Die Kino-Kritiker

«Terminator 2 – Tag der Abrechnung 3D»: Er hält sein Versprechen

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"Ich komme wieder", verkündete Arnold Schwarzenegger in der Rolle des T-800. Zynischere Fans der «Terminator»-Reihe behaupten, dass sich die wahre Seele des Franchises aber seit 1991 nicht mehr im Kino blicken ließ – bis jetzt.

Filmfacts «Terminator 2 – Tag der Abrechnung»

  • Regie und Produktion: James Cameron
  • Drehbuch: James Cameron, William Wisher
  • Darsteller: Arnold Schwarzenegger, Linda Hamilton, Robert Patrick, Edward Furlong
  • Musik: Brad Fiedel
  • Kamera: Adam Greenberg
  • Schnitt: Conrad Buff IV, Mark Goldblatt, Richard A. Harris
  • Laufzeit: 137 Minuten
  • FSK: ab 16 Jahren
In der «Terminator»-Fangemeinde herrscht Uneinigkeit darüber, ob die Reihe bereits seit Teil drei nicht mehr dieselbe ist, oder ob erst «Terminator: Die Erlösung» James Camerons Schöpfung verraten hat. Und selbst wenn es eine Minderheit an Fans gibt, die sämtlichen der fünf Filmen positiv gegenübersteht, so dürfte kaum jemand abstreiten, dass «Terminator 2 – Tag der Abrechnung» eine Klasse für sich ist. Daher ist die Rückkehr der rund 100 Millionen Dollar teuren Produktion auf die Kinoleinwände ein Ereignis, das Beachtung verdient – insbesondere von allen «Terminator»-Fans, die der Meinung sind, dass das echte Feeling nach James Camerons Abgang von dieser Saga nicht mehr zurückgekehrt ist. Denn selbst wenn Cameron einen sechsten Teil plant: Wir können alle nicht sicher sein, ob jemals wieder so ein guter «Terminator»-Film seinen Weg in die hiesigen Lichtspielhäuser findet wie dieser.

Die Rückkehr von Arnold Schwarzenegger als T-800, Edward Furlong als John Connor, Linda Hamilton als knallhart durchtrainierte Sarah Connor sowie Robert Patrick als T-1000 erfolgt nur als streng limitiertes Kinoevent am "Tag der Abrechnung" (dem 29. August) – und zwar in einer 3D-Konvertierung. Puristen mögen nun aufschreien, aber Technikfanatiker sowie Spektakelspezialist James Cameron und sein Team überwachten den sorgfältigen Prozess mit Argusaugen. Rund ein Jahr nahm die Konvertierung in Anschlag, und es machte sich bezahlt: Eine sorgfältig eingerichtete Projektion vorausgesetzt, ist «Terminator 2 – Tag der Abrechnung 3D» eine gestochen scharfe, kristallklare 3D-Erfahrung völlig frei von "Ghosting" genannten Doppelbildern.

Dessen ungeachtet kann auch eine liebevolle Konvertierung nichts am Fakt ändern, dass «Terminator 2 – Tag der Abrechnung» nun einmal nicht mit der dritten Dimension im Hinterkopf inszeniert wurde. Einige der ikonischsten Szenen, darunter das ausgedehnte Finale, spielen sich vor Hintergründen mit wenigen Farbabstufungen und geringer Raumtiefe ab. Daher ist die Tiefenwirkung in der 3D-Fassung zwischenzeitlich nur dürftig, während Passagen wie die Verfolgungsjagd quer durch einen Hochwasserschutzkanal in Los Angeles deutlich beeindruckender ausfallen. Pop-up-Effekte sind indes rar gesät, aber prägnant. Trotzdem ist allen Fans des Films, unabhängig von ihrer Einstellung zu 3D, zu einem Kinobesuch geraten, denn das Material der 3D-Konvertierung basiert auf einer astreinen Bildrestauration, die «Terminator 2 – Tag der Abrechnung» frischer denn je aussehen lässt – fast könnte man meinen, es wäre ein erst kürzlich entstandener Film.

Die Version des Action-Meilensteins, die konvertiert und restauriert wurde, ist übrigens die Original-Kinofassung – Jünger, die die fürs Heimkino erstellte Extended Edition oder gar den Ultimate Cut religiös rauf und runter geschaut haben, wird dies möglicherweise verärgern. Allerdings ist die Kinofassung nicht ohne Grund die von Regisseur James Cameron bevorzugte Version des Films – bereits sie ist zwischendurch leicht zäh, insgesamt aber legt Cameron ein gutes Erzähltempo vor und treibt den Handlungsverlauf flüssig und mitreißend voran. Die längeren Schnittfassungen dagegen nehmen durch die wenig aussagekräftigen Ergänzungen diesem Spektakel etwas von seinem Wumms.

Insofern ist die 3D-Wiederaufführung natürlich die ideale Gelegenheit für alle «Terminator 2 – Tag der Abrechnung»-Novizen, diese Filmlücke endlich zu schließen. Die ewige Verfolgungsjagd zwischen zwei menschlich aussehenden Killermaschinen aus der Zukunft, die den zukünftigen Retter der Menschheit beschützen respektive eliminieren wollen, ist gespickt mit wuchtiger Action und markigen Sprüchen – nicht nur von Schwarzenegger, sondern auch von Hamilton.

Makellos ist Camerons Sensation der frühen 90er-Jahre zwar nicht (unter anderem ist grob die Hälfte der Erzählkommentare aus dem Off überflüssig), doch die wegweisenden Spezialeffekte, der kernige, dennoch nie nihilistische Tonfall und die halsbrecherischen Stunts haben «Terminator 2 – Tag der Abrechnung» berechtigt zu einem der meistrespektierten Sci-Fi-Actioner der Kinogeschichte gemacht. Also, nur los und Tickets gesichert!

«Terminator 2 – Tag der Abrechnung 3D» ist am 29. August 2017 in vielen deutschen Kinos zu sehen sowie ab Ende Oktober auf Blu-ray erhältlich.

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