichts mit seinem US-Pendant gemein haben. Warum, erklärt der VOX-Quotenstar im Interview. Außerdem: Wie er mit seinem „Helden“-Status umgeht und wie gut erzogen seine eigenen Hunde sind…

Herr Rütter, was steht eigentlich unter Ihrem Namen auf Ihrer Visitenkarte? Hundetrainer, Moderator, Stand-Up-Komiker, Produzent?

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Vergangenen Samstag feierte Rütter bei VOX einen außerordentlichen Quotenerfolg. Mehr dazu lesen Sie hier.
(lacht) Also erstens habe ich keine Visitenkarten. Zweitens: Wenn Sie meine Kinder fragen, was Papa macht, dann sagen die: Hundetrainer. Und damit treffen sie auch den Punkt. Das ist genau das, was ich auch wirklich mache. Denn alles, mit dem ich zu tun habe, befasst sich damit, Know-How über Hunde zu vermitteln. Ich moderiere keine Sendungen über Musik. Ich bekomme zwar inzwischen häufiger Anfragen, ob ich für die Industrie Dinge moderiere, aber das ist nicht meins. Wenn Sie sehen: Ich habe nun vier Firmen, ich produziere meine Sendungen selbst, ich bin selbst für meine Tournee verantwortlich und und und. Aber es geht immer um Hunde.

Sie haben einst Sportwissenschaft studiert. Sport und Hundehaltung – das passt.
Absolut. Manchmal glaubt man mir heute nicht mehr, dass ich wirklich bis heute noch viel mit Sport am Hut habe. Ich war ein relativ guter Fußballer und somit war für mich lange klar: Ich will mal Trainer oder Sportkommentator werden. Sportjournalismus fand ich immer total interessant. Ich habe dann aber festgestellt, dass meine Arbeit als Hundetrainer relativ ähnlich ist. Wenn Sie jetzt ein Interview mit mir führen, dann bereiten Sie sich auch vor, müssen aber die Situation genau bewerten, müssen unvoreingenommen sein, stellen Fragen und haben letztlich dann Ihr eigenes Bild. Meine Arbeit ist im Kern nicht sehr anders.

Wenn ich abends auf die Bühne gehe und meine Show abliefere, dann muss ich mich auf die Leute einstellen, die vor mir sitzen. Wenn ich zu Menschen gehe, um ihnen mit ihren Hunden zu helfen, dann muss ich das beobachten. Erziehung hat mit Beziehung zu tun. Und die Tipps, die ich letztlich gebe, lassen sich auch wieder allgemeiner nutzen: Etwa auf den Umgang mit Familie, Kollegen, Mitarbeitern.

Wie tierlieb sind wir Deutschen Ihrer Meinung nach?
Wahnsinnig tierlieb. Die Deutschen sind da auch sehr aufgeklärt letztlich. Wenn man sich mal Europa anschaut, dann sind uns wohl nur die Österreicher noch voraus. Österreich hat die strengsten Tierschutzgesetzte, danach kommt die Schweiz und wir im Schlepptau.

Ihre Karriere als Tiertrainer hat in Australien begonnen. Sie haben in Wolfaufzuchtstationen gearbeitet und Dingos beobachtet. Denken Sie da noch gerne zurück?
Ich denke da gerne zurück. Dingos sind ja Haustiere gewesen, die die Chinesen einst mit nach Australien brachten. Das Ungewöhnliche ist: Die Dingos wurden später dann wieder verwilderte Tiere. Ich finde die Geschichte sehr spannend. Wenn Sie mich aber fragen, ob ich da gerne zurückdenke, würde ich immer ja sagen. Weil ich jemand bin, der allein von der Mentalität her die jetzige Zeit immer als seine beste Zeit ansieht. Das sage ich über die Zeit im Studentenwohnheim genauso wie über Australien oder mein Leben jetzt. Natürlich gibt es aber Highlights: Meine erste Aufzeichnung einer Bühnenshow zum Beispiel.

Einst hatte ich ohne Bühnenbild vor 600 Zuschauern gespielt und dann hat man plötzlich 3000 Zuschauer und viele Kameras samt Kamerakran. Das war beeindruckend. Aber auch da kam mir meine Mentalität zu Gute. Ich habe mir nichts weiter gedacht und alles so gemacht wie immer.

Herr Rütter, ich kenne Leute, die sind tolle Sozialpädagogen, haben daheim aber nicht sonderlich gut erzogene Kinder. Wie ist’s bei Ihren Hunden? Hören die?
Die Leute glauben ja manchmal, die Hunde vom Rütter machen morgens um sechs Frühstück, machen tagsüber dann Sport und fangen abends noch zwei Einbrecher. Käse. Ich habe ganz normale Hunde, die auch ihre Probleme haben. Mein Ansatz in der Arbeit von Hunden ist auch nicht, dass ich aus Tieren perfekte Lebewesen machen möchte.
Martin Rütter
Man sagt ja, der Schuster hat die schlechtesten Schuhe. Das ist manchmal auch wirklich so. Die Leute glauben ja manchmal, die Hunde vom Rütter machen morgens um sechs Frühstück, machen tagsüber dann Sport und fangen abends noch zwei Einbrecher. Käse. Ich habe ganz normale Hunde, die auch ihre Probleme haben. Mein Ansatz in der Arbeit von Hunden ist auch nicht, dass ich aus Tieren perfekte Lebewesen machen möchte. Die Hunde dürfen bei mir Tier bleiben. Aber es ist schon so, dass ich die Hunde mit auf Tour und auch ins Hotel nehmen kann, ohne dass etwas passiert.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Wie Martin Rütter die Arbeit von Cesar Millan sieht und was seine Fans von seinen Liveshows mit nach Hause nehmen.

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