Die Kritiker

«Comeback»

von  |  Quelle: Warner Bros

Worum geht’s laut Pressemitteilung:
„Aus den Köpfen von zwei der Besten im Bereich Comedy, Lisa Kudrow («Friends») und «Sex and the City»-Produzent Michael Patrick King, dreht sich in «The Comeback» alles um Valerie Cherish. Sie versucht ihr Leben vor der Kamera mit dem dahinter zu verbinden, und das Mienenfeld namens Fernsehen in dieser „wirklichen“ und surrealen Welt, die nur von Schönheitsidealen, Alter und Oberflächlichkeit geprägt ist, zu überstehen.

Was bedeutet das nun im Klartext?
«The Comeback» ist eigentlich voll gepackt, wie ein Überraschungsei. Zum einen ist da die Show «The Comeback», in der Lisa Kudrow Valerie Cherish verkörpert, zum anderen spielt die eigentliche Serie in einer Art Reality-Show, die gar keine ist. Und dann ist da noch diese Sitcom in der Sitcom, in der Valerie Cherish ihr Comeback versucht. Etwas viel? Vielleicht schon.

Das Konzept ist mehr oder weniger einzigartig und hat es in dieser Qualität noch nicht gegeben, denn eines muss man gleich sagen: Lisa Kudrow trägt diese Sendung ganz alleine und das kann sie auch. Zumindest bei ihr wurde kein Fehler gemacht.

Nun heißt es aber erst einmal diesen Storywirrwarr zu glätten, und den Plot auf den Punkt zu bringen. Also, worum geht es nun wirklich in «The Comeback»?

Valerie Cherish war einmal der Star einer sehr erfolgreichen Sitcom. Doch mit dem Ende der Sendung kam auch das Ende ihrer Karriere. Einige Jahre nach ihren letzten Erfolgen, versucht sie ein erfolgreiches Comeback und ihr Agent besorgt ihr die Rolle in einer neuen Sitcom. Der Haken: Ihr gesamtes Comeback soll mit einem Kamerateam begleitet werden, damit man sie nachher auch noch in einer Reality-Show groß heraus bringen kann.

Als wäre dieser Druck der ständigen Überwachung nun nicht genug, findet Valerie heraus, dass die Sitcom vielleicht gar nicht so der große Hit werden könnte. Gecastet wurde sie für die Rolle einer ehrgeizigen, geschäftstüchtigen Architektin, die mir ihren drei Freundinnen in einem Apartment wohnt. Nach einigen Änderungen durch das Network wurde daraus eine Show über zwei 20jährige Tussen, die mit ihren Freunden in dem Haus ihrer Tante wohnen. Diese Tante soll nun Valerie verkörpern. Nicht so schlimm, denkt sie sich am Anfang, bis sie erfährt, dass ihr Charakter eigentlich vollkommen verdreht wurde. Sie hat nun keine Arbeit mehr, läuft in Trainingsanzügen herum und ist ziemlich verzweifelt.

Verzweifelt ist auch Valerie, als sie am Ende des anstrengenden Drehtages nach Hause fährt, einen Auffahrunfall baut und zu Hause ein Wasserrohrbruch noch alle ihre Erinnerungen an ihre große Karriere zerstört hat. Gleichzeitig erfährt sie über Telefon, dass ihre neue Sitcom in den Herbstsendeplan aufgenommen wurde. Hin und her gerissen zwischen Trauer starrt sie verzweifelt in die Kamera, ihren neuen Wegbegleiter. So endet die Pilotfolge.

Was ist gut?
Wie oben schon erwähnt, ist Lisa Kudrow der scheinende Star dieser Serie. Kein anderer Schauspieler hat a) soviel Screentime b) ihre Klasse. Sie überzeugt eigentlich in allen Szenen und trägt damit die Serie komplett alleine. Von Co-Stars, die wirklich etwas zu der Show beitragen, ist zumindest im Piloten nichts zu sehen. Des Weiteren ist die Idee ziemlich klasse, die Härte des TV Geschäfts einmal von der anderen Seite zu zeigen, was zumindest in der ersten Folge noch sehr gut zu gelingen scheint.

Was ist schlecht?
Irgendwie fehlt der Serie das gewisse Etwas. Eine Show kann nicht nur von einem Charakter bzw einer Schauspielerin getragen werden. Darauf verlassen sich aber die Macher von «The Comeback». Für eine Sitcom sind außerdem viel zu wenig Lachpassagen drin. Valerie tut einem einen Großteil der Zeit eigentlich einfach nur leid und die Witze in der Sitcom sind haarsträubend (wobei sie das wahrscheinlich absichtlich sind). Aber wenn zirka die Hälfte der Show in dieser fiktionalen Sitcom spielt, dann sollte man wenigstens dort etwas zu lachen haben. Ist aber nicht so. Vielleicht wäre es den Produzenten besser damit ergangen, wenn sie aus der Sendung ein Drama gemacht hätten, und es nicht so zwanghaft in das Gewand einer Sitcom gequetscht hätten.

Kritik
Schlussendlich kann ich man allerdings auch bei dieser Pilotfolge sagen, dass sie einige viel versprechende Ideen darin gibt und wenn die in den nächsten Folgen mehr ausgebaut werden, könnte die Show richtig erfolgreich werden. Wenn die Verantwortlichen aber nicht früh genug sehen, dass es da einiges zu tun gibt, wird es wohl bei den ersten 13 Folgen von «The Comeback» bleiben. Lisa Kudrow braucht auf jedenfalls sicherlich keine Angst haben, das Schicksal von Valerie zu erleiden.

«The Comeback» startete am 5. Juni auf HBO.

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