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Kinokrise? Nicht für Programmkinos!

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Ist Netflix an der Kinokrise schuld? Locken nur noch die großen Megablockbuster die Menschen an? Die FFA stellt mit den Ergebnissen einer neuen Studie die handelsüblichen Antworten in Frage …

Die schlechten Kinozahlen, die in den vergangenen Jahren in Deutschland geschrieben wurden, bringen immer wieder die Frage auf, wie die Zukunft des Kinos aussieht und was die Ursachen für diese Zahlen sein könnten. Oft wird mit dem Finger auf Netflix, Amazon Prime und Co. gezeigt, um zu argumentieren: Wegen der Streamingdienste gehen die Leute nur noch für Eventfilme wie «Avengers || Endgame» in die Kinos und verlangen das volle Blockbuster-Riesensaal-Megapacket. Doch laut einer neuen FFA-Studie sind es die Multiplexe, die hauptsächlich die rückläufigen Zahlen am Kinomarkt verantworten: 2018 wurden am Gesamtmarkt 13,9 Prozent weniger Tickets als noch 2017 verkauft – doch blickt man allein auf Programmkinos, so wurden nur 2,1 Prozent Verlust verbucht.

Beim Umsatz hielten sich die Programmkinos 2018 sogar quasi stabil im Vergleich zum Vorjahr: "Weil bei den Programmkinos der Eintrittspreis im Gegensatz zum Gesamt-Kinomarkt um moderate 1,9 Prozent gestiegen ist, mussten sie mit einem Mini-Minus von lediglich 0,2 Prozent praktisch keine Umsatz-Einbußen hinnehmen", heißt es in der FFA-Programmkinostudie 2018. Anders gesagt: Selbst wenn sich in den Kinocharts 2018 Blockbuster wie «Phantastische Tierwesen – Grindelwalds Verbrechen» und «Avengers | Infinity War» tummelten, schlugen sich alles in allem die Programmkinos mit ihrer Ware besser als die Multiplexe.

Weitere Zahlen aus der FFA-Programmkinostudie

  • 23,1 Prozent aller Menschen, die Arthouse-Stoffe sehen, gehen mindestens sieben Mal im Jahr ins Kino
  • Auf dem Gesamt-Kinomarkt sind nur 10,9 Prozent der Leute "Heavy User", die mindestens sieben Mal gehen
  • 56,1 Prozent der Arthouse-Besuchenden nennen die Story und das Thema als Hauptgrund für den Kinobesuch (auf dem Gesamtmarkt sind es 38,3 Prozent)
Die moderate Preisentwicklung in den Programmkinos könnte da einen großen Beitrag geleistet haben. Und was die Betreibenden von Programmkinos aufatmen lassen dürfte: Das Klischee, dass Programmkinos vornehmlich von älteren Menschen frequentiert werden, weicht sich allmählich auf. Zwar sind die Über-50-Jährigen mit 53,8 Prozent nach wie vor die größte Publikumsgruppe in Filmkunsthäusern, jedoch befindet sich das junge Publikum im Aufwind: Der Anteil der 16- bis 19- und der 30- bis 39-Jährigen stieg im Vergleich zu 2017 jeweils um knapp ein Viertel. Programmkinos müssen sich also entgegen der Unkenrufe keine Sorgen machen, dass ihnen das Publikum wegstirbt.

Bedauerlich für die Arthouse-Kinos bleibt allerdings, dass das dortige Publikum im Schnitt weniger Geld für Verzehr ausgibt als das Multiplex-Publikum – die Snacktheke ist in Kinos bekanntermaßen der wichtigste Gewinntreiber. 2018 erwarben nur 42,4 Prozent des Programmkinopublikums Snacks und Getränke – und das für durchschnittlich 6,40 Euro. Auf dem Gesamtmarkt ist der Anteil der Kinobesuchenden, die Geld für Verzehr ausgeben, nicht nur höher, der Durchschnittskauf beläuft sich außerdem auf 7,58 Euro.

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