Quotencheck

«Berlin – Tag & Nacht»

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Jedes Jahr dieselbe Frage: Wie schlägt sich der «Big Brother»-Ersatz bei RTL II?

Die Probleme des RTL II-Vorabends füllen mittlerweile wahrscheinlich einige Aktenschränke: Jedes Jahr stellt sich die Frage, mit welchem Format die Zuschauer beim Sender gehalten werden können, wenn die aktuelle «Big Brother»-Staffel um 19.00 Uhr beendet wurde. Allein dieser Sendeplatz hat schon zahlreiche Programme verschlissen – ganz zu schweigen von jenen vor 19.00 Uhr, wo der Sender mit eher schwachen Quoten auf Sitcoms und «X-Diaries» setzt. Als «Big Brother»-Ersatz zeigt RTL II seit Mitte September das sogenannte Realtainment-Format «Berlin – Tag & Nacht», das die Geschichten einer Wohngemeinschaft in der Hauptstadt erzählt.

Am 12. September startete die Sendung mit 0,45 Millionen Zuschauern und 2,0 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum. In der wichtigen werberelevanten Zielgruppe brachte die Premiere 4,1 Prozent Marktanteil bei 0,34 Millionen Zuschauern ein und startete damit deutlich unterhalb des Senderschnitts, der zuletzt bei ohnehin schon vergleichsweise schwachen 5,4 Prozent lag. Immerhin aber steigerten sich die beiden nächsten Folgen auf 4,4 und 4,6 Prozent, wobei die Zielgruppen-Reichweite mit 0,34 und 0,35 Millionen Zuschauern nahezu identisch blieb.

Äußerst schwach verlief der Donnerstag der ersten Sendewoche, wo nur 3,7 Prozent beim jungen Publikum eingefahren werden konnten. 0,37 Millionen Gesamtzuschauer und 1,7 Prozent bei den Bundesbürgern ab drei Jahren bedeuteten zudem den schlechtesten Wert der ersten 15 Folgen, die hier analysiert werden. Zum Ende der Woche konnte man mit 0,48 Millionen Zuschauern und 2,4 Prozent sowie bei den 14- bis 49-Jährigen 5,3 Prozent die bislang besten Quoten holen.

Der von RTL II erhoffte Aufwärtstrend blieb aber in Woche zwei aus, wo keine einzige Sendung auf fünf Prozent Marktanteil oder mehr kam. Die Sendungen von Montag bis Mittwoch erreichten mit 4,4 bis 4,8 Prozent relativ stabile Werte, die aber weiterhin im roten Bereich lagen. Beim Gesamtpublikum stieg die Reichweite auf 0,50 bis 0,55 Millionen Zuschauer und Marktanteile von 2,2 bis 2,4 Prozent. Am Donnerstag und Freitag der zweiten Sendewoche (22. und 23. September) folgte aber die Ernüchterung mit nur noch 0,45 und 0,44 Millionen Zuschauern und 2,0 bzw. 2,1 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum. Auch bei den Werberelevanten verlor man und kam gar nur noch auf 3,6 und 3,9 Prozent, wobei ersterer Wert den Negativrekord der ersten drei Sendewochen darstellt.

Hoffnung gibt allerdings die dritte Woche, in der erstmals akzeptable Einschaltquoten vorgewiesen werden konnten: Vier der fünf ausgestrahlten Folgen erreichten mindestens 5,0 Prozent Marktanteil. Nur am Montag gab es mit 4,8 Prozent noch einen schwächeren Wert, der allerdings schon einer Reichweite von 0,40 Millionen Zielgruppen-Zuschauern entsprach – der bislang beste Wert für «Berlin – Tag & Nacht». Die beiden Episoden am Dienstag und Mittwoch erreichten dann 5,0 und 5,3 Prozent bei den Jüngeren sowie insgesamt 2,3 und 2,4 Prozent bei 0,50 und 0,54 Millionen Zuschauern.

Die bislang besten Quoten wurden am Donnerstag, den 29. September gemessen: 0,63 Millionen Gesamtzuschauer bescherten RTL II einen Marktanteil von 2,8 Prozent. Und 0,47 Millionen 14- bis 49-Jährige brachten 5,8 Prozent in der Zielgruppe ein, womit der Senderschnitt erstmals übertroffen werden konnte. Am Freitag sackte die Reichweite dann wieder auf 0,34 Millionen und immer noch akzeptablen 5,2 Prozent ab. Insgesamt schalteten 0,48 Millionen bei 2,4 Prozent zu.

Im Durchschnitt erreichten die ersten 15 Ausgaben von «Berlin – Tag & Nacht» 0,49 Millionen Zuschauer und 2,2 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum, womit man mehr als ein Drittel unterhalb des RTL II-Schnitts liegt. Weniger schlimm sieht es in der werberelevanten Zielgruppe aus, wo durchschnittlich 0,35 Millionen Zuschauer 4,6 Prozent Marktanteil einbrachten. Damit liegt man noch deutlich unter dem Senderschnitt, aber die dritte Sendewoche macht mit besseren Quoten Hoffnung, dass das Format allmählich seine Zuschauer findet. Um von einem dauerhaften Aufwärtstrend sprechen zu können, müsste die Serie allerdings weiter zulegen und auch die Marke von sechs Prozent Marktanteil in der Zielgruppe knacken. Erst dann könnte man auch davon ausgehen, dass sich «Berlin – Tag & Nacht» vom anfänglichen Flop noch zum Erfolg entwickelt.

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