US-Fernsehen

Medizin, Helden und Zukunft werden begraben

von
«Heroes», «Mercy», «Trauma» und auch «Flash Forward» sind Geschichte. Quotenmeter.de erläutert die näheren Hintergründe.

Die Talfahrt in den Vereinigten Staaten wird unaufhaltsam fortgesetzt, wenngleich die Upfronts noch nicht einmal begonnen haben. Weder den zahlreichen Branchenbeobachtern, noch den Verantwortlichen, die hinter den einzelnen Produktionen stehen, gönnen die amerikanischen Networks ruhige Stunden – Serienanhänger selbst müssen sich bei der eminenten Zahl an abgesetzten Formaten wie ein unschuldiges Opfer an Jack Bauers kompromisslosestem Tage fühlen. «24», ebenfalls ein prominenter Leidtragender unter den abgesetzten Kandidaten, teilt sich das Schicksal nun auch mit «Law & Order», das nach zwanzig Staffeln inzwischen offiziell eingestellt wurde (Quotenmeter.de berichtete). Eine weitaus kürzere Strecke hinter sich, hat «Heroes», das sich nach vier Jahren von seinen wenigen Zuschauern verabschieden muss – mit einem Cliffhanger.

Noch am Freitag wurde über die Möglichkeit von zwei bis vier abschließenden Episoden diskutiert, mit deren Hilfe man dem Superhelden-Drama zu einem runden Ende verhelfen könne, hatte Serienvater Tim Kring doch entgegen der Erwartungen verkündet, ein für «Heroes» typisches neues Volume, ergo Kapitel, aufzuschlagen. Obwohl seine Schöpfung bereits mit einer verkürzten Staffel von 19 statt 22 Episoden auskommen musste, und selbst von eingefleischten Fans ob der ersehnten, aber nur schwachen inhaltlichen Änderung gemieden wurde, hatte Kring auf den Sender NBC vertraut, der mit «Heroes» hohe Lizenzgebühren hinsichtlich Ausland und DVD-Verkäufen einstreicht. Vor allem die Tatsache, dass das federführende Produktionsstudio und die Sendeanstalt dem selben Medienkonzern angehören, machte Hoffnung auf eine Fortsetzung, die nun entgültig zerschlagen wurde. Nicht wenige vielversprechende Serien wurden geordert; es fehlt schlicht der Platz. Für RTL II, das «Heroes» hierzulande ausstrahlt, dürfte die Absetzung kein Problem darstellen – wie auch in der Heimat fiel die Serie nach einer erfolgreichen ersten Staffel in ein Quotentief.

Auch Helden, die der Schwerkraft nicht trotzen, hatten es in dieser Saison nicht leicht: Die Ärzte der Serien «Trauma» und «Mercy»  bereiteten NBC seit ihrem Start Sorgen, stellte sich doch keine aktzeptable Resonanz ein. Ersteres Format sollte ursprünglich bereits nach 13 Episoden wieder begraben werden, profitierte allerdings vom Debakel der «Jay Leno Show», die von den Bildschirmen verschwand. Erst wurde die Folgenanzahl auf 16, schließlich 20 erhöht. Kritikerstimmen bescheinigtem «Trauma»  zwar einen gewissen Charme, doch die weiterhin vermissten Zuschauer führten zu einer Reduzierung auf 18 Episoden. Nun folgte das offizielle Aus für die auf Action getrimmte Mediziner-Serie, wie auch für eine eher ruhigere, aber nicht minder quotenschwache Produktion: «Mercy», das von drei Krankenschwestern erzählt, deren Vergangenheit mit ihrem Alltag kollidiert, konnte einzig und allein durch Hauptdarstellerin Taylor Schlling überzeugen, die mit Sicherheit für einen der neuen Piloten im kommendem Herbst engagiert wird. Zu sehen war die Serie mittwochs, die Reichweiten gingen kontinuierlich bergab – überraschend kam die Absetzung also definitiv nicht, nur einige Tage früher als gedacht.

«Flash Forward» war mit 12,47 Millionen Zuschauern als Hit gestartet, bereitet Sender ABC, der das Format als spektakulären «Lost»-Nachfolger gehandelt hat, jedoch seit geraumer Zeit keinen Grund zur Freude mehr. Die Episode 'Goodbye Yellow Brick Road', die am 6. Mai 2010 über die Fernsehschirme flimmerte, begeisterte nur noch 4,77 Millionen Menschen. Keine glanzvolle Zahl für ein auf mindestens drei Staffeln angelegtes Charakterdrama mit übergreifendem Storybogen. Dass der Showrunner der Serie mehrfach ausgetauscht wurde und große Teile des Produktionsstabes vom sinkenden Bord gingen, trug in weiterem Maße zur Quotenmisere bei – der Zuschauer verlor das Vertrauen in eine zufriedenstellende Auflösung des Plots. Somit wird «Flash Forward» bereits nach einer Staffel beendet. 90 Prozent der Geheimnisse sollen bis zum nahenden Ende in wenigen Wochen zwar gelöst sein, doch den Grund für den globalen Blackout wird man nicht erfahren. In Deutschland läuft die Serie auf ProSieben und strauchelt auch dort durch fehlendene Publikumsbeteiligung.

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