Quotencheck

«Popstars»

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Nicht allzu viele Menschen wollten der Suche nach einer neuen Girlband beiwohnen. Für RTL II geriet die einst erfolgreiche Castingshow somit zum gewaltigen Quotenflop.

Quotenverlauf «Popstars»

  • 2009: 2,13 Mio. / 14,9% (Do, 20.15 Uhr ProSieben)
  • 2010: 2,33 Mio. / 15,1% (Do, 20.15 Uhr ProSieben)
  • 2012: 1,50 Mio. / 10,6% (Do, 20.15 Uhr ProSieben)
  • 2015: 0,53 Mio. / 3,9% (zunächst montagabends, dann samstags gegen 18 Uhr bei RTL II)
Zuschauer ab 3 / MA 14-49
In die Rückkehr von «Popstars» zu RTL II, wo die Castingshow einst 2000 ihren Anfang nahm, wurden beim Privatsender große Hoffnungen gesetzt. Drei Jahre sind zwischen der ProSieben-Ausstrahlung und der Neuauflage bei RTL II vergangen. Für die Produktion zeichnete anders als in den Vorjahren Brainpool verantwortlich, die – gerade im Angesicht des sehr bald aufhörenden Stefan Raabs – dringend einen Quotenhit gebraucht hätten. Dabei wurde die Rechnung allerdings ohne das Publikum gemacht. Denn die Suche nach einer neuen Girlband gestaltete sich aus Sicht der Zuschauerzahlen mehr als problematisch.

Dies konnte man zum Auftakt aber noch nicht erahnen. Der lief mit 7,2 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen ganz ordentlich. 0,74 Millionen Jüngere sahen sich am Montag, den 17. August zur besten Sendezeit die erste Ausgabe an. 1,05 Millionen wurden insgesamt ermittelt, womit 3,5 Prozent Marktanteil einhergingen. Ohne Frage: Bei ProSieben war zuletzt noch ein deutlich größeres Interesse vorhanden. Für RTL II-Verhältnisse lief der Start aber durchaus zufriedenstellend, wenn man bedenkt, dass der Senderschnitt in der Saison 2014/15 bei den Umworbenen bei 6,2 Prozent lag. Lediglich beim Gesamtpublikum gab es bereits zu Beginn Grund zum Meckern. Denn hier hätten mehr als 3,9 Prozent drin sein müssen, um über den Mittelwert des abgelaufenen Fernsehjahres hinauszukommen.

Eine Woche später verringerte sich die Gesamtreichweite um 0,36 Millionen auf 0,69 Millionen. Der dazugehörige Marktanteil sackte auf unzureichende 2,4 Prozent. Auch die Zielgruppe war vom «Popstars»-Comeback offensichtlich nicht besonders angetan: Die Zuschauerzahl hier ging auf 0,46 Millionen zurück, was schwache 4,7 Prozent Marktanteil zur Folge hatte. Bei ungefähr diesem Niveau blieb es nach Ablauf der Wochenfrist. 4,8 Prozent wurden bei den wichtigen Werberelevanten ausgewiesen, 2,6 Prozent waren es bei allen Fernsehenden. Erneut saßen bloß 0,69 Millionen Menschen ab drei Jahren vor den Mattscheiben, um die Castingshow zu verfolgen.

Auch am 7. September hielt der Abwärtstrend an: Aus lediglich 0,58 Millionen Zusehern resultierten äußerst magere 1,9 Prozent am Gesamtmarkt. 0,43 Millionen Jüngere führten zu katastrophalen 3,8 Prozent Marktanteil. RTL II kramte also seinen Plan B heraus, der «Popstars» auf die Beine helfe sollte. Doch weit gefehlt: Auch mit der Schützenhilfe durch «Die Geissens», die am Montag um 20.15 Uhr 6,9 Prozent einfuhren, erging es «Popstars» nicht besser – im Gegenteil: Die Zielgruppen-Quote rutschte auf dem neuen Sendeplatz um 21.15 Uhr weiter nach unten, nämlich auf 3,3 Prozent. Weitere 100.000 Zuschauer gingen verloren, bei den Umworbenen belief sich das Minus sogar auf 130.000.

Das Trauerspiel nahm auch sieben Tage später kein Ende, als die Reichweite auf 0,33 Millionen krachte. Nur noch 1,4 Prozent waren beim Gesamtpublikum möglich. 0,23 Millionen sowie damit verbundene 2,6 Prozent standen bei den 14- bis 49-Jährigen auf der Uhr. Das war viel zu wenig für die Ansprüche von RTL II. Und so kam es, dass die beiden ausstehenden Ausgaben auf den Samstagvorabend verbannt wurden.

Dumm nur, dass es dort gegen 18 Uhr sogar noch miserabler lief als vorher. Die absolute Zuschauerzahl schrumpfte auf völlig indiskutable 0,13 Millionen, was vernichtende 0,7 Prozent Marktanteil nach sich zog. Gerade mal noch 0,08 Millionen Menschen waren zwischen 14 und 49 Jahre alt, was 1,2 Prozent Marktanteil entsprach. Das am 10. Oktober gesendete Finale konnte sich immerhin von diesem Allzeit-Tief erholen, wusste aber dennoch überhaupt nicht zu punkten: Bloß 0,33 Millionen Zuseher ab drei Jahren bekamen mit, wie Leandah zur Siegerband gekürt wurde. 0,20 Millionen kamen aus der Zielgruppe. 1,7 Prozent wurden bei allen Fernsehenden, 3,2 Prozent bei den Werberelevanten gemessen.

RTL II wird nun also heilfroh darüber sein, unter «Popstars» einen Schlussstrich ziehen zu können. Eine weitere Staffel gilt bei diesen Werten als ausgeschlossen. Von 0,53 Millionen Menschen ab drei Jahren wurde sie im Schnitt angesehen, was 2,0 Prozent Marktanteil bedeutete. 0,36 Millionen kamen im Mittel aus der Altersklasse der 14- bis 49-Jährigen, weswegen der Marktanteil bei ziemlich schlechten 3,9 Prozent kleben blieb.

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