Die Kritiker

«Ein starkes Team: Gnadenlos»

von

Handlung


Am Eingang des Berliner Zoos wird der verdeckte Ermittler Uwe Reinhold erschossen, der einer Kontaktperson wichtige Informationen über einen Ring von Menschenhändlern zukommen lassen wollte. Jörg Bruckner und Stefan Zacharias vom Dezernat für Organisierte Kriminalität stehen den Kommissaren Berthold, Garber und Kolberg bei den Ermittlungen zur Seite, die rasch brisant werden: Im Magen des Toten wird bei der Obduktion ein Schlüssel zu einer Garage gefunden, in der Reinhold die Moldawierin Sofia als wichtige Zeugin versteckt hielt.

Die Ermittler erfahren, dass Reinhold verdeckt bei einer Spedition gearbeitet hat, bei der er vor allem Touren nach Osteuropa unternommen hat – kurz darauf überschlagen sich die Ereignisse: Garbers Tochter Anna kehrt nach einem mehrjährigen Aufenthalt in den USA nach Berlin zurück und wird kurz darauf Opfer einer Autobombe, die ihrem Vater galt, und Garber steht plötzlich unter Mordverdacht, weil der Geschäftsführer der Spedition, Wolfgang Renner, erdrosselt in seinem Büro aufgefunden wird. Schnell wird klar, dass es im Dezernat einen Maulwurf geben muss, der genau über alle Ermittlungsschritte Bescheid weiß und weitere Nachforschungen verhindern will.

Darsteller


Maja Maranow («Die Affäre Semmeling») ist Verena Berthold
Florian Martens («Allein gegen die Zeit») ist Otto Garber
Kai Lentrodt («Berlin, Berlin») ist Ben Kolberg
Arnfried Lerche («Großstadtrevier») ist Reddemann
Jaecki Schwarz («Polizeiruf 110») ist Sputnik
Robert Seethaler («Ein starkes Team») ist Dr. Kneissler
Susanne Bormann («Liegen lernen») ist Anna Garber
Heikko Deutschmann («Die Gerichtsmedizinerin») ist Stefan Zacharias
Franziska Petri («Das unreine Mal») ist Isabel Lagrette
Martin Feifel («Emil und die Detektive») ist Jörg Bruckner
Katharina Nesytowa («Die fremde Familie») ist Sofia Voronin
Hannes Hellmann («Männerpension») ist Wolfgang Renner

Kritik


Seit nunmehr 50 Folgen ermittelt das «Starke Team» im ZDF – und zur Jubiläumsfolge haben die Autoren Leo P. Ard und Birgit Grosz den Ermittlern ein wahres Feuerwerk an Ereignissen zusammengeschrieben: Ein toter Undercover-Polizist, der im Falle eines Menschenhändlerrings ermittelt hat, führt die Kommissare in einen Strudel aus Mord und Gewalt, dem sie selbst nur knapp entkommen können. Doch auch beim Ensemble wollte das Produktionsteam mehr als üblich auffahren und hat prominente deutsche Fernsehgesichter gecastet: Heikko Deutschmann und Martin Feifel unterstützen die Ermittlungen als Stefan Zacharias und Jörg Bruckner vom Dezernat für Organisierte Kriminalität; Franziska Petri gibt Zacharias schnippische Ehefrau Isabell Lagrette.

Die Schauspielarbeit aller Beteiligter ist dann auch dementsprechend gut: Allen voran Florian Martens als Otto, leistet das «Starke Team» wie gewohnt tolle Charakterisierungsarbeit und harmoniert ohne Probleme, Deutschmann und Feifel geben mit Bravour die undurchsichtigen Ermittler eines anderen Dezernats, denen man nicht im Übermaß trauen sollte, und Petri kann sich als versnobte Boutiquebesitzerin sowieso sehen lassen. Auch Susanne Bormann in der Rolle von Garbers Tochter Anna und Katharina Nesytowa als Opfer des Menschenhändlerrings stellen sich als perfekte Wahl heraus. Das Drehbuch hat dafür umso mehr Schwächen: Die Beziehung zwischen Anna Garber und ihrem Vater Otto ist derart künstlich, dass dagegen selbst der lächerlich gekünstelte Geschäftsslang Annas am Telefon noch human wirkt – und Ottos Schicksalsschläge zwischen Schlepperbanden, Rachegefühlen, Maulwurf, Mordanklage und Verlust seine Tochter im späteren Verlauf würden für mindestens drei Folgen «Tatort» reichen.

Die Grundgeschichte ist ebenfalls nicht originell, dafür aber weniger vorhersehbar, als anfangs angenommen. Dadurch entsteht im Endeffekt zwar ein dichter Krimi, bei dem sich der Zuschauer aber allzu oft in Nebensächlichkeiten verliert und teils Schwierigkeiten hat, dem roten Faden im Dickicht der Ereignisse zu folgen. Die Krimihandlung geht zwar auf, ist allerdings eher unbefriedigend, da am Ende keine Beziehung zwischen Motiv und Realisierung der Taten gezogen und der Zuschauer ratlos zurückgelassen wird. Letztendlich hat man es gut gemeint, ist aber an den Möglichkeiten des Formats gescheitert und präsentiert statt einer würdigen Jubiläumsfolge lediglich einen soliden Krimi. Und ein weiteres Manko dürfte besonders langjährige Fans verärgern: Der sonst so unterschwellig präsente Humor wurde im neuen Fall vollkommen vernachlässigt. Schade eigentlich, denn damit wurde eines der Erfolgsgeheimnisse des «Starken Teams» vernachlässigt, ohne dass das Format bloß ein weiterer Krimiableger im ZDF ist.

Das ZDF zeigt «Ein starkes Team: Gnadenlos» am Samstag, den 15. Oktober 2011, um 20:15 Uhr. Anlässlich des Jubiläums laufen ab 0:20 Uhr auch drei weitere Folgen von «Ein starkes Team» im ZDF.

Kurz-URL: qmde.de/52637
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